"Blue Chamber Quartett" sorgte für Begeisterungsstürme

Das Blue Chamber Quartett begeisterte das Publikum mit ungewöhnlichen Interpretationen bekannter Stücke. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Eröffnungskonzert zum Kulturellen Herbst wurde ein voller Erfolg

BURGWEDEL (bgp). Mit einem Konzert besonderer Art eröffnete die Stadt Burgwedel den Kulturellen Herbst im Amtshof. Das Blue Chamber Quartet bestach mit außergewöhnlichen Arrangements bekannter Musikstücke in einer einzigartigen Instrumentenkombination.
Das Programm "Rhapsody in Blue" des Blue Chamber Quartets fand schon im Vorfeld Anklang bei dem musikbegeisterten Publikum in Burgwedel. Vor ausverkauftem Haus brillierte das Quartett mit Stücken, die von Ensemblemitglied Thomas Schindl eigens für die ungewöhnliche Besetzung arrangiert wurden.
Schon zu Beginn des hochklassigen Konzertes offenbarte sich mit der Candide Ouverture von Leonard Bernstein die Wandlungsfähigkeit der gewohnten Klänge hin zum Rhythmus mit Finessen, welche besondere Eleganz versprühten. Fünf Stücke aus "Children´s Songs" von Chick Corea zeigten, dass ein Vibraphon (Thoms Schindl) sowohl mit Schlegeln als auch mit dem Bogen gespielt werden kann, und mit Julia Bartha am Klavier und Angelika Siman an der Harfe perfekt harmonierte.
Holger Michalski brillierte am Kontrabass in Astor Piazzolas "Kicho" und bewies im Laufe des Konzertes mit der höheren Stimmung seines Instrumentes, dass dieses es durchaus mit einem Cello aufnehmen kann. Seine Pizzicato- und Percussion-Einlagen am Kontrabass bescheinigten sowohl die Vielseitigkeit seines Könnens als auch seines Instrumentes, das er meisterhaft beherrschte.
Zarte spanische Klänge der goldenen Harfe von Angelika Sima versetzten das Publikum in eine andere Welt. So schienen die Gäste für einen winzigen Augenblick in seeliger Verzückung zu verharren, als die drei Sätze der "Suite Espanola" von Isaac Albeniz erklangen.
Das Programm war mit der "Toccata" von Sergej Prokofjew und dem "Blues for Gilbert" von Mark Glentworth mit einem an Poesie erinnernden Spiel des Vibraphons außergewöhnlich vielfältig. Dem Publikum gefiel es, der lang anhaltende Applaus nach den "Three Dance Portraits" und dem krönenden Abschluss mit George Gershwins "Rhapsody in Blue" machte deutlich, dass eine Zugabe unumgänglich war. Der anschließende Boogie im Siebenertakt entließ die Gäste vom Rhythmus angeregt in den lauschigen Sommerabend.