BI kritisiert Unterbringung von Flüchtlingen in Containern

Petra Hobbie (l.) überreichte die Petition der Flüchtlingshilfe Fuhrberg an den Burgwedeler Bürgermeister Axel Düker. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Flüchtlingshilfe Fuhrberg überreicht Petition an Bürgermeister Düker

FUHRBERG (bgp). Der Plan der Stadtverwaltung Burgwedel, Flüchtlinge am östlichen Rand von Fuhrberg in Wohncontainern unterzubringen, sorgt weiterhin für Unruhe im Ort. Die Bürgerinitiative Fuhrberger Flüchtlingshilfe sieht Probleme bei der Integration der Bewohner und hat Bedenken wegen der Nähe zur örtlichen Kläranlage, der angrenzenden Biogasanlage und einem Schweinemaststall.
Die Fuhrberger Flüchtlingshilfe hatte am Mittwoch Burgwedeler Bürger und Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Ratsfraktionen zur Versammlung in das ev. Gemeindehaus eingeladen.
Petra Hobbie von der Flüchtlingshilfe Fuhrberg überreichte eine Petition an Bürgermeister Axel Düker, in der rund sechshundert Personen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohncontainern am Ortsrand von Fuhrberg unterzeichnet hatten. Sie wünschten sich bessere und nachhaltigere Unterkünfte für die geflüchteten Personen.
In einer gut zwei Stunden dauernden Erörterung eines Fragenkatalogs, welcher den geladenen Vertretern der Stadt im Vorfeld von der Flüchtlingshilfe zugegangen war, erfuhren die Bürger Bedenken der Gegner ebenso wie die Motivation der Stadtverwaltung, die zur Errichtung der Wohnmodule am Ortsrand geführt hatte. Die Bürgerinitiative aus ortsansässigen ehrenamtlich engagierten Helfern kritisierte mangelnde Möglichkeiten der Integration, fehlende Transparenz bezüglich baulicher Maßnahmen, des Sicherheitskonzeptes und der Vertragsgestaltung.
Längere Wege in den Ort sowie der Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet, von dem rund 6000 Quadratmeter verloren gingen, wurden ebenfalls als Kritikpunkte vorgebracht. Außerdem berge die räumliche Nähe zum Quartier von Erntehelfern eines landwirtschaftlichen Betriebes Konfliktpotential in sich.
Bürgermeister Düker machte deutlich, dass die Unterbringung in Containern lediglich für einen kürzeren Zeitraum vorgesehen sei und Kapazitäten vorgehalten werden müssten. Bezüglich der Aufenthaltsdauer formulierte er klar: „Wir gehen hier nicht von einer Jahresfrist aus“.
Das Bestreben der Stadt sei es, die Menschen so schnell wie möglich in Wohnungen unterzubringen. Allein über städtische Immobilien und Grundstücke sowie Anmietungen auf dem privaten Wohnungsmarkt sei die Unterbringung der Flüchtlinge jedoch nicht so schnell zu leisten: „Der Container ist immer noch besser als eine Turnhalle oder ein Baumarkt“, so Düker. Einigkeit herrschte indes über den Grundsatz, dass die Menschen gut aufgenommen und integriert werden müssten. Ratsherr Heinz Visel (Bündnis 90/Die Grünen) entließ die Bürgerversammlung mit den Worten: „Alle geben sich große Mühe. Lassen Sie es uns gemeinsam probieren“.