Außenseiter besiegt die Konkurrenz beim Großer Preis

Andreas Kempf und seine Sachsen-Anhaltiner Stute Cora bewältigen den Parcours im Stechen als einzige fehlerlos. Der Reiter ist Amateur und er bezeichnet sich selbst als Hobbyreiter. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Letztes Hindernis im Stechen für die Favoritin Eva Bitter und ihre Stute Caresse. Hier war die Welt für beide noch in Ordnung, eine hundertstel Sekunde später poltert die Stange hinter ihnen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Isabell Werth beherrscht auch 2013 die Dressurwettbewerbe

ISERNHAGEN H.B. (hhs). Die vier einzigartigen Tage in Isernhagen H.B. sind vorüber. Der Grand Prix de Dressage und die Grand Prix Kür sind geritten. Hier gab es kaum Überraschungen: Vorjahressiegerin Isabell Werth siegte wie schon 2012 in beiden Wettbewerben, in diesem Jahr mit ihrem zwölfjährigen Braunen „Der Stern“.
In der Dressur gab es aber dennoch eine kleine, aber feine Überraschung: Die Mannschaftskür der Klasse M bei gewann die Mannschaft des Bezirkspferdesportverbands Hannover Süd. Die drei Richter zogen dreimal die 18 für den Auftritt des Teams Wolfhard Witte (RFV Hänigsen), Leonie Bramall (RuF Isernhagen), Thomas Scholz (Hannover) und Iris Scheminowski (RV Linderte). Soviel Einigkeit im Urteil findet man selten beim Dressursport.
Ganz anders die Situation beim Großen Preis, dem S***-Springen. Hier fehlten in diesem Jahr die ganz großen Namen des Springsports, Ludger Beerbaum war zwar im vor Ort, aber nicht als Aktiver, sondern als Mitglied der Kommission, die am Ende den Siegespreis, das goldene Pferd von Isernhagen mit übergeben sollte. Der Parcours war knapp 450 Meter lang, umfasste zwölf Sprünge, höchste Höhe 1,55 Meter.
37 Reiterinnen und Reiter hatten sich gemeldet, alle 37 gingen über den Parcours, wie nicht anders zu erwarten war, mit unterschiedlichem Erfolg. Sieben Reiterinnen und Reiter blieben fehlerfrei und ohne Strafpunkte wegen Zeitüberschreitung. Alle sieben, Henrik von Eckermann auf Toulouse, Cara-Luisa Bolik auf Alina, Gerald Nothdurft auf Amazing, Peter Korn-Finke auf Calistra, Eva Bitter auf Caresse, Bastian Freese auf Centadel und schließlich Andreas Kempf auf seiner Sachsen-Anhaltiner Stute Cora, gingen anschließend über den zum Stechen auf 310 Meter verkürzten und mit acht Hindernissen bestückten Parcours.
Und von nun an gab es eine ganze Menge an Überraschungen: Die Reiter starteten in der oben genannten Reihenfolge. Die ersten sechs, einschließlich der Favoriten von Eckermann und Eva Bitter, die schon zwei Springwettbewerbe an den Turniertagen zuvor für sich entscheiden konnte, sammelten Fehlerpunkte ohne Ende. Als schwierig erwies sich insbesondere der letzte Sprung dicht vor der Ziel-Zeitnahme. Wer bis hierhin noch keinen Fehlerpunkt gesammelt hatte, erhielt ihn spätestens bei diesem Hindernis. Nur einer nicht: Andreas Kempf auf seiner Stute Cora.
In aller Ruhe bewältigte Kempf das Stechen, kein Sprung schien auch nur irgendwie gefährdet. Atemlose Stille auf dem Springplatz bei den beiden letzten Sprüngen, alles blieb oben liegen. Tosender Applaus brach über Cora und ihren erfolgreichen Reiter herein, auch das nahmen die beiden ziemlich gelassen.
Andreas Kempf ist 22 Jahre alt und Student. Der Große Preis von Isernhagen war erst sein drittes Turnier auf diesem hohen Niveau. Kempf ist Amateur und startet für den RFV Klötze, einer Kleinstadt in der Nähe von Kalbe an der Saale in Sachsen Anhalt. Nun wird der junge Mann aus Sachsen Anhalt ganz unten auf der ewigen Siegerliste des Großen Preises von Isernhagen stehen, in einer langen Reihe mit so bekannten Namen wie Rinke Dykstra, Gerd Wildfang, Ludger und Markus Beerbaum, um nur einige zu nennen. Man kann nur hoffen, den sympathischen Sieger 2013 auch im kommenden Jahr beim nächsten Großen Preis von Isernhagen wieder zu sehen.