Bleibt der Klinik-Standort Burgwedel erhalten?

Was soll aus dem Burgwedeler Krankenhaus werden, das sich von der baulichen Seite her nicht im besten Zustand befindet? (Foto: Renate Tiffe)

Einigkeit der Parteien noch vor den offiziellen Entscheidungen

BURGWEDEL (ti). Seit Tagen gibt es Verlautbarungen aus Kreisen von SPD und „Grünen“, die bei der Umsetzung der „Medizinstrategie 2020“ im Nordosten der Region die Standorte Burgwedel und Lehrte favorisieren. „Eine zukunftsfähige Lösung für Lehrte und Großburgwedel ist auf gutem Weg“, schreiben der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Dr. Matthias Miersch, und Silke Gardlo, die Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion in einer gemeinsamen Presseerklärung. Bei den Christdemokraten ist die Sache klar. Sie hatten sich von Anfang an für den Erhalt beider Kliniken eingesetzt.
Die öffentlichen Erklärungen der Parteien und ihre offensichtliche Einigkeit deuten auf einen positiven Ausgang für die beiden Städte hin, noch bevor die offiziellen Entscheidungen gefallen sind. Wie der Sprecher des Regionsklinikums Bernhard Koch mitteilte, tagt am kommenden Montag, den 14. Dezember, der Aufsichtsrat, bei dem der Regionspräsident Hauke Jagau den Vorsitz hat. Bis dahin gelten die vier Varianten, welche zuvor die Geschäftsführung vorgelegt hatte (wir berichteten). Die endgültige Entscheidung werde von der Regionsversammlung getroffen. Sie soll im Januar stattfinden.
Da Rot-Grün in diesem Gremium über die Mehrheit verfügt, scheint die Lösung für Großburgwedel tatsächlich sicher zu sein. Wie Beobachter meinen, sollen bei dem Einlenken der Sozialdemokraten die Kommunalwahlen im kommenden Jahr eine gehörige Rolle mit gespielt haben. Rot-Grün befürchtet den Verlust der Mehrheit.
Hocherfreut über den neuen Stand zeigt sich Burgwedels Bürgermeister Axel Düker. Es sei ganz, „ganz wichtig für Burgwedel“, das Krankenhaus vor Ort zu behalten. In welcher Form das Klinikum zukunftsfähig gemacht werden soll, ob als Umbau oder Neubau, darüber konnte Düker noch nichts sagen.
Es gelte jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren, auch was den Zusammenhalt mit Lehrte betrifft. Dort hat sich der Betriebsrat soeben für eine Schließung ausgesprochen. Allen müsse jedoch bewußt sein, dass es nur um eine Lösung gehen dürfte, die förderfähig sein muss. Bekanntlich finanziere das Land nur nachhaltige Projekte. Für Sanierungen gebe es kein Geld.
Der Vorsitzende der Burgwedeler CDU, Rainer Fredermann, begrüßt die neue Entwicklung. Jetzt komme es auf ein vernünftiges Konzept zur Weiterführung der beiden Krankenhäuser an, forderte er. Vor der Beschlussfassung durch die Regionsversammlung müsse auch der Finanzierungsplan stehen.
Fredermann geht noch weiter. Die Medizinstrategie für die Region müsse neu erarbeitet werden und sich vor allem auch mit den defizitären Bereichen befassen. Das Klinikum Region Hannover müsse endlich auf wirtschaftlich gesunde Füße gestellt werden