B-Plan-Entwurf geht an den Bedürfnissen der Anlieger vorbei

Keine leichte Aufgabe für den Ausschuss für Planung und Tiefbau am Dienstagabend. Es war klar, dass die vorgesehenen Änderungen des B-Plans für den Würmsee bei den Anliegern nicht auf Gegenliebe stoßen würden.
 
Um zu zeigen, dass das Dauerwohnrecht am Würmsee für viele Anlieger der einzig mögliche Lösungsweg ist, erhoben sich diese von den Plätzen.

Dauerwohnrecht am Würmsee wird zur zentralen Forderung

BURGWEDEL (hhs). Der Ausschuss für Planung und Tiefbau der Stadt Burgwedel hatte am Dienstagabend eine wirklich schwierige Aufgabe abzuarbeiten: Die anstehende Änderung des Bebauungsplans für die Würmseesiedlung musste auf den Weg gebracht werden. Über deren Inhalte haben die Burgwedeler Nachrichten in der vergangenen Woche ausführlich berichtet. Es war klar, dass der von der Stadt Burgwedel erarbeitete Veränderungsvorschlag, und um es vorweg zu sagen: es ist zunächst nur ein Veränderungsvorschlag und nicht die endgültige Lösung- keinesfalls auf übermäßige Zuneigung bei den Einwohnerinnen und Einwohnern stieß. Die etwa 40 Betroffenen, die den Weg zum neuen Amtshof auf sich genommen hatten, machten das im Verlauf unmissverständlich und auf beeindruckende Weise klar.
Der Tagesordnungspunkt beinhaltete die Beschlüsse über den Planentwurf und über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Das war ohne große Diskussion schnell beschlossen. Allein Torsten Rieckenberg von der CDU ergriff dazu das Wort und erklärte, seine Partei werde der Änderung zustimmen. Weitere Wortmeldungen dazu gab es nicht. Das verwunderte schon etwas, zumal es bei den Tagesordnungspunkten zu den anderen Themen eigentlich immer Gesprächsbedarf bei allen Ausschussmitgliedern gegeben hatte. Die Abstimmung beider Punkte war einstimmig.
„Das tut uns unheimlich leid. Das ist und bleibt ein Wochenendhausgebiet“, hatte der Ausschussvorsitzende Jürgen Schodder den Tagesordnungspunkt eingeleitet und damit das ganz persönliche Dilemma jedes Ausschussmitglied auf den Punkt gebracht: Der Kernpunkt der Änderung des B-Plans ist die Beibehaltung der Ausweisung als Wochenendhausgebiet und damit der Ausschluss des Dauerwohnens. So, wie die Änderung nun vorliegt, wird sie von der Region Hannover als Bauaufsichtsbehörde akzeptiert werden. Das sind nun allerdings Rahmenbedingungen geworden, die eine sinnvolle Diskussion der tatsächlichen Bedürfnisse der Anlieger des Würmsees nahezu unmöglich macht. Da nützte es auch nichts, dass Jürgen Schodder die Anwesenden aufforderte, sich mit ihren Wünschen in das Beteiligungsverfahren der Öffentlichkeit einzubringen.
In der Bürgerfragestunde zum Schluss des öffentlichen Teils der Sitzung meldeten sich die betroffenen Würmsee-Anlieger zu Wort: Die Änderung nütze nichts, wenn man am Würmsee nicht dauerhaft wohnen dürfe. Viele der Anlieger haben ihre Häuser dort mit Krediten finanziert. Dies müssten schließlich weiter bedient werden, auch wenn man dort ausziehen müsste. „Ein weiterer Wohnsitz ist dann nicht mehr drin“, brachte es ein Besucher auf den Punkt. Er befürchtete, dass viele in dieser Situation auf Sozialhilfe angewiesen sein werden. „Das Geld, dass wir bislang in unsere Häuser und Grundstücke hinein gesteckt haben, ist aus dem Fenster geworfen, wenn wir dort nicht dauerhaft wohnen dürfen“, sagte ein anderer. „Ein Dauerwohngebiet wäre fairer“. Nur so könnten die Verluste in Grenzen gehalten werden, weil schließlich für einige auch noch der Rückbau anstehe. „Wirtschaftlich haben wir keine Wahl. Die jetzige Situation ist für uns ein Desaster“. Die Nachfrage nach dem Dauerwohnrecht am Würmsee sei groß, sagte er. Um diese Aussage zu unterstreichen, erhoben sich viele der anwesenden Anlieger.
Eine Anliegerin wollte wissen, ob man bei der B-Plan Änderung für den Würmsee nicht so verfahren könne, wie vor Jahren beim Lahberg in der Ortschaft Engensen. Dort sei Wochenendhauswohnen und Dauerwohnen nebeneinander geregelt worden. Dem erteilte Bauamtsleiter Niclas Gutzler eine Absage. Am Lahberg sei die Entwicklung anders verlaufen als am Würmsee. Deswegen sei man in der Änderung des B-Plans für den Würmsee auch zu einem anderen Ergebnis gekommen. „Arbeiten Sie bitte im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit mit an dem Entwurf“, forderte er die Anwesenden auf. Außerdem gab er zu bedenken, dass viele der Würmseeanwohner mit den Folgekosten überfordert wären, würde man dort das Dauerwohnen erlauben. Das ganze Dilemma an diesem Abend wurde deutlich, als ein eher jüngerer Würmseeanwohner fragte: „Sagen Sie mir bitte, was müsste ich für Argumente bringen, damit wir zu einem anderen Ergebnis im B-Plan kommen. Nennen Sie mir bitte die Beurteilungskriterien“. Eine Antwort erhielt er darauf nicht.