Burgwedel bekommt eine IGS - aber erst später

Für die zukünftige IGS werden mindestens 24 Klassenräume benötigt. Dies würde nur die derzeitige Oberschule bieten können. (Foto: Dana Noll)

Zügige Umsetzung scheitert an rechtlichen Voraussetzungen

BURGWEDEL (dno). Burgwedel bekommt eine IGS - aber nicht so schnell, wie von vielen Eltern gewünscht. Denn trotz einem deutlichen Ergebnis bei der Elternbefragung, ist die zügige Umsetzung aus rechtlichen Gründen nicht möglich, so das Ergebnis der Sitzung des Schulausschusses.
Bei Außentemperaturen von knapp 25 Grad Celsius kamen am Donnerstag der Bürgermeister Axel Düker, Schulausschuss-Mitglieder der einzelnen Parteien sowie Lehrer- und Elternvertreter zusammen, um über die zukünftige Gestaltung der Schullandschaft in Burgwedel zu diskutieren. Dabei ging es im Sitzungszimmer des Rathauses nicht weniger hitzig zu, als Christiane Concilio, Leiterin des Amtes für Familie, Bildung und Soziales in Burgwedel sowie erste Stadträtin eine Machbarkeitsstudie präsentierte.
Die Elternbefragungen im Mai diesen Jahres haben gezeigt: Es gibt ein großes Interesse an einer IGS in Burgwedel. Von 1522 ausgegebenen Fragebögen für insgesamt acht Jahrgänge nutzten 49,6 Prozent der Familien die Möglichkeit, ihre Vorstellungen zu äußern. 76,63 Prozent stimmten für eine Veränderung der Schullandschaft und zwar für Gymnasium und IGS. Dabei lag als Standortwunsch Burgwedel weit vor dem gemeinsamen Standort Isernhagen.
Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. "Schulpolitik ist kein Selbstzweck, wir machen sie für unsere Bürgerinnen und Bürger. Die Befragungsergebnisse sind daher für uns der Maßstab für die zukünftige Ausrichtung", hatten die CDU- Fraktionsvorsitzenden von Burgwedel und Isernhagen Helmut Lübeck und Birgit Diers bereits im Vorfeld in einer Presserklärung verkündet. Dennoch gibt es eine rechtliche Hürde, die noch genommen werden muss.
Denn in konkreten Zahlen haben sich 57 Eltern bei der Befragung entschieden: „Ja, wir würden unsere Kinder auf die IGS in Burgwedel schicken!“ Zu wenig für die Landesschulbehörde, die zwar der Idee positiv gegenüber steht, dennoch auf Basis der Rechtslage agieren muss, die besagt, es müssen mindestens 96 Eltern zustimmen. Somit wäre ein Antrag zum jetzigen Zeitpunkt nicht genehmigungsfähig.
Christiane Concilio gibt sich dennoch zuversichtlich. Sie erklärte, das sich noch in diesem Jahr eine Rechtsänderung abzuzeichnen scheint, die den Weg für die IGS ebnen wird. Da eine Antragstellung erst nach Inkrafttreten dieses Gesetzes sinnvoll ist, wäre eine IGS erst für die Jahrgänge 2016/2017 denkbar.
Zu lange, hört man deutlich aus den emotionalen Worten von Katrin Kaiser (SPD), die es begrüßen würde, die Eltern nicht warten zu lassen und schon die Jahrgänge 2015/2016 auf der IGS sehen möchte. Auch die Grünen, in Vertretung von Olaf Slaghekke betonen, auf das eindeutige Votum für eine IGS schnell zu reagieren, um zu zeigen, dass man die Wünsche der Befragten ernst nimmt.
Die Vertreter der CDU dagegen, wurden mit dem Vorwurf konfrontiert, die Errichtung einer IGS ausbremsen zu wollen. „Das ist so nicht richtig,“ betont Edgar Kolze (CDU). „Wir schätzen die derzeitige Situation nur realistisch ein. Wir möchten keine Hoffnungen wecken, die dann nicht erfüllt werden können. Wir sind auch für eine IGS, aber die Umsetzung muss sich den Gegebenheiten anpassen und es sollte vor allem umsetzbar bleiben!“
Dennoch konnte sich der Ausschuss einstimmig darauf einigen, dass, „sobald es die Rechtslage zulässt, die Verwaltung beauftragt wird, einen Antrag an die Landesschulbehörde zur Errichtung einer IGS in Burgwedel zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu stellen.“
Auch der Standort der zukünftigen IGS wurde diskutiert. Dabei machte Frau Concilio deutlich, dass das derzeitige Gymnasium keine räumlichen Kapazitäten hat. Dort gibt es 21 Klassenräume und einige Räume, die aufgrund ihrer geringen Grüße für Fachbereiche und Kurse genutzt werden. Auch die derzeitige Förderschule mit acht kleinen Klassenräumen, drei Gruppen- und Fachräumen, bietet nicht die nötigen Kapazitäten.
Für die zukünftige IGS werden mindestens 24 Klassenräume sowie weitere Fachräume und ein Freizeitbereich für den Aufenthalt während Freistunden und Pausen benötigt. Dies würde nur die derzeitige Oberschule bieten können.