Bis zum 19. Dezember liefert aha 30.000 Mülltonnen aus

Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort bei aha zu informieren. (Foto: Renate Tiffe)

Bürger konnten sich bei Info-Veranstaltungen beraten lassen

GROSSBURGWEDEL (ti). Es ist ein logistisches Unternehmen von gigantischen Ausmaßen: bis zum 19. Dezember liefert der Zweckverband Abfallwirtschaft der Region Hannover (aha) an die Haushalte in Burgdorf, Burgwedel, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Uetze und Wedemark 30.000 Mülltonnen aus.
Darüber hinaus besteht weiter die Möglichkeit der Sackabfuhr. In den Kommunen wurde den Bürgern Gelegenheit gegeben, sich bei Infoveranstaltungen persönlich von aha-Mitarbeitern beraten zu lassen – wovon, beispielsweise in Burgwedel, reichlich Gebrauch gemacht wurde.
Die Kunststoffmülltonnen, in den Größenordnungen von 40, über 60, 80 bis hin zu 1100 Litern standen im Rathaus-Foyer aufgereiht, bis zu den größeren Behältern alle gleich aussehend mit den entsprechenden Verkleinerungen innen. Im Sitzungszimmer mit den großen Plakaten von aha herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.
Maik Renneberg, der für die Müllentsorgung zuständige Abteilungsleiter hatte vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgebracht, die den Bürgern ausführlich Rede und Antwort standen, bis hin zu der Absprache an Ort und Stelle nach den besten Möglichkeiten zu suchen. Die meisten Besucher verließen den Saal mit zufriedenen Gesichtern. „Ich muss nicht mit allem einverstanden sein, aber ich habe es jetzt verstanden“, sagte ein älterer Herr. Es waren jedoch nicht nur ältere Mitbürger, die den neuen Anforderungen ratlos gegenüber standen.
Die Fragen gingen um Tonnen- oder Sackabfuhr, wohin mit den Tonnen, was tun bei vierwöchentlicher Leerung, warum ist die Müllabfuhr für mich teurer geworden? Sind die übrigen Müllsäcke im nächsten Jahr noch zu gebrauchen (nein), wohin mit ihnen? Eine weitere Frage beschäftigt die Bürger seit kurzem nach dem OVG-Urteil: wird wieder alles anders im nächsten Jahr?
Die Unsicherheit und die Unzufriedenheit war groß nachdem es bereits Anfang des Jahres Änderungen in der Gebührenordnung und bei der Sackabfuhr gegeben hatte mit der Aussicht auf die Umstellung auf Tonnen Ende 2014. Das hatte schließlich zum Gang vor das Oberverwaltungsgericht geführt.
Maik Renneberg liegt viel daran, die Dinge zu versachlichen. Das Problem von aha sei, das System transparent darzustellen, meint er. Dazu habe diese Veranstaltung in den Kommunen gedient. Durch den persönlichen Dialog könnten könnten viele Mißstände aufgearbeitet werden. Die Schwierigkeit sei, dass das Müllabfuhr-System jetzt anders, schwieriger geworden sei und vielen Anforderungen gerecht werden müsse. Dazu gehört nicht nur die Zusammenführung der unterschiedlichen Entsorgungssysteme der Stadt Hannover und des Umlandes innerhalb der Region. Auch die Gesetzgebung sei in der Zwischenzeit komplizierter geworden, beispielsweise mit dem Wertstoffgesetz.
Zu bedenken sei, dass die Entsorgung des Restmülls nur ein Teil der Abfallbeseitigung ist. Alles andere werde weiter wie bisher abgeholt. Die Einnahmen von aha haben sich nicht verändert. Im Gebührengefüge sei eine andere Verteilung vorgenommen worden. Zu Wort gemeldet hätten sich allerdings nur diejenigen, für die die Entsorgung teurer geworden ist. Was auch zu dem OVG-Urteil geführt habe.
Das Gericht in Lüneburg habe das System genau durchleuchtet und dabei viele Dinge bestätigt, so Renneberg. Dazu gehöre das Mindest-Rest-Abfallvolumen von 10 Liter pro Person und Woche. Gerügt worden sei die zweigeteilte Grundgebühr für Grundstücke und Haushalte. „Daran müssen wir arbeiten und uns uns für eine entscheiden“, resümierte Renneberg.
Wer allerdings dachte, dass sich aha dafür die nötige Zeit lassen könnte, sah sich am vergangenen Wochenende getäuscht. „Aha legt Kalkulation für neue Müllgebühren vor“ hieß es in der Tageszeitung nachdem der Abfallwirtschaftsausschuss getagt hatte. Am 16. Dezember soll die Regionsversammlung über das neue aha-Konzept beraten und gleich mit beschließen, dass es nur für ein Jahr gelten soll.