Auch 2013 wird ein schwieriges Jahr für die Musikschule

„Wir freuen uns über jeden, der bei uns mitspielen möchte“, betonte Roland Baumgarte, Leiter des Erwachsenen-Orchesters, bevor das Publikum mit Auszug aus „Aida“ musikalisch verwöhnt wurde. (Foto: Birgit Schröder)
 
Eisernes Sparen ist auch die Maxime für 2013, erklärten Schulleiter Andreas Fingberg-Strothmann und Schulleiterin Nicola Bodenstein-Polito beim Neujahrskonzert. (Foto: Birgit Schröder)

Durchwachsene Bilanz beim traditionellen Neujahrskonzert

ISERNHAGEN (bs). Eine durchwachsene Bilanz des vergangenen Jubiläumsjahres zogen Schulleiter Andreas Fingberg-Strothmann und Schulleiterin Nicola Bodenstein-Polito beim Neujahrskonzert der Musikschule Isernhagen & Burgwedel. Die gute Nachricht könne mit „Hurra wir leben noch“ betitelt werden, bilanzierte Andreas Fingberg-Strothmann, doch das Jahr des 40-jährigen Bestehens sei aufgrund sinkender Schülerzahlen geprägt gewesen von der finanziell angespannten Situation und den daraus resultierenden Sparzwängen.
Klaviere konnten nicht gestimmt werden, die Anschaffung von Leihinstrumenten sei nur im äußersten Notfall erfolgt, Gruppen wurden zusammengelegt, damit eine Lehrkraft möglichst viele Schüler unterrichten konnte, zahlreichen Wünschen nach Einzelunterricht konnte man nicht entsprechen. Dies habe nicht nur finanzielle Opfer der Kollegen gefordert, auch die von den Eltern zu tragende Gebührenerhebung sei dieser Misere geschuldet, so der Musikschulleiter. Er dankte ausdrücklich allen Förderern, die im vergangenen Jahr die Spendentöpfe mit 7.440 Euro gefüllt haben.
Die Verhandlungen über den neuen Fördervertrag ab 2013 mit den Kommunen Isernhagen und Burgwedel hätten wie ein Damoklesschwert über der Musikschule gehangen. In den Gesprächen sei deutlich geworden, dass sowohl die Gemeinde Isernhagen wie auch die Stadt Burgwedel die finanziellen Sorgen der Musikschule nachvollziehen und auch für unterstützenswert hielten, aber auch die Kommunen seien von Sparzwängen betroffen und deren Handlungsspielraum daher beschränkt.
Der neue Fördervertrag halte die Fördersumme konstant, beinhalte aber glücklicherweise einen Zuschuss zu den gestiegenen Personalkosten. Dennoch müsse die Musikschule ein erhebliches Defizit selbst aufbringen. Dies bedeute weiterhin rigides Sparen. „Helfen Sie uns, in dem Sie unsere Arbeit wertschätzen und erzählen Sie anderen davon“, bat Fingberg-Strothmann um Unterstützung.
Und was es zu unterstützen gilt, bekamen die Gäste eindrucksvoll präsentiert: angefangen von den Mini-Strings unter der Leitung von Joke Maletzki, die den Neujahrsempfang musikalisch eröffneten, über das Erwachsenen-Orchester unter der Leitung von Roland Baumgarte bis hin zum Folk-Ensemble, dessen Auftritt den Neujahrsempfang beschloss.
Höhepunkt war aber die Präsentation der Teilnehmer des ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbes der Musikschule. Den Beginn machte die 9-jährige Johanna Braun, die auf dem Klavier ihr vertontes Nikolaus-Gedicht präsentierte, gefolgt von Leo Mykytka (12 Jahre), der für seine Komposition „Klavier in Moll“ ebenso tosenden Beifall erntete wie der 18-jährige Harald Hein, der durch seine Musical-Darbietungen nicht nur in Isernhagen schon Bekanntheit erlangt hat. Beim Neujahrsempfang sang Harald Hein seine erste eigene Liedkomposition, begleitet von Violine und Marimbaphon.
Mit einem Hinweis auf die Kammermusikreihe, die auch 2013 mit fünf Konzerten fortgesetzt wird und der Ausgabe der neuen Musikschul-Zeitung schloss die Veranstaltung mit einem gemütlichen Umtrunk im Foyer des Isernhagenhofs.