Andreas Seifert als Schiedsmann wieder gewählt

Für fünf Jahre als Schiedsmann wiedergewählt: Andreas Seifert (links) und sein Stellvertreter Gerolf Kurowski. (Foto: Renate Tiffe)

Als Moderator bei Konflikten in seine Aufgabe hineingewachsen

GROSSBURGWEDEL (ti). Die Ortsräte und der Rat der Stadt hatten sich für eine Wiederwahl ausgesprochen und das Amtsgericht hatte ihn in seinem ehrenamtlichen Dienstverhältnis bestätigt. Andreas Seifert wird für weitere fünf Jahre als Schiedsmann in der Stadt Burgwedel tätig sein - eine Aufgabe, die Amtsgericht und Polizei wie auch die Stadtverwaltung entlastet und zum Wohl der Gesellschaft wirkt. Sein Stellvertreter ist Gerolf Kurowski.
Vertretungen dieser Institutionen waren anwesend, als Bürgermeister Axel Düker den früheren Leiter der Pestalozzistiftung in seinem Amt bestätigte. Seifert schilderte seine Erfahrungen als durchaus positiv. Es sei von Vorteil, wenn Konflikte, die abzusehen seien, rechtzeitig durch ein Gespräch auf den Tisch gebracht werden. Oft sei es aber, beispielsweise bei Nachbarschaftsproblemen so, dass die eine Partei irgendwann einmal überzeugt ist: „Jetzt reicht`s.“ Man müsse sich dann nicht schämen oder rechtfertigen. Der Gang zum Schiedsmann führt in den meisten Fällen zu einer Klärung. Der Fall werde aufgenommen, die Formalien erfasst, er werde zwischen beiden Parteien bedacht und abgewogen und in der Regel komme es zu einem konkreten Ergebnis.
Günter Heller, Leiter des Burgwedeler Polizeikommissariats, erklärte, dass oft zuerst die Kontaktbeamten mit den Problemen konfrontiert werden. Das Personal der Polizei reiche aber nicht aus. Es bedürfe der Kommunikation mit den Beteiligten. Manchmal werde auch die Stadtverwaltung als Adresse angesehen, fügte die Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker hinzu. Gut ist es dann, wenn es eine Stelle gibt, an die man sich wenden kann.
Etwa einmal im Monat komme es zu einer Verhandlung, berichtete Seifert. In diesem Jahr sei die Durchschnittszahl allerdings schon jetzt erreicht. Nimmt die Konfliktanfälligkeit in der Gesellschaft zu? Seifert möchte das nicht bestätigen. Das schwanke zwischen den Jahren. Die Leute seien heute weniger in der Lage, sich zu verständigen, meint dagegen Gerolf Kurowski. Eine Einigung über den Gartenzaun sei kaum noch möglich.
Es gehe nicht nur darum, den Fall zu lösen, sondern auch darum, Antipathien abzubauen. Die ganze Situation werde beleuchtet. „Kein Zweifel, es wird immer mehr Mediation gebraucht“, stellte der Direktor des Amtsgerichts, Dr. Michael Siebrecht fest. Auch im Zivilrecht werde zuerst eine gütliche Einigung angestrebt, bevor es zu einem Gerichtsurteil kommt. Siebrecht regte an, dass von der Kommune mehr für die Ausbildung der Schiedsleute getan werden sollte. Andrea Stroker wies darauf hin, dass über das Aufgabenfeld genau informiert wird. Ein Kurs sei das eine, aber das Abarbeiten der Konfliktfälle der Reihe nach sei das andere, entgegnete Seifert. Auskunft gebe auch der Verband der Schiedsleute.
Von jeder Verhandlung wird ein Protokoll angefertigt, das beide Parteien unterschreiben. Falls es doch zu einem Streit vor dem Amtsgericht kommt, kann die Vereinbarung vom Schiedsmann als vollstreckbar erklärt, und für die gerichtliche Entscheidung herangezogen werden.
Das passiert nur selten. Seifert erzählte von dem persönlichen Rahmen bei ihm zu Hause, in dem die Gespräche stattfinden. Allein dadurch entstehe eine positive Dynamik. Ein gutes Zeichen sei für ihn, wenn sich die Streitenden am Ende die Hand geben. „Schiedsleute als Moderatoren zur Neutralisation wachsen in ihre Aufgabe hinein“, resümierte Siebrecht.