Canta d´elysio – Stimmen aus dem Paradies

Die jungen Sänger von „canta d´ elysio“, die unter der einfühlsamen Leitung von Hermes Helbricht im Isernhagenhof musizierten. (Foto: Renate Tiffe)

Sänger des Dresdner Kreuzchores gastierten im Isernhagenhof

Isernhagen (ti). Als Mitglieder des Dresdner Kreuzchores haben sie an Konzerten in der ganzen Welt mitgewirkt. Nach Abschluss ihres Abiturs und neun Jahren gemeinsamen Singens touren jetzt 16 der jungen Sänger durch Deutschland. Eine ihrer Stationen war am vergangenen Wochenende der Isernhagenhof. Etwa 200 Zuhörer ließen sich trotz großer Hitze den hochklassigen musikalischen Genuss nicht entgehen.
Der eigentlichen Aufgabe des Chores gemäß - den Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche in Dresden musikalisch zu begleiten - war der erste Teil des Konzerts geistlichen Gesängen vorbehalten. Berühmte Choräle wie „Jauchzet dem Herren, alle Welt“ und „Gott, wie groß ist Deine Güte“ waren darunter, klar und fest in der Intonation, wie es dem Ruf des Chores entspricht. Mit dem „Heideröslein“ und zwei weiteren Stücken stellte sich gegen Ende dieses Teils ein Solist des Chores vor, dem der erste Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs von „Jugend musiziert“ mit italienischen Arien folgte.
In der Pause mischten sich die Sänger unter das Publikum, gaben Auskunft über ihre schulische und gesangliche Karriere – bereits seit der vierten Klasse wurden sie gefördert – und ihre beruflichen Pläne. Nur einige von ihnen werden ein Musikstudium aufnehmen, unter ihnen ihr Dirigent Hermes Helbricht, der bereits als Assistent des Kreuzkirchen-Kantors arbeitete. Er hatte auch die Klavierbegleitung des Chores übernommen.
Die Stimmung war sommerlich gelöst als im zweiten Teil „weltliche“ Lieder wie das „Ännchen von Tharau“ oder Schuberts „Lindenbaum“ zu Gehör gebracht wurden, frisch und unbekümmert, aber mit der gleichen Präzision gesungen. Auch Songs wie „Yesterday“ und das Spiritual „Down by the Riverside“ waren darunter und fast ein bisschen frech vorgetragen das Kölner Schunkellied. Der Bitte des Moderators, möglichst nur nach den Abschnitten von jeweils drei Liedern zu applaudieren und nicht die Stücke zu „zerreißen“, kam das Publikum nur bedingt nach. Am Ende gab es wieder Beifall nach jedem Vortrag und natürlich die Forderung nach einer Zugabe.
Eine zweite Zugabe entlockte der neue Vorsitzende des Kulturvereins Isernhagenhof, Rudolf Scharff, dem Chor. Er dankte für den großartigen Abend. Vorher schon hatte er dem Ehepaar Schmalstieg aus Großburgwedel seinen Dank ausgesprochen, dem es gelungen war, den Chor hierher zu holen. - Es wäre nicht verwunderlich, wenn die nächsten Absolventen der „Kruzianer“, wie sich die Kreuzchor-Sänger nennen, wieder die Gelegenheit zu einem Auftritt hierzulande bekämen – vielleicht in Burgwedel?