Bedri Özdemir ruft zu Spenden für Yeziden auf

Ansprechpartner für die Notlage der Yeziden: der Europa-Abgeordnete Bernd Lange und SPD-Ratsmitglied Bedri Özdemir. (Foto: Renate Tiffe)

„Die Lage spitzt sich zu, wenn der Winter kommt“

GROSSBURGWEDEL (ti). Die Lage von hunderttausenden von Menschen, die vor den Grausamkeiten der IS-Kämpfer aus dem Nordirak und Syrien flüchten, spitzt sich zu, wenn der Winter kommt.
Besonders betroffen sind die kurdischen Yeziden. Bedri Özdemir, SPD-Ratsherr in Burgwedel, selbst Yezide, nutzte die Anwesenheit des Europa-Abgeordneten Bernd Lange vor Ort, um das Gespräch darauf zu richten. Zugleich rief er zu weiteren Spenden auf.
Lange ist erst vor zwei Wochen aus dem Nordirak zurückgekehrt. Er gehört dem Aufsichtsrat des „European Technology and Training Center“ an, das eine Außenstelle in der Stadt Erbil unterhält. Dort habe sich die Situation dramatisch verändert, erklärte er.
Die 5,5 Millionen Kurden im Norden des Irak sind damit konfrontiert, mehr als eine Million Flüchtlinge zu versorgen, Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, die dicht gedrängt in Zelten hausen. Mit Worten wie „unglaublich“, „unvorstellbar“ schilderte der Europa-Abgeordnete die Verhältnisse, welche die kurdische Regionalregierung absolut überfordern. Die oben genannte Organisation rufe ihrerseits zu Spenden auf, um u.a. das deutsche Technische Hilfswerk in seiner Arbeit zu unterstützen. Lange bestätigte, dass die Yeziden am stärksten vom IS bedroht sind.
Bedri Özdemir, durch Verwandte und Freunde persönlich stark betroffen von der Not seiner Landsleute, unterhält laufend Kontakte zu ihnen. Er berichtete von 7.000 Zivilisten, die in den Bergen eingekesselt sind, und bisher vergeblich auf einen Korridor in den Irak hoffen. Nur einmal in der Woche werden sie von einem Helikopter aus versorgt.
An die Ehre des Volkes gehe die Gefangennahme von 3000 Frauen, die IS als Sklaven verkaufen will. Das sei das Schlimmste, sagte Özdemir. Er appellierte an das EU-Parlament, sich vor allem für die Frauen einzusetzen. Lange betonte, dass es um die Versorgung der Flüchtlinge gehe. Die Solidarität sei da, aber sie reiche nicht aus. Noch einmal sei der Topf für Soforthilfe von Brüssel, wie auch von Deutschland, weiter aufgefüllt worden.
In Hannover, Celle und Burgdorf gebe es Vereine, die Spenden für die Yeziden sammeln und auch Wege finden für sichere Transporte an die richtigen Stellen, sagte Özdemir. Unterdessen startet er selbst erneut einen Spenden-Aufruf in Burgwedel. Gebraucht werden neben Medikamenten vor allem warme Kleidung und Decken. Auch Geld sei nötig, weil die Transporte teuer sind. Alles weitere teilt er mit unter der Telefonnummer: 05139-698297, Handy: 0171698688. - Schon einmal hatte Özdemir im Sommer um Spenden geworben. Er sei bewegt gewesen über die Hilfsbereitschaft vor Ort, bekannte er.