Berührendes Konzert zum Gedenken an Ulrich Meyer

Der Oratorienchor Burgwedel sang Meisterwerke der Hochromantik unter der Leitung von Martin Lüssenhop. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Oratorienchor Burgwedel sang Meisterwerke der Hochromantik

GROSSBURGWEDEL (bgp). Das Herbstkonzert des Oratorienchors Burgwedel sorgte am vergangenen Sonntag für großen Zustrom in der St. Paulus Kirche. Alle Plätze waren besetzt, als der Chor unter Leitung von Martin Lüssenhop zu drei Motetten von Felix Mendelssohn Bartholdy anhob.
Die drei Stücke "Nunc Dimittis", "Jubilate Deo" und "Magnificat" schuf der Komponist 1847, in Anlehnung an die chorische Tradition der anglikanischen Gottesdienste, welche er auf seinen Englandreisen kennengelernt hatte. Die verwendeten Texte entstammen der Bibel. Ebenso wie diese Stücke ist auch das vorgetragene Chorwerk von Moritz Hauptmann der Hochromantik zuzurechnen.
Viele Zuschauer hörten nicht nur zu, sondern verfolgten das Konzert anhand der Texte aus dem Programmheft, welches vorher von einer selbstbewussten Schülerin gegen eine Spende angeboten wurde.
Nach den drei Gesangsstücken verließen die Sängerinnen und Sänger den Altarraum und sangen im hinteren Teil der Kirche im Wechsel mit dem Orgelspiel von Martin Lüssenhop das "Magnificat Primi Toni" von Dietrich Buxtehude.
Das Orgelwerk entstammt jedoch nicht der Romantik, sondern der Epoche des Barock. Der Oratorienchor hatte dieses in Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ulrich Meyer, dessen Ehefrau seit vielen Jahren dem Chor angehört, einstudiert. Der Gesang schaffte im harmonischen Wechselspiel mit den ätherischen Klängen der Orgel eine besondere Atmosphäre, die das Publikum in der Kirche für eine Weile entrückte.
Das Konzert wurde mit der „Messe in F-Moll" des Komponisten und Thomaskantors Moritz Hauptmann beschlossen. Das vierstimmige A-Capella-Werk begeisterte mit starken wohl akzentuierten Stimmen der Chorsängerinnen- und Sänger, die sich nach dem himmlischen Konzert über reichen irdischen Applaus freuen konnten.