Arrestzellen beeindrucken besonders

Am Zukunftstag gab es spannende Einblicke in die Polizeiarbeit, zu der auch Geschwindigkeitsmessungen mit dem Lasergerät gehören. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Nachwuchsreporter Fynn Gode fotografiert die Spurensicherung am Tatort. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Vom entlaufenen Hund bis zur Speichelprobe

GROSSBURGWEDEL (bgp). Nach dem Bürorundgang ging es an die frische Luft. Das neueste Modell eines Streifenwagens stand hinten auf dem Hof. Ein Blick in den Kofferraum offenbarte, dass die Einsätze sehr vielfältig sein können. Von alltäglichen Dingen wie Taschenlampe, Warnleuchte oder Dokumententasche bis hin zu einem Holzstock waren auch ein Alkoholtester und ein Teddybär im Sortiment.
„Den brauchen wir, wenn ein Kind beispielsweise bei einem Unfall dabei ist und traurig oder verletzt ist“, sagte Antje Schneider und wies darauf hin, dass sofort ein neuer Teddybär in den Streifenwagen käme, wenn sein Vorgänger verschenkt werde. Da die Polizeibeamten gelegentlich einen entlaufenen Hund einfangen müssen, ist der Streifenwagen auch mit einer Hundeleine bestückt.
Im vorderen Bereich ist die neueste Technik verbaut, ein Touchscreen vereint alle Funktionen, die in älteren Streifenwagen noch per Knopfdruck bedient werden. Selbstverständlich demonstrierten die Beamten die Leuchtschrift „Stop – Polizei“ auf dem Dach und ließen das Martinshorn lautstark aufheulen, nicht ohne vorher darum zu bitten, dass sich die Schülerinnen und Schüler ordentlich die Ohren zuhalten mögen.
Höchste Aufmerksamkeit hatte Polizeihauptkommissarin Ivonne Grefer-Türk, als sie der Schülergruppe zeigte, wie an einem Tatort die Spuren gesichert werden. „Was ist denn hier passiert?“, fragte sie und bekam prompt ein paar passende Antworten: „Hier hat einer eingebrochen“, stellte ein Schüler fest und begründete es mit dem offen stehenden Fenster und einem davor liegenden gebogenen Schraubendreher. Die Polizeibeamtin bestätigte, dass es sich hier um einen Tatort handele und schilderte die weitere Vorgehensweise.
Kaum sichtbare Fingerabdrücke auf dem dunklen Fensterrahmen wurden mit „Rußpulver“ eingepinselt und waren deutlich zu erkennen. Auf dem Tisch war ein Schuhabdruck zu sehen, den der Täter beim Einsteigen hinterlassen hatte. Dieser werde mit einer Gelatine-Folie überklebt und anschließend für die Ermittlung abgenommen, erklärte Grefer-Türk. Ein vom Einbrecher offenbar benutztes Glas wurde ebenfalls auf Fingerabdrücke untersucht.
Um eventuelle DNA-Spuren zu sichern, wurden Speichelreste am Glas mit einem sterilen Stäbchen abgenommen und für die labortechnische Untersuchung in einem Spezialröhrchen verschlossen aufbewahrt. Im Laufe des Vormittages erfuhren die Schülerinnen und Schüler so vieles über die Ermittlungsarbeit, Schichtpläne und Bürotätigkeit im Polizeidienst sowie technische Ausstattung.
Die Besichtigung der Arrestzellen hinterließ einen besonderen Eindruck. „Warum ist hier denn gar nichts drin?“ fragte ein Schüler und erfuhr von Antje Schneider, dass lediglich ein fest installiertes Bett und eine Matratze in der Zelle sein dürften, da beispielsweise alkoholisierte Personen sich oder die Beamten mit anderen Gegenständen verletzten könnten.
Die diensthabenden Polizeibeamten kontrollierten außerdem viertelstündlich, ob es demjenigen gut gehe, so Schneider. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler waren sichtlich beeindruckt von der Kargheit des Raumes, deren Notwendigkeit sie nach den Erläuterungen jedoch einsahen.
Mit von der Partie war auch Fynn Gode, der seinen Zukunftstag bei den Burgwedeler Nachrichten verbrachte und als Nachwuchsreporter die Schülergruppe bei der Polizei begleitete. Ebenso wie die Mädchen und Jungen haben ihn unter anderem die Arrestzellen nachhaltig beindruckt.
Seine Erfahrungen fasste der elfjährige Schüler der Realschule Isernhagen in einem kleinen Bericht zusammen: „Am 27.04.17 war ich beim Marktspiegel zum Zukunftstag und habe bei der Polizeiwache Großburgwedel Fotos für die Zeitung über den Zukunftstag bei der Polizei gemacht. Wir haben auch etwas Spannendes dazu gelernt. Uns wurde gezeigt, wie man vorgeht, wenn eingebrochen wird. Draußen wurden uns die Polizeiautos und die Funktion der Wagen vorgeführt. Das fand ich ziemlich beeindruckend. Die Polizeistation besitzt auch zwei Arrestzellen und darin befindet sich jeweils nur ein Bett. Falls es den Leuten darin gerade nicht gut geht, gibt es einen Notknopf, der betätigt werden kann. Es war ein toller Tag!“.