„Beratungsstelle Pflege“ nimmt ihre Arbeit auf

Sie bieten Unterstützung in der „Beratungsstelle Pflege“ an (v.l.): Birgit Fickinga, Wolfgang Hillrichs, Christiane Concilio, Thomas von Hebel, Elke Coordes und Elisabeth Geib-Kayser. (Foto: Renate Tiffe)

Besonderes Angebot der Stadt in der Seniorenbegegnungsstätte

GROSSBURGWEDEL (ti). Zusätzlich zum Pflegestützpunkt der Region in Burgdorf hat die Stadt Burgwedel jetzt in der Seniorenbegegnungsstätte an der Gartenstraße die „Beratungsstelle Pflege“ eingerichtet. In einer Informationsveranstaltung stellten sich die Kräfte vor, die künftig Ansprechpartner für Ratsuchende sein wollen.
Was tun, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird oder die Familie mit der Pflege überfordert ist? Der Beratungsbedarf ist groß. Das Problem wurde von Seiten des Staates und der Krankenkassen erkannt. Sogenannte Pflegestützpunkte sollen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Um die Wege zu verkürzen und schnell reagieren zu können, ist ergänzend die „Beratungsstelle Pflege“ in Burgwedel ins Leben gerufen worden – zumal es in der Seniorenbegegnungsstätte schon gute Voraussetzungen dafür gab.
Neu ist neben dem erweiterten Beratungs- und Kontaktangebot die engere Verbindung mit den zuständigen Stellen im Rathaus. Die Beratung geschieht neutral, kostenlos und vertraulich.
Ein Flyer, der in der SBS, im Rathaus, in den Apotheken und Arztpraxen ausliegt, gibt Auskunft über die Unterstützungsmöglichkeiten im einzelnen, beispielsweise zur Beantragung einer Pflegestufe und welche Entlastungsmöglichkeiten es für Angehörige gibt. Für denjenigen, der mit Fragen und Anliegen komme, lasse sich gemeinsam viel für die nächsten Schritte klären, betonte Elke Coordes, die Leiterin der Begegnungsstätte. Hilfreich wären vorher telefonische Kontakte für die Vorbereitung und die Vernetzung mit den Einrichtungen vor Ort, ergänzte ihre Stellvertreterin Elisabeth Geib-Kayser. Sie wies auch auf das zusätzliche Informationsangebot über Pflegedienste und Pflegeheime, auf eine Alltagsunterstützung und Hilfsmittel hin.
Ansprechpartnerin im Rathaus für staatliche Hilfen zur Pflege ist Birgit Fickinga und Thomas von Hebel ist für die Grundsicherung zuständig. Sie sind Mitarbeiter des Amtes für Familie, Bildung und Soziales und arbeiten eng mit der Beratungsstelle zusammen. Die derzeit kommissarische Bürgermeisterin Christiane Concilio appellierte an die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer – und nicht nur an sie - sich an diese Ansprechpartner zu wenden. Es gebe viele Möglichkeiten vor Ort. Bei der Grundsicherung kämen viele Anspruchsberechtigte nicht zum Amt, weil sie Belastungen für die Kinder fürchten. Die treten jedoch erst bei einem Jahresmindesteinkommen von 100.000 Euro ein.
Um möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, ist oft eine „Wohnanpassung“ nach den aktuellen oder evtl. künftigen Bedürfnissen nötig. Seit den Wohnwinkelzeiten bietet in diesem Bereich Wolfgang Hillrichs von der Stadtverwaltung Beratung und Unterstützung an. Er kommt auch ins Haus, rät zu nötigen Umbaumaßnahmen und Ausstattungsveränderungen wie auch zu den Finanzierungsmöglichkeiten („Sie können auch die Maßnahmen splitten“) und weiß Bescheid über Wohnalternativen vor Ort.
„Was kann ich tun, wenn das alles mich noch nicht betrifft“, fragte ein Zuhörer am Ende. Sie können das Thema in der Familie ansprechen, für eine Patientenverfügung o.a. sorgen, meinte Birgit Fickinga. Für Alleinstehende empfehle es sich, eine Person des Vertrauens zu finden und Dinge zu hinterlegen. Familien sind im Ernstfall oft überfordert, weiß die Sozialamtsmitarbeiterin aus Erfahrung.