Architekten-Entwurf wurde dem Kostenrahmen angepasst

Das Modell zeigt die Gebäude von der Hofseite her. (Foto: Renate Tiffe)
 
Die Entwürfe an den Wandtafeln wurden von Gemeindemitgliedern heftig diskutiert. (Foto: Renate Tiffe)

Wichtiger Schritt für das St. Marcus-Gemeindezentrum ist getan

WETTMAR (ti). Anstrengende Wochen liegen hinter denen, die für den Neubau des Gemeindezentrums der St. Marcus-Kirche in Wettmar verantwortlich sind. Der Architekten-Entwurf, der sich in einem Kostenrahmen von 1,4 Millionen Euro bewegte, musste „geschrumpft“ werden.
Es stehen nun einmal nur 1,2 Millionen zur Verfügung, die sich die Landeskirche, der Kirchenkreis und die Gemeinde zu jeweils einem Drittel teilen. „Ein wichtiger Schritt ist jetzt getan“, sagte Pastorin Reni Kruckemeier-Zettel bei der eigens einberufenen Gemeindeversammlung.
Gleich geblieben sind die Grundidee und das äußere Erscheinungsbild für das dreiteilige Ensemble aus Gemeindesaal, Gemeinde- und Pfarrhaus. Der Gemeindesaal ist seitlich kleiner geworden, wie Ekkehard Vogt von der Mosaik-Architektengemeinschaft aus Hannover bei der Vorstellung des Modells erläuterte. Mit den Abmessungen von 10 x 8,5 Metern wird er 15 Quadratmeter kleiner sein als der derzeitige Raum. Gespart wurde an den Überdachungen und an der Verglasung. Der Gemeindesaal, mit offener Decke konzipiert, ist auch etwas näher an das Hauptgebäude gerückt. Dort wurde auf eine stabile Decke verzichtet, die sich vielleicht einmal zum Ausbau des Dachgeschosses geeignet hätte. Lagerräume wurden in das Gebäude verlegt. Geplant ist ein Gruppenraum von etwa 20 Quadratmetern.
Besonders die Dachgestaltung im Hauptgebäude machte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung zu schaffen. Sie ermöglicht eine leichtere Konstruktion des Baus, die aus Kostengründen unumgänglich war, wie Matthias Meiser genauer erklärte. Moniert wurde auch, dass die Gebäude von der Straße her vor allem Mauerwerk zeigen, dass sie „wie eine trutzige Burg und nicht einladend wirken“ wie jemand formulierte.
Hingewiesen wurde auf die Verkehrssituation. Im Gegensatz zu heute sind die Gebäude direkt an der Straße angeordnet. Die freien Flächen könnten kreativ „einladend“ genutzt werden, meinte die Pastorin. Umso schöner und offener erscheint der Innenbereich mit den Pergolen am Gemeindesaal und dem Hofcharakter um die Eiche. Acht Parkplätze sind seitlich vorgesehen und fünf Fahrradplätze. Der Blick von der Straße aus auf die Kirche bleibt frei.
Verkleidet werden die Gebäude mit Klinkermauerwerk, das sich an den Steinen der St. Marcus-Kirche orientiert, was dem gesamten Ensemble eine „historische Anmutung“ verleihen soll. Wenn die Finanzierung endgültig gesichert ist, soll Anfang 2013 der Bauantrag gestellt werden und die Ausschreibungen werden vorbereitet. Etwa im Herbst soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, sodass Mitte des Jahres 2014 mit der Fertigstellung gerechnet werden kann.
Während der Bauzeit bleibt zunächst das Gemeindehaus stehen für Übergangslösungen, die das Gemeindeleben erfordert. Sie sollen so kostengünstig wie möglich gestaltet werden. „Was wir in dieser Zeit sparen, geht in die neuen Gebäude“, bemerkte Reni Kruckemeyer-Zettel, die noch einmal auf die deutlich gesetzten finanziellen Grenzen des Bauvorhabens hinwies.
Wie kritisch die Situation tatsächlich war, ging aus einer Bemerkung von Eckhard Seidlitz hervor, der im Kirchenkreis für die Baufragen zuständig ist. Noch vor drei Wochen habe er gedacht, dass das Projekt sterben werde, äußerte er. Der Plan habe allen gut gefallen, sei aber nicht finanzierbar gewesen. Seidlitz lobte die „tolle Zusammenarbeit“ mit den Architekten, bei welcher der Entwurf nicht verloren gegangen sei.