Burgwedel besteht auf Änderungen am Raumordnungsprogramm

Das Vorranggebiet für Windkraft südlich von Fuhrberg. Hier will die Region Hannover eine Erweiterung um knapp 70 Prozent. Der Stadtrat lehnte das ab.
 
Heinz Visel von Bündnis 90/Grüne meinte, auch bei einer Erweiterung werde Fuhrberg nicht von Windrädern umzingelt.

Stadtrat will Gewerbeentwicklung nicht beinträchtigen lassen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Auf seiner letzten Sitzung dieses Jahres hatte der Rat sich mit einem ganz besonderen Juckepunkt auseinander zu setzen: Es ging um das Regionale Raumordnungsprogramm, das beinahe liebevoll von seinen Befürwortern als „RROP“ bezeichnet wird. Ein „RROP“ wird von der Region Hannover als Entwurf vorgelegt, dann in den einzelnen Kommunen in den Fachausschüssen und schließlich in den kommunalen Räten bearbeitet, verändert, empfohlen und irgendwann beschlossen.
In einem Raumordnungsprogramm werden die grundsätzlichen Richtungen für die Entwicklungen in den Ortschaften festgelegt, was soll unter Natur- oder Landschaftsschutz gestellt werden, was gilt in Zukunft als Gewerbegebiet und was als Wohngebiet. Aber es geht auch um andere Zukunftsprojektionen, um Vorranggebiete für Windenergie oder Wasserschutz. Wird das RROP beschlossen, dann gilt es für die kommenden zehn Jahre. In der Stadt Burgwedel hatte es den Anschein, als sollte das RROP der Einfachheit halber wie auch immer durchgewunken werden. Der Regionsausschuss hatte es am am 21. Juli beschlossen, am 24. November stand es auf der Tagesordnung der 29. Sitzung des Planungs- und Tiefbauausschusses der Stadt Burgwedel gestanden. Und dort geschah gewissermaßen „Ungeheuerliches“: Heinrich Neddermeyer von der CDU-Ratsfraktion, Mitglied dieses Ausschusses und Ortsbürgermeister in Fuhrberg übte Kritik an einem Detail des RROP: Darin wird eine Fläche, die bisher als Vorranggebiet für für Windenergie in einer Größe von 53 Hektar südlich von Fuhrberg ausgewiesen ist, auf 89 Hektar vergrößert. Der Ausschuss legte Einspruch ein und verlangte Änderungen, es fand eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt und der Stadtrat formulierte auf seiner Sitzung am Dienstag vergangener Woche seine veränderten Wünsche.
Im wesentlichen sollen zwei Entwicklungsbereiche verändert werden. Zuerst das Vorranggebiet für Windenergie im Süden Fuhrbergs. Dieses soll auf die bisherige Größe von 53 Hektar zurück geführt werden. Mehr gehe nicht, sagte Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer. Im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten nach der Sitzung des Tiefbauausschusses im November hatte er auch an die Planungsphase für die Fuhrberger Windkraftanlagen vor mehr als 20 Jahren erinnert. Damals war es politischer Konsens, die ersten Anlagen Burgwedels in Fuhrberg zu errichten. In den Folgejahren sollte allerdings auch die Möglichkeiten der anderen Ortschaften eruiert werden, hieß es damals. Das ist bisher zu keinem Zeitpunkt geschehen. Nur Heinz Visel von den Grünen sah in den Veränderungswünschen keine sachliche Gründe, die von der Region zwingend zu berücksichtigen wären. Die Vergrößerung um 36 Hektar, das sind knapp 70 Prozent, bezeichnete Visel als „keine gewaltige Vergrößerung“. Auch die roten Blinklichter, die an der Spitze der höheren Windkraftanlagen nachts stören könnten, seien nicht zwingend mehr notwendig. Der eindringliche Appell des Grünen-Ratsherrn und Geschäftsführers einer der beiden Betreibergesellschaften der Fuhrberger Windkraftanlagen, auf einer ablehnenden Stellungnahme zu verzichten, blieb ungehört.
Zweiter Punkt der Kritik waren die Beeinträchtigungen der Entwicklung von Gewerbegebieten in der Stadt Burgwedel, die durch die Ausweisung von sogenannten „Vorbehaltsgebieten Natur und Landschaft“ zu erwarten sind. Der Stadtrat sprach sich mehrheitlich dafür aus, die Entwicklung von Gewerbe in Großburgwedel, Kleinburgwedel und Fuhrberg nicht zu behindern. Die entsprechenden Darstellungen im Entwurf des Raumordnungsplans sollen herausgenommen werden. Der Rat stimmte mehrheitlich für beide Abänderungen.