„Anbranden“: Ausstellung im Alten Park im Rahmen der Gartenregion 2012

Franz Bretz (links) und della zeigen mit einigen der rund 400 Teilchen, was daraus im Alten Park entstehen kann. Derzeit bauen sie an den Kanus, mit denen alles im Alten Park stranden soll. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Franz Betz und della lassen ihre Besucher am Kunstwerk mitwirken

GROSSBURGWEDEL (hhs). „Partizipative Skulpturen“ stehen auf dem Programm des Kunstvereins Burgwedel/Isernhagen ab Freitag, den 29. Juni in Großburgwedel im Alten Park an der Thönser Straße.
Ein Partizip ist ein Zwischending zwischen Verb und Adjektiv und heißt zunächst einmal nur „Teilhabe/Beteiligung“. Partizipative Skulpturen sind demnach nichts anderes, als gestaltete Formen, an denen man mitwirken kann. Auf dem Programm steht demnach eine Ausstellung, an der die Besucherinnen und Besucher gestalterisch mitwirken können. Doch dazu muss sich niemand sein Kunstwerk selbst mitbringen, man muss es nur „zusammenkünstlern“. Aber keine Angst vor Kräfte zehrender Handarbeit am Freitag, 29. Juni, wenn die Ausstellung beginnt. Die beiden Künstler Franz Betz und della bringen alles, was man an diesem Abend benötigt, mit.

Diese Kunstveranstaltung findet wieder im Rahmen der Gartenregion 2012 statt, deren Einzelaktionen in der Region in diesem Jahr unter dem Motto „Wasserspiele“ steht. Anbranden ist ein an den Küsten häufig benutztes Wort, wenn das Wasser bei Flut in hohen Wellen ans Ufer schlägt. Es hat etwas von gewaltiger, urtümlicher Kraft und Wildheit und die Küstenbewohner benutzen diesen Terminus nur, wenn die Wellen so etwa zwei Meter Höhe und darüber erreicht haben. Alles, was auf dem Wasser schwimmt, brandet mit an, man nennt es Treibgut oder Strandgut. Man sammelt es ein, verwendet es neu, baut etwas daraus.
Franz Betz und della sehen den Bezug von Altem Park und dem Motto Wasser darin, dass hier am Ausstellungsort vor ein paar Tausend Jahren auch Wasser an gebrandet ist, mit Macht, nach der Eiszeit.
Sie werden am Freitag, 29. Juni im Alten Park anbranden und stranden mit drei oder vier Kanus, die voll sind mit knapp 400 Einzelteilen, die allesamt anmuten wie überdimensionierte Teile eines Riesenpuzzles. Diese Teile kann man auf ganz unterschiedliche Weise zusammenstecken und das sollen die Besucher auch. Entstehen werden so dreidimensionale Kunstwerke, Licht durchflossen, luftig wirkend. Sind die einzelnen Skulpturen entstanden, dann werden sie mit Gummiseilen miteinander fixiert und in luftige Höhen zwischen die alten Bäume gezogen. Genau so soll es am ersten Abend der Vernissage geschehen. Drei Wochen später, am 21. Juli, wird alles wieder zerlegt, und die Burgwedeler dürfen einen neuen Anlauf nehmen, an ihrem ganz eigenen Kunstwerk mitzuwirken. Das wird im Rahmen des Sommerfestes des Kunstvereins geschehen. Etwas Besonderes ist zur Finissage am 31. August geplant, dann werden die Einzelteile im Rahmen einer Kunstauktion versteigert. Dazu haben sich die Veranstalter der Mithilfe eines Prominenten versichert: Andreas Kuhnt, ehemals Moderator bei Radio ffn und Pressesprecher bei Hannover 96 wird die Teile für einen sozialen Zweck unter den Hammer bringen.
Zudem werden die Arbeiten der beiden Künstler Franz Betz und della im Kulturcafe Rautenkranz in Isernhagen FB, Hauptstraße 68, präsentiert werden.