Beeindruckende Leistungsschau

Die Gemeinschaftsgruppe der Jugendfeuerwehren aus Wettmar und Thönse arbeitete ruhig und konzentriert zusammen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Kleinlöschmeister hatten ihr Fahrzeug für die jüngsten Gäste mitgebracht. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ortswehren präsentierten ihr Können beim Stadtfeuerwehrtag in Oldhorst

OLDHORST (bgp). Der diesjährige Burgwedeler Stadtfeuerwehrtag fand in der Nachbarschaft der Oldhorster Jubiläumsfeierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen statt.
Für die Gäste bedeutete dieses kurze Wege zwischen Jubiläum und der großen Leistungsschau der Feuerwehren, welche vor einem sehr interessierten Publikum Lösch- und Rettungsübungen durchführten. Vier Gruppen aus fünf Jugendfeuerwehren lieferten sich auf der grünen Wiese spannende Wettkämpfe, bei denen praktische Löschübungen mit einem hohen feuerwehrtechnischen Anteil gefordert waren.
Unter den wachsamen Augen der Richter kuppelten die jungen Kameradinnen und Kameraden Rohre und Schläuche an, um eine Löschübung aufzubauen. Dabei ging es erstaunlich ruhig zu, die Zusammenarbeit der Jugendlichen war bestimmt von hoher Konzentration und professioneller Ausführung der Aufgaben, die auf Bundesebene in entsprechenden Richtlinien geregelt sind.
Selbst eine Leiterwand oder die hölzerne Hürde meisterten die Teilnehmer mit jugendlicher Leichtigkeit ebenso wie den Kriechtunnel, durch welchen sie den Schlauch verlegen mussten. Am Ende standen die Punktzahlen und somit die Sieger fest. Die Fuhrberger Jugendfeuerwehr erlangte mit 911,7 Punkten den ersten Platz, dicht gefolgt von der Jugendfeuerwehr Engensen mit 910,0 Punkten.
Die Gruppe aus Großburgwedel erkämpfte sich mit 902,7 Punkten den dritten Platz. Die Gemeinschaftsgruppe aus Wettmar und Thönse hatte vor dem Wettkampf nur einmal Gelegenheit zum gemeinsamen Üben und brachte es auf den vierten Platz mit der beachtlichen Leistung von 825,5 Punkten.
Großes Können demonstrierten auch die aktiven Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehren. Neunzehn Einsatzkräfte der Feuerwehr Großburgwedel zeigten die Bergung eines verunglückten Forstarbeiters, in diesem Fall eine Puppe, die unter einem Baumstamm lag sowie die Rettung eines Treckerfahrers, der in einem Frontladerkorb festsaß.
Die Engensener Wehr bewies mit Brandbekämpfung und der Rettung einer Frau von einem Balkon ihr Können, während die Fuhrberger Feuerwehr in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Kleinburgwedel einen verunfallten PKW mit zwei vermeintlich verletzten Insassen vorbereitet hatte. Moderatorin Franciska Wölki-Schumacher stellte fundierte Fragen an die Ortsbrandmeister aus Fuhrberg und Kleinburgwedel, welche am Mikrofon die Vorgehensweise der Rettungskräfte genau erläuterten.
So konnten die Zuschauer live verfolgen, wie die Einsatzkräfte den PKW von außen mit Keilen stabilisierten und die Glasscheiben mit Klebeband versahen. Die Insassen bekamen jeweils einen Helm mit Visier aufgesetzt und wurden mit Planen abgedeckt, damit sie beim Öffnen der Seitenscheiben nicht mit Glassplittern übersät wurden. Um die verklemmte Beifahrertür zu öffnen, verwendete die Feuerwehr außerdem Spreizer und Schere, welche an strategisch günstigen Stellen der Karosserie sorgsam angesetzt wurden.
Marc Otte, Ortsbrandmeister in Fuhrberg, wies während der Übung darauf hin, dass stets mit großer Besonnenheit und Ruhe vorgegangen werden müsse, um die verletzten Insassen nicht in Panik zu versetzen. Im Einsatz müsse die Lage ständig besprochen und neu bewertet werden, um die notwendigen Maßnahmen in enger Absprache mit dem anwesenden Notarzt durchzuführen. Nach dem Einsatz werde besprochen, was gut gelaufen sei und welche Punkte man noch verbessern könne.
Stadtbrandmeister Ingo Motl zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Aktiven und richtete sein Lob auch an die Jungen und Mädchen aus der Jugendfeuerwehr: „Das ist ein starkes Signal für die Nachwuchsarbeit“, betonte er. Auch im Hinblick auf den Ausbildungsstandard der Aktiven und die feuerwehrtechnische Ausrüstung habe sich gezeigt, dass die Stadtfeuerwehr sehr gut aufgestellt sei, fasste Motl zusammen. Das Interesse der Zuschauer und der reichliche Applaus bestätigten die positive öffentliche Resonanz auf den Stadtfeuerwehrtag. Beifall für die gute Arbeit der Wehren gab es auch von den „Opfern“, die sich für die Übungseinsätze zur Verfügung gestellt hatten.