Besucherandrang bei der Vernissage des Künstlers Frank Popp

Puppen und Köpfe aus verschiedenen Materialien faszinierten die Besucher der Vernissage. Einige der Objekte wurden mit technischen Raffinessen ergänzt. (Foto: Anna Kentrath)
 
Die Kunstinteressierten hatten die Möglichkeit sich im Kunstwerk Frank Popps zu verewigen und einen Vermerk in seinem Katalog für ihn zu hinterlassen, der natürlich zu einem weiteren Kunst-Objekt wird. (Foto: Anna Kentrath)

Führung und Lesung am 25. November im Rathaus

GROSSBURGWEDEL (ak). Mit seinem Blick für das Besondere im Alltäglichen, Vergessenen, Weggeworfenen begeisterte vergangenen Samstagabend der Künstler Frank Popp bei seiner Vernissage der Ausstellung „retrospektive – und neue arbeiten“ des kunstervereins burgwedel/isernhagen art club im Rathaus der Stadt Burgwedel. Dicht an dicht standen die Kunstinteressierten fasziniert vor den Objekten, Collagen und Fotografien, einem Querschnitt aus der Fülle der Arbeiten des emeritierten Professors der Fachhochschule Kunst und Design Hannover.
Einen Einstieg in die Ausstellung bot die Einführung des Kunstkritikers Michael Stoeger, der, wie er selbst betonte, tief in die Arbeit Frank Popps eingetaucht sei. Das „Phänomen des Sammeln“, das in den Kunstwerken allgegenwärtig ist, sei nicht zu verwechseln mit einer Gleichsetzung Frank Popps als Sammler. Es ginge dem Künstler nicht um den „Selbstzweck“ des Sammelns, sondern vielmehr darum, das gesammelte in neue Zusammenhänge zu bringen, „einer Wandlung zu unterziehen“, so Michael Stoeger in seinen Ausführungen.
Anders als Kurt Schwitters, mit dem der Künstler gern verglichen werde, bringe Frank Popp immer etwas von sich in die Objekte mit ein. Er habe das „Bedürfnis Spuren zu hinterlassen“ verdeutlichte der Kunstkritiker in seiner Einführung. In seinem Katalog bezeichnet sich Frank Popp als „überzeugter Egomane“, findet aber immer einen Weg der Kommunikation mit dem Betrachter seiner Kunst. Popp stellt Verbindungen der eigenen Spuren mit denen der Schauenden her. Ein Beispiel für diese Verknüpfung sind die „Protokolle und Capriccios“ eine Form von selektivem Tagebuch. Fast täglich produzierte Frank Popp auf einem DIN A 4 Format eine Kombination aus Notizen, Collagen und Skizzenblättern mit persönlichen Anmerkungen aber auch Anmerkungen zum Weltgeschehen.
Der Besucher fühlte sich erinnert, persönlich teils emotional berührt von den einzelnen Komponenten der Objekte Frank Popps. Einige Kunstwerke forderten den Besucher auf sich aktiv einzubringen. Der „Aeronaut III“, die Holzskulptur eines Kopfes mit einem elektromechanischen Mechanismus musste durch ein Fußpedal in Gang gesetzt werden, um eine Konstruktion aus Federn um den Kopf schweben zu lassen. Einen Höhepunkt der Verknüpfung vom Privaten des Künstlers mit dem Persönlichen des Besuchers bot sich in der besonderen Form des Gästebuches. Die Kunstinteressierten konnten in einem der Kataloge Frank Popps persönliche Eintragungen, Anmerkungen oder auch Bewertungen vornehmen und so zu einer weiteren Arbeit des Künstlers werden. Die Wirklichkeitsebene der abgebildeten und kommentierten Kunstwerke traf hier auf die Realitätsebene der Vernissage, der persönlichen Wirkung der Kunst auf den Betrachter und der entsprechenden Reflexion des Einzelnen darüber.
Die Besucher ließen sich von Frank Popps Kunst-Gespür faszinieren, das Besondere im Alltäglichen für den Betrachter sichtbar zu machen. Neben den Objekten im Rathaus wartete noch ein 2. Teil der Vernissage in der Volksbank Burgwedel mit einem kulinarischen Empfang auf die Kunstinteressierten. Darüber hinaus lädt Frank Popp am 25. November um 18.00 Uhr zu einer Führung und Lesung ins Rathaus der Stadt Burgwedel. Die Ausstellung endet am 22. Dezember um 11.00 Uhr mit einem Popp-art-Basar im Rathaus, der die Möglichkeit bietet, kleinere Objekte des Künstlers zu erwerben. Wer einen Einblick in das Arbeiten des Künstlers bekommen möchte kann am Donnerstag den 9.12. um 11.00 Uhr den Künstler in seinem Atelier in Hannover nach vorheriger Anmeldung unter Tel. 05136/972 63 74 oder per eMail unter info@kunstverein-bwi.de besuchen.