Atemlose Spannung bei Krimilesung im Amtshof

Das Schriftsteller-Ehepaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel präsentierte seinen ersten Skandinavien-Thriller "Schwesterlein muss sterben", der unter dem Pseudonym „Freda Wolff“ erschienen ist. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel präsentierten ersten Thriller

GROSSBURGWEDEL (bgp). Gespannte Aufmerksamkeit herrschte am Mittwochabend im Amtshof bei der Autorenlesung der Bücherei Burgwedel. Das Schriftsteller-Ehepaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel präsentierte vor gut gefülltem Haus seinen ersten Skandinavien-Thriller "Schwesterlein muss sterben", der unter dem Pseudonym „Freda Wolff“ erschienen ist.
Das Publikum durfte einen spannenden Abend verleben, an dem Versatzstücke aus dem Thriller, begleitet mit Gitarrenmusik geboten wurden. Ergänzt wurde die Lesung durch Erläuterungen zur Entstehung des neuen Buches und biographische Akzente. Schon von Jugend an waren beide Autoren fasziniert von Krimis, insbesondere aus Skandinavien.
Hänel gestand mit einem verschmitzten Lächeln, schon in der Kindheit einen "skandinavischen Thriller" gelesen zu haben. Dieser sei damals bereits als Hörbuch erschienen und zum Beweis hielt er eine Vinyl-Single in die Höhe. Die Titelmelodie wurde von Arndt Schultz, "Rock-Urgestein" aus Hannover, mit der Gitarre eingespielt und brachte das Publikum schnell auf "Kalle Blomquist" von Astrid Lindgren.
Schultz las anschließend eine kurze Passage aus dem Buch, in dem das idyllische Leben des jungen Detektivs in einer schwedischen Kleinstadt beschrieben wurde. Der Bruch wurde vollzogen, als Hänel mit Auszügen aus "Schwesterlein muss sterben" einsetzte, um zu demonstrieren, wie schnell das Verbrechen im scheinbar normalen Leben eines Menschen Einzug halten kann.
Die danach im Wechsel von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel gelesenen Passagen zeugten von sorgfältiger Textauswahl des Autorenpaares. Sie verstanden es, durch ihren Vortrag die Bilder im Kopf der Zuhörenden entstehen zu lassen. Die stetige Steigerung der Spannung war dem Publikum anzumerken, das aufmerksam und "mit angehaltenem Atem" den Fortgang der Handlung verfolgte.
Der Thriller spielt im norwegischen Bergen und schildert einen Fall, mit dem die Psychologin Merette Schulman konfrontiert wird. Ihr soziopathisch veranlagter Patient Aksel erzählt in der ersten Sitzung von dem Mord an seiner Stiefschwester, den er angeblich begangen haben will.
Aksel weiß um Merettes Schweigepflicht gegenüber Dritten und stürzt sie in einen moralischen Konflikt zwischen der Wahrung von Interessen des Patienten und der Offenbarung gegenüber der Polizei. Die Psychologin fürchtet auch um ihre 24-jährige Tochter Julia.
Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als noch Julias Freundin Marie spurlos verschwunden ist. Die daraus entstehende Dynamik wurde akzentuiert durch den letzten Teil der Lesung. Beide Autoren lasen im Wechsel, während im Hintergrund die Gitarrenmusik gespielt wurde. Der Dialog endete mit dem plötzlichen Abbruch der Musik, Merettes verzweifeltem Versuch, ihre Tochter zu erreichen, und dem Satz: "Julias Handy war ausgeschaltet!"