Auf dem Wöhler-Dusche-Museumshof gab es jede Menge zu entdecken

Zu den „Fundsachen“ gehörten auch die „Hilfen bei der Haltbarmachung“ – das Dosen-Bördelgerät. (Foto: Renate Tiffe)
 
Auch die 93-jährige Erika Conrad am Spinnrad zog die Blicke auf sich. (Foto: Renate Tiffe)

Handwerkskunst zum Anfassen lockte vor allem Familien mit Kindern

ISERNHAGEN NB (ti). Ein strahlender Spätsommertag und viel Betrieb auf dem Wöhler-Dusche-Museumshof in NB. Der Beitrag der Gemeinde Isernhagen zum 25. Entdeckertag in der Region Hannover konnte sich sehen lassen. Auf etwa 800 – 1000 schätzten die Veranstalter die Zahl der Besucherinnen und Besucher. Vor allem für Familien mit Kindern war die dörfliche Museumsanlage vor den Toren der Landeshauptstadt offenbar ein lohnendes Ausflugsziel.
Die Lila-Landpartie der Lions war in diesem Jahr ausgefallen und so habe sich der Entdeckertag als gute Gelegenheit angeboten, kurz vor Saisonende noch einmal die Leute anzusprechen, sagte die Vorsitzende Dr. Inge Hanslik. Die Vorbereitungen haben bereits im März begonnen. Erstaunlich war, was ihre Gruppe der Ehrenamtlichen diesmal wieder auf die Beine gestellt hat. Handwerkskunst zum Anfassen hieß die Devise.
An die 20 Anlaufstellen gab es auf dem weitläufigen Gelände bis hin zum Eichenwäldchen. Direkt vor dem Eingang zum Hofgebäude hatte sich neben den Imkern die Butterfrau postiert, beide für Kinder meist die erste Attraktion. Konnten sie sich auf der einen Seite anhand einer großen Wabe erklären lassen, wie der Honig entsteht, so war gegenüber die Kurbel an der „Buttermaschine“ zu drehen. Für die halbe Stunde, die es brauchte, um aus 2 ½ Liter Sahne etwa 875 Gramm Butter zu produzieren, nahm sich allerdings kaum einer die Zeit. Die Erwachsenen probierten derweil schon einmal ein Butterbrot oder sahen sich um bei „Urgroßmutters Wäscheträumen“, dem Stand mit dem die Engenser Butterfrau ebenfalls präsent war.
Vor der „Grootdöör“ sammelten sich unterdessen die Gäste für einen der Rundgänge durch das Hallenhaus und seine Umgebung, zu denen Harro Thiemann vom Museumsverein in ½-stündigem Abstand einlud. Auf der Deele wurde die Jahresausstellung „Fundsachen“ von den Besuchern noch einmal gewürdigt. Aber auch die 93-jährige Erika Conrad am Spinnrad zog die Blicke auf sich. Den vollbesetzten Kaffeegarten rechts liegen lassend, ging es dann in den sorgsam gepflegten Bauerngarten. Auch wenn die Grillstation und das Bierzelt im Grashof lockten, die Führung ging vorbei am großen Zelt zu den Pferchen von Schwein und Schafen – von Kindern umringt und gestreichelt. Während der Drechsler seine beeindruckende Wippdrehbank in Gang hielt, zeigte der Schmied, wie Feuer mit Hilfe von Striker und Feuerstein entfacht werden kann. Jenseits des Bues-Bachs scharten sich unterdessen Interessierte um die Windfege, mit der früher beim Getreide die Spreu vom Korn getrennt wurde, und die kurbelbetriebene Kartoffelsortiermasche. Heidekartoffeln zu kaufen gab es auch. Am Ende der Führung stand ein Besuch im mehr als 300 Jahre alten Backhaus. Wegen der langen Schlange vor der offenen Tür („wir wollen Brot haben“) konnte es mit seiner interessanten Holzkonstruktion aber nur außen besichtigt werden. „210 Brote haben wir heute verkauft und 26 Butterkuchen“, berichtete Klaus Heuer, Vorstandsmitglied und an diesem Tag vorwiegend mit dem Backwerk beschäftigt.
Froh war Heuer, dass die Gemeinde ausschließlich für den Entdeckertag eine sogenannte Schankerlaubnis erteilt hatte. Eine Verordnung vom Januar dieses Jahres besage, dass nichts mehr von den Vereinen verkauft werden darf. Der allsonntägliche Kaffee und Kuchen im Wöhler-Dusche-Hof darf also nur noch gegen Spenden abgegeben werden. - Fragt sich nur, wie die Kosten für den Erhalt der Museumsanlage aufgebracht werden sollen, so Heuer. Allein für die Sanierung der großen Eichen im Wäldchen und auf der gesamten Anlage mussten in letzter Zeit erhebliche Summen aufgebracht werden.