Bündnis 90/Grüne stellen Programm für Isernhagen vor

Siegfried Lemke (v. l.), Carmen Merkel und Felix Schünemann sind erfreut über die Resonanz auf das zur Diskussion gestellte Programm der Grünen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Wir haben uns Gedanken gemacht über die Zukunft der Gemeinde“

ISERNHAGEN (bgp). „Wie soll die Gemeinde Isernhagen in Zukunft aussehen?“ ist die zentrale Fragestellung des aktuellen Programms der Grünen. Dabei geht es sowohl um die innere als auch die äußere Gestaltung der Gemeinde mit entsprechenden Vorschlägen zur Politik und dem Erhalt des Ortsbildes.
Im Juni 2015 hatten die Grünen einen Entwurf des Programms für Isernhagen im Internet öffentlich zur Diskussion gestellt. Nun zog die Partei Bilanz aus dem Feedback der Bürger und stellte das Programm mit einem Flyer vor. Felix Schünemann, der die Öffentlichkeitsarbeit bei den Grünen Isernhagen gestaltet, war zufrieden mit der Resonanz auf den Aufruf zur Diskussion. „Wir haben zwar wenig Rückmeldungen online bekommen“, vielmehr seien die Grünen sehr häufig persönlich auf die Inhalte des Programms angesprochen worden, so Schünemann.
Daraus habe sich durch einen Hinweis von Betroffenen zum Programmpunkt „Ausbau der Kinderbetreuung“ gezeigt, dass zwar die Elternwünsche nach flexibleren Betreuungszeiten und Erweiterung der Hortbetreuung berücksichtigt wurden, jedoch nicht die Sicht des Erziehungspersonals. Bisher seien Erzieherstellen für Kindertagesstätten meist nur als Teilzeitstelle ausgeschrieben, für Fachkräfte seien Vollzeitstellen jedoch häufig attraktiver.
Gedanken machen sich die Grünen auch um den Erhalt des Ortsbildes in Isernhagen. Nachhaltigkeit steht als Devise ganz oben auf dem Programm, die Ausweisung und der Verkauf immer neuer Bau- und Gewerbegebiete seien daher keine Option. Die Gemeinde solle vielmehr Gewerbeflächen in Erbpacht vergeben, um bei möglicher Insolvenz der Betriebe weiter über die Flächen verfügen zu können und Gewerberuinen zu vermeiden.
Ländliche Strukturen sollen erhalten bleiben und nicht alle Freiflächen bebaut werden, ein maßvoller Umgang damit stelle ein Potential dar. Die Grünen sehen in der Sanierung und dem Ausbau privater Gebäude eine weitere Möglichkeit, zunächst aus dem Bestand Wohnraum zu schaffen und damit innerörtliche Freiflächen zu erhalten.
Die Forderung nach Bürgerbeteiligung mit mehr Transparenz bei Entscheidungen, gepaart mit einem modernen Anregungs- und Beschwerdemanagement ist als zukunftsweisender Bestandteil schon länger im Programm, jedoch immer noch aktuell. Die Grünen wünschen sich dazu ein Leitbild für die Gemeinde, das die Bürger bei Entscheidungen mehr einbindet. Siegfried Lemke, energiepolitischer Sprecher der Grünen, erläuterte außerdem ein Konzept zur Energiepolitik und plädierte für kleine dezentrale Anlagen, die von internationalen Entwicklungen weitaus unabhängiger seien, als die bisherigen Strukturen.
Eine Energiegenossenschaft mit Bürgeranteilen sei denkbar, welche die Grünen gerne in Zusammenarbeit mit den Energiewerken Isernhagen verwirklichen würden. Die Bürger seien auch mit geringen Profiten zufrieden und das investierte Geld bleibe in der Gemeinde.
Die inhaltliche Diskussion des Programms ist jedoch noch nicht abgeschlossen: „Wir werden noch weitere Punkte aufgreifen“, stellte Carmen Merkel von den Grünen klar. Im Dezember werde die nächste Parteiversammlung stattfinden, dabei wird die öffentliche Debatte zum Programm weitergeführt werden.