Brunotte: „Die pädagogische Qualität muss gewährleistet sein"

Sie trafen sich zum Informationsaustausch über die neu gestartete IGS Burgwedel (v. l.): Hans-Joachim Rödiger, Axel Düker, Renate Koch und Marco Brunotte. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Landtagsabgeordneter der SPD besuchte die IGS Burgwedel

GROSSBURGWEDEL (bgp). „Alles, was die Planungsgruppe entwickelt hat, wurde auch umgesetzt", berichtete Renate Koch, Schulleiterin der Integrierten Gesamtschule (IGS), in einem Gespräch mit Marco Brunotte.
Der Landtagsabgeordnete informierte sich über pädagogische Ansätze und die aktuelle Situation an der IGS Burgwedel, welche im Sommer 2016 mit dem ersten Fünftklässler-Jahrgang ihre Arbeit aufgenommen hatte.
Brunotte wurde bei seinem Besuch von Bürgermeister Axel Düker (SPD) sowie Ratsherr Hans-Joachim Rödiger (SPD) begleitet. Die Teilnehmer ließen sich vom didaktischen Leiter der Schule, Dr. Marco Gerhard Schinze-Gerber, zunächst über die pädagogischen Schwerpunkte auf den neuesten Stand bringen.
Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Handicap und die Integration von Migranten seien zwei große Themenfelder, die derzeit im Fokus der Arbeit stehen, ebenso wie das pädagogische Konzept der IGS mit individueller Förderung und ausgebauter Gruppenarbeit, so der Tenor der Debatte.
Probleme sieht Koch vor allem in der Sprachförderung von Migranten: „Derzeit sollen die Kinder nach einem Jahr Sprachförderung in die Regelklassen gehen". Für einige sei dies zwar schon vor Ablauf des Jahres möglich, dennoch gebe es viele mit höherem Förderbedarf. Daher dürfe die Sprachförderung nicht nach einem Jahr vorbei sein: „Die Förderung muss weiterlaufen, da darf es nicht aufhören", appellierte sie an Marco Brunotte.
99 Fünftklässler, in vier Klassen aufgeteilt, besuchen zurzeit die IGS Burgwedel. Fünf der Kinder haben besondere Bedürfnisse und werden im Zuge der Inklusion intensiv gefördert. „Jede Klasse ist mit doppelter Klassenleitung besetzt, auch in den Trainingszeiten sind wir teilweise doppelt besetzt", freute sich Koch. Bei der Unterstützung der Inklusionskinder könne man jedoch noch weitere Förderstunden gebrauchen, räumte sie ein.
Insgesamt sei die IGS Burgwedel jedoch gut aufgestellt, da insbesondere für die individuelle Förderung genügend Zeit sei. Neben Förderung und Forderung mit Trainingszeiten zum Wiederholen der Inhalte seien auch Methoden- und Sozialtraining im Stundenplan fest verankert.
„Dienstags und donnerstags sind die Klassenlehrer auch am Nachmittag vor Ort", ergänzte Axel Düker. Die Hausaufgaben seien nach Schulschluss erledigt, vieles werde im Team gemacht, sprach der Bürgermeister als Vater eines Burgwedeler IGS-Fünftklässlers aus eigener Erfahrung.
Insgesamt waren die Teilnehmer der Gesprächsrunde zufrieden mit dem Anlaufen der IGS. Die Umsetzung der Profile und die Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen laufe gut, das Zusammenspiel von Schule, Schulträger und Land habe ebenfalls „super funktioniert", so Düker. Marco Brunotte unterstrich dazu: „Schule ist mehr als Lehrer. Die pädagogische Qualität muss gewährleistet sein". Außerdem seien die frühzeitige Unterstützung förderbedürftiger Kinder und eine gute Ausstattung wichtig. Das Medienentwicklungskonzept an den Schulen der Stadt Burgwedel bezeichnete er als "stark".
Angesichts der hohen Investitionen von insgesamt 37 Millionen Euro in das Gymnasium Großburgwedel versicherte Ratsherr Rödiger eine konstruktive Zusammenarbeit im Rat mit Blick auf die IGS: „Wir werden auch diese Schule im Auge haben". Künftig zeichnet sich ohnehin eine Kooperation mit dem Gymnasium Großburgwedel ab.
Wenn der jetzige fünfte Jahrgang die IGS bis in die zehnte Klasse durchlaufen hat, stellt sich manchen die Frage nach dem Besuch der gymnasialen Oberstufe. Die bisherige Zusammenarbeit mit der Oberschule und dem Gymnasium sei sehr konstruktiv gewesen, betonte Renate Koch. Für sie steht fest, dass diese auch zwischen IGS und dem Gymnasium sehr gut funktionieren und "allen gerecht“ wird.