Bebauungsplan „Südlicher Grashof“ wird vom Ortsrat abgelehnt

Auf dem stadteigenen Grundstück zwischen Kiebitzweg und Grashof sollen je nach Bedarf acht Doppelhäuser für die Unterbringung von Flüchtlingen gebaut werden. Die reaktivierte Unterkunft aus den neunziger Jahren liegt in dem Areal des geplanten Baugebietes „Südlicher Grashof. Sie steht als Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung, die in naher Zukunft in das Stadtgebiet kommen werden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Dorfcharakter der Bebauung in Engensen soll erhalten bleiben

ENGENSEN (bgp). Die Stadt Burgwedel plant, schrittweise bis zu acht Doppelhäuser auf der stadteigenen Fläche zwischen Grashof und Kiebitzweg in der Ortschaft Engensen zu errichten. Die Häuser in Massivbauweise sollen zunächst als Wohnraum für Flüchtlinge dienen, später sollen die Objekte vermietet oder verkauft werden.
Der Ortsrat steht dem vorgelegten Plan „Südlicher Grashof“, welcher die Bebauung des Grundstückes nahe der reaktivierten Flüchtlingsunterkunft am Kiebitzweg regeln soll, kritisch gegenüber. Friedhelm Stein (WEB) und Fritz Papenberg (CDU) informierten die Bürger in der Sitzung am vergangenen Dienstag und präsentierten eine Stellungnahme zum Thema. Nach Ansicht des Ortsrates sei die Bebauung auf zu kleinen Grundstücken übermäßig dicht geplant. Die vorgesehenen Standardhäuser in Massivbauweise würden demzufolge nicht in das Ortsbild passen und „für immer ein Fremdkörper sein“. Um die geplante Nachnutzung mit Vermietung oder Veräußerung zu begünstigen, seien außerdem zwei PKW-Parkplätze für jede Doppelhaushälfte erforderlich, da dieses im Ort üblich sei. Ein Autostellplatz sei zu wenig.
In der Stellungnahme vom Ortsrat äußerten die Verfasser auch Bedenken, das „schöne Baugebiet“ der mittfelfristigen Unterbringung von Flüchtlingen zu opfern. Die Bauleitplanung sieht jedoch nur eine Anhörung der Ortsräte vor, die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan „Südlicher Grashof“ endet am 8. März. Eine Entscheidung steht zwar noch nicht endgültig fest, die Baugenehmigung für das erste Doppelhaus unmittelbar am Kiebitzweg wurde jedoch aufgrund einer Sonderregelung für Flüchtlingsunterkünfte bereits ohne B-Plan genehmigt, so Christian Möhring, Leiter des Amtes für Finanzen und Gebäudewirtschaft.
Die Stadt Burgwedel benötigt dringend mehr Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen, da der Markt weitgehend ausgeschöpft ist. Die Planung geht daher über die aktuellen Erfordernisse hinaus, denn mit dem Objekt soll vermehrt bezahlbarer Wohnraum in kleineren Einheiten geschaffen werden. Wenn die Doppelhäuser nach der Nutzung durch Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt erscheinen, sollen sie den Bedürfnissen von finanziell weniger gut gestellten Senioren, Einzelpersonen und kleineren Familien gerecht werden.