Burgwedels Feuerwehren stellten ihr Können unter Beweis

Vorsichtig, ohne dass die Trage kippt, wird der „Verletzte“ mithilfe der Steckleiter nach unten gelassen. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Die Jugendfeuerwehr Fuhrberg legt sich ins Zeug. Vor allem schnell, möglichst ohne Fehler, muss der Parcours überwunden werden. (Foto: Birgit Schröder)

Professionelles und Sportliches beim Stadtfeuerwehrtag

KLEINBURGWEDEL (svs). Reglos liegt der „Verletzte“ auf dem Baugerüst am Glockenturm am Haus der Kirche. Er muss hinunter, über eine Steckleiter. Unten halten die Zuschauer den Atem an, als die Trage auf dem Weg nach unten ein bisschen schaukelt. Kein alltägliches Szenario, das beim Stadtfeuerwehrtag in Kleinburgwedel am vergangenen Samstag nachgestellt wurde.
Zwei Brände, ein Verletzter unter einem Radlader und ein verunglückter Bauarbeiter: Mit „nicht alltäglichen“ Übungseinsätzen und sportlichen Wettkämpfen der Jugendfeuerwehren stellten die Wehren aus Großburgwedel, Kleinburgwedel, Wettmar, Engensen, Thönse, Fuhrberg und Oldhorst ihr „alltägliches Brot“ auf dem Tag der Feuerwehr vor. „Wir möchten nicht nur unsere Arbeit zeigen, sondern auch das, was technisch möglich ist“, sagt Walter Sonnefeld, Ortsbrandmeister der ausrichtenden Feuerwehr Kleinburgwedel.
Eine Steckleiter mit einer Länge von insgesamt 8,40 Meter könnte dem schwerverletzten Bauarbeiter das Leben retten. Besonderes Augenmerk legen die Kameraden hier auf die Sicherung des Verletzten: Er darf auf dem Weg nach unten nicht von der Trage fallen. „Das ist zwar keine Standard-Situation“, sagt Volker Kluth, Einsatzleiter der Übung und stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Kleinburgwedel, „aber sie kommt vor.“ Für Volker Kluth bisher einmal.
Alles klappt im wahrsten Sinne des Wortes wie am Schnürchen: Die Leiter wird langsam zur Seite geschwenkt, die Trage, mit Seilen gesichert von zwei Kameraden auf dem Baugerüst, sinkt waagerecht nach unten. Geschafft. Aufatmen. Einmal im Jahr trainiert die Feuerwehr einen solchen Ernstfall. Denn dann muss alles reibungslos funktionieren.
Nah an der Realität orientiert sich auch der Wettbewerb der Jugendfeuerwehren nach den Richtlinien der Internationalen Vereinigung des Feuerwehr- und Rettungsdienstes (CTIF). Zum ersten Mal in diesem Jahr treten die Wehren aus Thönse, Wettmar, Fuhrberg, Großburgwedel und Engensen nach diesen Richtlinien an.
„Wir wollen auch international aktiv sein“, sagt Merle Flammann, Fachbereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit. Es gilt Schläuche zu verlegen, Knoten zu knüpfen und Hindernisse zu überwinden und einen bestimmten Punkt auf einer Spritzwand zu treffen. Am treffsichersten und schnellsten überwindet die Jugendfeuerwehr Engensen den Parcours. Ein sportlicher Wettkampf, nahe an der Realität der „Großen“.
Im 30-Minuten-Takt heulte im Moorweg die Sirene, immer wieder rückte die Feuerwehr aus. Ein spannender Tag, sowohl für die Zuschauer als auch für die Wehren selbst. Denn maximal eine halbe Stunde vorher gab der Veranstalter bekannt, welche Art von Übung auf dem Plan stand. Und alles klappt wunderbar. Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld zeigt sich zufrieden. Der Tag der Feuerwehr, ein Schaufenster für den Rat und alle Interessierten.
„Heute kann man gut sehen, wie viel Professionalität die Wehren bieten“, zeigt sich Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt beeindruckt. „Wir bewegen uns hier auf einem enorm hohen Niveau und man kann einfach nur dankbar sein, dass es so etwas gibt.“