Bio-Bauern starten in Fuhrberg landesweite Informationskampagne

Sie starteten gemeinsam die Kampagne für Ökolandbau und Naturschutz (v. l.): Harald Gabriel (Bioland Niedersachsen/Bremen), Manuel Pick (Bohlsener Mühle), Andreas Schröder (Biohof Wöhler), Olaf Wilkens (Öko-Korn Nord) und Eva Meyerhoff (vorn, Kompetenzzentrum Ökolandbau). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ein Beitrag von Bettina Garms-Polatschek - Eva Meyerhoff: "Ökolandbau wichtig für die Biodiversität in der Natur"

BURGWEDEL/FUHRBERG (bgp). "Der Ökolandbau spielt eine große Rolle im Naturschutz und leistet damit einen Beitrag für die Allgemeinheit", sagt Andreas Schröder vom Biohof Wöhler. Um diesen Zusammenhang in der Öffentlichkeit deutlicher zu präsentieren, startete in Fuhrberg eine niedersachsenweite Informationskampagne der Bio-Bauern.
Vertreter unterschiedlicher Bio-Anbau-Verbände und des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen trafen sich auf dem Biohof Wöhler, um zum Auftakt der Kampagne die eigens dazu entworfenen Informationstafeln an den Flächen des Fuhrberger Betriebes aufzustellen.
Die Tafeln wurden im Rahmen eines gemeinsamen Naturschutzprojektes entwickelt, an dem neben dem Kompetenzzentrum auch die Bohlsener Mühle, die Erzeugergemeinschaft Öko-Korn Nord und Bioland Niedersachsen beteiligt sind.
Die wetterfesten Bildtafeln geben mit kurzen Texten Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen hoher Artenvielfalt und Ökolandbau ebenso wie über dessen positive Wirkung auf den Boden- und Trinkwasserschutz.
Insgesamt 80 Bioland-Betriebe in Niedersachsen beteiligen sich an der neuen Informationskampagne. Sie werden im Laufe der nächsten zwei Wochen einen Satz mit neun verschiedenen Tafeln an exponierten Ökolandbau-Flächen ihrer Betriebe aufstellen.
Ein QR-Code auf den Schautafeln, welcher sich mit einem Mobiltelefon einlesen lässt, bietet weitergehende Informationen. Manche Betriebe haben Tafeln mit einem weiteren Code, der zu den Internetseiten des jeweiligen Biohofes führt.
"Ökolandbau ist ein Mehrwert, der in der Kommunikation bisher keine Rolle gespielt hat", schilderte Eva Meyerhoff vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen die Motivation zu der Kampagne. Die Verbraucher seien bereit, für Bioerzeugnisse mehr Geld auszugeben, täten dieses jedoch in erster Linie, weil sie gesundheitsbewusst leben möchten, so Andreas Schröder. Wie viel mehr Nutzen des Ökolandbaus für die Allgemeinheit dahinter stünde, sei vielen noch nicht bewusst, betonte er.
Wissenschaftlich untermauert sei dieses mit Studien in Deutschland und im europäischen Ausland, die nachweislich eine fünffach höhere Hasenpopulation ergeben hätten, so Eva Meyerhoff. Die Zahl der Feldvögel und Insekten sowie unterschiedlicher Beikräuter sei auf den Ökolandbau-Flächen gegenüber konventionell bewirtschafteten Flächen weitaus höher.
Diese Bedingungen würden in das ökologisch orientierte Wirtschaftskonzept mit einbezogen werden, da Biodiversität ausdrücklich erwünscht sei, sagte sie im Hinblick auf Pflanzen, die in der konventionellen Landwirtschaft als "Unkraut" bezeichnet werden.
"Ökolandbau ist die beste Symbiose für sauberes Trinkwasser und gute Bodenqualität" ist Schröder überzeugt, denn seine landwirtschaftlichen Flächen liegen zu 100 Prozent im Trinkwasserschutzgebiet Fuhrberger Feld.
Manuel Pick, Geschäftsführer der Bohlsener Mühle, die sich der Verarbeitung von Bio-Getreide mit eigener Bäckerei verschrieben hat, sieht etablierte Anbauweisen mit synthetischer Düngung und Pflanzenschutz auch kritisch: "Die konventionelle Landwirtschaft erzeugt jeden Tag neue Probleme, der Ökolandbau löst Probleme". Er wünsche sich, dass die gesamtgesellschaftliche Leistung des Ökolandbaus mehr im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werde.
Der erste Schritt dazu ist nun getan, bei einem Spaziergang können Interessierte die Tafeln in der Landschaft entdecken. Eine dazugehörige Broschüre, die in den Biobetrieben ausliegt, soll den Verbrauchern die Vorteile für den Naturschutz durch Ökolandbau noch ausführlicher vermitteln.
Basis des Informationsmaterials sind 320 Studien, die als wissenschaftliche Belege herangezogen wurden. Weitere Informationen und ein Download der Broschüre sind auf den Webseiten des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen unter www.oeko-komp.de aufgeführt.