Am 1. Mai besetzte ein Storchenpaar die Nisthilfe

Die beiden Störche, die seit Freitagmorgen das künstliche Storchennest besetzt haben. „Nun hoffen wir, dass sie bald legen und mit dem Brutgeschäft beginnen“, sagte Claudia Mithöfer. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schöner Erfolg der Kooperation von Jägern und Handwerkern

FUHRBERG (hhs). In Fuhrberg ist im Stillen eine kleine Sensation geglückt: Seit dem 1. Mai hat ein Storchenpaar die künstliche Nisthilfe in der Eschenstraße bezogen.
Für diese Nisthilfe auf dem Hausdach der Familie hatte sich Claudia Mithöfer stark gemacht.
In einer gemeinsamen Aktion hatten sich der Hegering Burgwedel, Naturfreunde sowie Handwerker zusammengetan. Ein Hubwagen wurde gestellt, Zimmerleute hatten die Nisthilfe gebaut und Dachdecker alles fachgerecht auf dem Dach platziert und befestigt. Darüber hinaus hatten Kinder der Ortschaft unter fachkundiger Anleitung der zertifizierten Waldpädagogin Claudia Mithöfer Weidenruten zu einem Nest zusammengebunden.
Hinter vorgehaltener Hand hatten viele Mitbürger diese Initiative von Claudia und Stephan Mithöfer milde belächelt: Es sei doch ein wenig übertrieben, so viel Aufwand zu betreiben, nur weil zweimal Störche auf dem Dach gelandet seien. Schließlich gebe es ja in Fuhrberg bereits eine künstliche Nisthilfe, die von den Störchen seit Jahren mit Missachtung gestraft werde.
Um so größer ist jetzt die Freude, dass zwei Adebare sich für die Adresse Eschenstraße 9 entschieden haben. Ursprünglich sollen es drei Störche gewesen sein, die sich ab Mittwoch vergangener Woche in Fuhrberg herumgetrieben hatten. Am Freitagmorgen standen zwei zum ersten Mal im Nest und klapperten weithin hörbar. Einige Male flogen sie zur Nahrungssuche, die meiste Zeit verschliefen die beiden.
Am Samstag wurde erstmals Nistmaterial herbei geholt und verbaut, ab Montag erfolgt diese Maßnahme regelmäßig. Darüber hinaus beobachteten die ersten neugierigen Besucher am Sonntag einen Balanceakt in luftiger Höhe: die Paarung der beiden Störche.
Sie habe immer noch eine gewisse Unsicherheit, wenn die Vögel ihr Nest verlassen, sagte Claudia Mithöfer. Inzwischen sei sie aber überzeugt, dass sie bald ein oder zwei Eier legen und mit dem Brutgeschäft beginnen werden. Unterdessen ist es den Burgwedeler Nachrichten gelungen, den Ring am linken Ständer des männlichen Vogels zu identifizieren.
Der Ring wurde vom „Institut für Vogelforschung - Vogelwarte Helgoland, das seinen Hauptsitz in Wilhelmshaven hat, beringt. Das Institut ist für ganz Norddeutschland zuständig. Sobald die Rückmeldung aus Wilhelmshaven vorliegt, lassen sich weitere Informationen über Herkunft und Alter des männlichen Großvogels machen.