Bürgerversammlung zum Thema neues DGH geplant

Ein neues Dorfgemeinschaftshaus? Wettmars Ortsbürgermeister Michael Kranz (2.l.) betonte in der Ortsratssitzung, dass es ihm darauf ankomme, was die Bürger diesbezüglich wollen. (Foto: Renate Tiffe)
WETTMAR (ti). Die Gelegenheit schien günstig. Der Ortsrat tagte in seinem neuen Domizil im evangelischen Gemeindezentrum an der Hauptstraße. Anwesend war der Kämmerer der Stadt, Christian Möhring, der den Ratsmitgliedern Einzelheiten aus dem Entwurf für den Haushalt 2015 der Stadt Burgwedel erläuterte.
Ratsherr Dr. Friedrich Wolff von der Wählergemeinschaft begründete seinen Antrag für den Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses, den er vorher in schriftlicher Form beim Ortsrat eingereicht hatte.
Nun ist seit Jahren bekannt, dass die Räumlichkeiten im derzeitigen Wettmarer Dorfgemeinschaftshaus (DGH) den Anforderungen des knapp 4000 Einwohner zählenden Ortsteiles nicht mehr entsprechen. Der Zugang ist nicht barrierefrei, weder die sanitären noch die Brandschutz-Einrichtungen reichen nach heutigen Vorschriften aus.
Der Ausweg, einen Teil der Veranstaltungen in das neue Gemeindezentrum der St. Marcus Kirche zu verlegen, erweist sich in der Praxis als für die Dauer nicht akzeptabel. In eine künftige Planung einbezogen werden sollten auch Überlegungen zum Gebäudebedarf der Feuerwehr, so Wolff.
Der Ortsrat zeigte sich gelassen. Die Vertreter der übrigen drei Parteien signalisierten jedoch Zustimmung. Das wäre seit langem sein bester Vorschlag, bemerkte als erster CDU-Ortsratsherr Klaus Sommer. Bekanntlich hatten Wolff und seine Wählergemeinschaft fast zehn Jahre lang Widerstand gegen den Bau des Supermarktes im Ort geleistet.
Man solle zunächst den Bedarfsplan für die Feuerwehren der Stadt abwarten, schränkte SPD-Ratsherr Lothar Urban ein. Und „Grünen“-Ratsherr Erwin Fette meinte, dass als erster Schritt der Zustand des DGH aufgelistet und dann Möglichkeiten der Realisierung aufgezeigt werden sollten.
„Wir sollten festlegen, was wir wollen, bevor wir ins Rathaus damit gehen“, schlug Wolff vor, damit nicht am Ende etwas festgelegt werde, was die Bürger nicht wollen wie an der Von-Alten-Straße in Großburgwedel. Es sollten Eckpunkte geschaffen werden.
Dazu wird es in erster Linie auch um den Standort gehen. Das leerstehende NP-Gebäude an der Bruchstraße – schon vor Jahren von der SPD als DGH angedacht - wird dafür solange nicht infrage kommen, wie der Grundstückseigentümer sich nicht zu seinen Plänen äußert.
Ortsbürgermeister Michael Kranz, von dem schon vorher bekannt war, dass er für ein neues Dorfgemeinschaftshaus ist, gab zu bedenken, dass er die Verantwortung trage, wenn bei der derzeitigen Lage etwas passiere. Für die Betreiberin des DGH, Nicole Höhner, sei es zudem allmählich unzumutbar, die Räume in Ordnung zu halten und immer wieder herzurichten. Ihm komme es darauf an, was die Bürger wollten, bekräftigte Kranz. Dazu solle eine Bürgerversammlung stattfinden.
Merkwürdigerweise hatten bei den Wortmeldungen der Ortsratsmitglieder die 30.000 Euro keine Rolle gespielt, welche die Stadt in den Bau des Gemeindezentrums investiert hatte. Von den Burgwedeler Nachrichten im Nachhinein danach gefragt, antwortete Kranz kurz, dass die bis dahin abgewohnt sein würden.
Der - einstimmige - Beschluss des Ortsrates lautete dann: es soll eine Bürgerversammlung zum Thema neues DGH stattfinden. Und da der Kämmerer der Stadtverwaltung gerade dabei war, stellte der Ortsrat gleichzeitig den Antrag an die Stadt, noch im Haushalt 2015 die notwendigen Mittel für eine Bedarfsanalyse und die erste Umsetzungsplanung bereitzustellen.
Das dies nicht einfach sein würde, ahnte Kranz vermutlich, als er den etwa 400-Seiten-Entwurf für den Haushalt 2015 in Händen hielt – Grundlage für den nächsten Tagesordnungspunkt in dieser Ortsratssitzung.
Wie inzwischen bekannt, verweigerte der Finanzausschuss der Stadt Burgwedel Mittel für die Planung eines neuen Dorfgemeinschaftshauses in Wettmar mit der Begründung, es fehle die Empfehlung der Fachausschüsse.