Am Verbrauchermarkt werden die Mauern hochgezogen

Alles verläuft jetzt nach Plan. Sofern nicht ein früher Wintereinbruch dazwischen kommt, ist mit der Inbetriebnahme des neuen Marktes im Spätherbst zu rechnen. (Foto: Renate Tiffe)

Der NP-Markt an der Bruchstraße wird aufgegeben

WETTMAR (ti). Auf der Baustelle des Edeka-Marktes am Ortsausgang von Wettmar herrscht Hochbetrieb. Die Bodenplatte ist gegossen und mit den erforderlichen Leitungen versehen. In diesen Tagen wird das Mauerwerk hochgezogen. Eine Sachlage, auf welche die weitaus meisten Einwohner von Wettmar – und auch aus Engensen und Thönse - schon lange gewartet haben. Noch vor Jahresende soll der neue Markt eröffnet werden.
Alles verläuft jetzt nach Plan, sagt die Pressesprecherin Alexandra Antonatus von der Edeka-Zentrale in Minden. Sofern nicht ein früher Wintereinbruch dazwischen kommt, sei mit der Inbetriebnahme im Spätherbst zu rechnen – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft also. In etwa zwei Monaten, voraussichtlich im September, werde der Bauherr, eine Edeka Tochter, das Gebäude an die Vertriebsgesellschaft übergeben.
Wer den Markt dann führen soll, ob es ein selbständiger Kaufmannn sein wird, oder ob das Unternehmen das Geschäft selbst in die Hand nehmen wird, dazu mochte sie sich nicht äußern. Edeka ist von seinem Herkommen ein genossenschaftlicher Kaufmannsverbund, zu dem neben Super- und Verbrauchermärkten auch die NP-Discounter und die Marktkauf-Häuser gehören.
Die Frage, was aus dem NP-Markt an der Bruchstraße werden soll, bewegt Wettmars Einwohner nicht erst jetzt, zumal das Geschäft sich schon länger nicht mehr im besten Zustand befindet. Jetzt gibt es allerdings eine klare Aussage der Firmenleitung dazu: mit der Eröffnung des Verbrauchermarktes an der Engenser Straße wird der NP-Markt geschlossen. Alle Mitarbeiter werden in den neuen Markt übernommen, so Alexandra Antonatus. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer werde erfüllt. Der Markt soll in beiderseitigem Einvernehmen aufgegeben werden. Das alles muss noch verhandelt werden.
Über die Nachnutzung des Gebäudes, das über eine Verkaufsfläche von gut 500 Quadratmetern verfügt, wurde im Ort schon lange spekuliert. Angesichts des nur über eine Treppe zugänglichen Raumes im Dorfgemeinschaftshaus, hatte sich besonders die SPD-Fraktion im Ortsrat für einen Umbau stark gemacht, der bei Veranstaltungen barrierefrei zu erreichen ist. Mittlerweile ist allerdings schon eine andere Lösung gefunden worden, die dies zulässt. Im neugebauten Gemeindezentrum der St. Marcus-Kirche kann der große Saal mit genutzt werden, jedoch nur einmal in der Woche montags. Die Stadt hatte sich dazu an den Baukosten beteiligt.
Die Frage wird auch gestellt, ob der Bau an der Bruchstraße von seiner Substanz her einen Umbau rechtfertigt. Das Geschäft wurde seit Ende der 1970er Jahre als Filiale vom Burgdorfer Markt des Kaufmanns Wilhelm Cramer betrieben und wurde erst Anfang 2000 als NP-Discounter umfirmiert. Wie es heißt, sei das Gebäude nur für 30 Jahre konzipiert worden.
Der Wettmarer Ortsrat hege keine Ambitionen mehr für eine Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus, erklärte auf Nachfrage Ortsbürgermeister Michael Kranz. Was in Wettmar zur Zeit am meisten gebraucht werde, seien barrierefreie Mietwohnungen zu annehmbaren Preisen. Er könne sich an diesem Standort ein entsprechendes Haus vorstellen, so Kranz.