Bundesverdienstkreuz für den „Löwen von Wettmar“

Weggefährten – auch bei der täglichen Fahrradtour – Otto Laue und Ernst-Heinrich Köneke. (Foto: Renate Tiffe)

Ernst-Heinrich Köneke - „ein Glücksfall für Burgwedel“

GROSSBURGWEDEL (ti). Alle Ehrungen auf der kommunalen Ebene, bis hin zur Ehrenurkunde des Niedersächsischen Städte und Gemeindebundes sind Ernst-Heinrich Köneke bereits zuteil geworden. Seit 2004 ist er Ehrenratsherr der Stadt Burgwedel.
In einer Feierstunde im Großburgwedeler Amtshof wurde ihm jetzt „in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl“ das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Die Liste seiner Ämter und Positionen, die die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde vor der Ehrung verlas, war lang. Köneke war von 1974 bis 2011 Mitglied im Rat der Stadt Burgwedel, wo er den Vorsitz in mehreren Ausschüssen, u.a. im Planungsausschuss innehatte.
17 Jahre lang war er Ortsbürgermeister von Wettmar. Dort war er auch in anderen Bereichen an hervorragender Stelle tätig, so im Kirchenvorstand der St. Marcus Kirche, dem er 36 Jahre lang angehörte. Er war zehn Jahre lang Vorsitzender im TSV Wettmar und hat 20 Jahre lang den Wasserverband Nordhannover geführt, der in Wettmar ansässig ist.
Einen „Glücksfall für Burgwedel“ nannte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt den neuen Ordensträger. In Zusammenarbeit mit Hoppenstedt Vorgängern im Amt, dem Leiter der Verwaltung, Johannes Schönhoff und Bürgermeister Dr. Karsten Hoppenstedt hatte Köneke, sozusagen im Triumvirat, die Struktur für Burgwedel geschaffen, auf die die Stadt heute stolz ist.
Von Beruf Landwirt, habe Köneke die richtige Sprache mit den Kollegen sprechen können. Ohne ihn habe die beeindruckende Entwicklung Burgwedels nicht stattfinden können. Unangefochten sei er als Stimme von Wettmar gewesen, was ihm den Beinamen „Löwe von Wettmar“ eingebracht habe. Er sei eine starke Persönlichkeit mit Pflichtbewusstsein und Durchsetzungsstärke. Viele haben es sich zweimal überlegt, sich mit ihm anzulegen.
Hinter seiner harten, rauen Schale verberge sich aber ein sensibler Kern. Als Vater von vier Töchtern habe er sein Engagement für den Ort an seine Schwiegersöhne „vererbt“. Michael Kranz ist Ortsbürgermeister von Wettmar, Karsten Weigt ist Ortsbrandmeister und Heiner Küster Vorsitzender der Jagdgenossenschaft. Der Vierte, Uwe Reckers schließlich ist Sozialdemokrat (die Ausnahme in der CDU-geprägten Familie). Er selbst, so Hoppenstedt habe persönlich von den Anregungen und Ratschlägen Könekes sehr profitiert.
Als „Bergbauern“ stellte sich Köneke selbst dar, als „rauen Gesellen, mit dem man fertig werden muss“. Mit ihm „fertig geworden“ waren alle, die bei der Feier im Amtshof anwesend waren - eine eindrucksvoll große Gesellschaft mit Weggefährten aus seiner aktiven Zeit, aber auch mit der jungen Garde der CDU.
Nach dem Brand 1976 hatte er seinen Hof außerhalb auf dem „Berg“ auf der Horst angesiedelt. Vor dort kann der jetzt 77-Jährige auf sein Dorf blicken, so wie er in der Kirche von der Empore aus auf die Kirchengemeinde schaut. Auf die Menschen herunter zu blicken war aber seine Sache nie. Das große Ganze war sein Anliegen, dem er sich von seinem Herkommen her immer verpflichtet gefühlt hat.
Köneke wäre nicht Köneke, wenn er in seiner Dankesrede nicht politisiert und auch den ganz großen Bogen gespannt hätte von der „sauberen Energie“ der siebziger Jahre bis zum Reaktor-Unglück von Tschernobyl. Die Fahrt dorthin war eins seiner prägenden Erlebnisse, das zeigte, wie die Welt sich immer wieder verändert. „Jede Zeit hat ihr Geschehen“ leitet er meist seine Gedankengänge ein, wenn er sich zu aktuellen Anlässen äußert. „Es gibt immer Möglichkeiten bei Wirklichkeiten und Notwendigkeiten in Burgwedel“, schloss er.