„Alter Löschbezirk“ bewies sein Können in Engensen

Die Aktiven der Ramlinger Wehr saugten Löschwasser vom Ufer des Kiessees an, der in einem beinahe magischen Licht lag. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ortswehren mussten bei Traditionsübung Waldbrand löschen

ENGENSEN (hhs). Am Mittwochabend dieser Woche war rund um die Feuerwehrhäuser der Ortschaften Engensen, Thönse und Wettmar rege Betriebsamkeit. Es begann in Engensen mit einem Sirenenalarm um 19.00 Uhr.
Dem Vernehmen nach brannte am Hannoverschen Weg, ein paar Hundert Meter südwestlich der Ortschaft nahe beim Aussiedlerhof der Wald, nicht nur ein bisschen, sondern die Kiefern brannten lichterloh. Schnell waren die Engenser Aktiven am Brandort, saugten aus einem Hydranten Wasser an und bekämpften zügig mit zwei Strahlrohren die Flammen.
Dann waren die Sirenen der umliegenden Ortschaften zu hören. Thönse und Wettmar kündigten ihr Kommen an und auch Ramlingen aus der Nachbarstadt Burgdorf. Applaus dafür gab es von gut einhundert Alterskameraden, die schon vorher am Brandort auf Anhängern angelangt waren. Anfang Oktober findet alljährlich die Traditionsübung des alten Löschbezirks statt. Diesmal war die Ortswehr Engensen Gastgeber der fiktiven Brandbekämpfung und des anschließenden gemeinsamen Essens.
Der alte Löschbezirk besteht seit weit mehr als 100 Jahren und hat seinen Sinn darin, dass die vier Wehren der benachbarten Ortschaften sich in der Zusammenarbeit erproben, die Gemarkungen der Nachbarn einschließlich ihrer feuerwehrtechnischen Infrastruktur und natürlich auch die Kameraden selbst besser kennenlernen. In einem realen Gefahrenfall werde sich dieser Aufwand ganz sicher auszahlen, darin waren sich alle vier beteiligten Ortsbrandmeister bisher in jedem Jahr einig. Der letzte gemeinsame Einsatz liege allerdings schon einige Jahre zurück, so um 1975 herum soll es an der Bahnstrecke gebrannt haben, auch ein großflächiger Waldbrand, wie der der Lage am Mittwoch zugrunde liegende eben auch.
Der Gang der Übung verlief wie immer am Schnürchen, die Männer und Frauen der vier beteiligten Wehren leisteten ganze Arbeit. Thönse musste den Flammen zu Leibe rücken, Wettmar hatte den Löschwassertransport über eine größere Distanz sicherzustellen und Ramlingens Aufgabe bestand darin, Wasser aus dem Kiesteich zu fördern.
Dazu bauten die Kameradinnen und Kameraden zunächst Flutlicht auf, was den See in ein magisches Licht erscheinen ließ. Dann wurde es körperlich anspruchsvoll. Die Tragkraftpumpe musste die Böschung hinunter, was auch problemlos gelang. Dann wurden Motorpumpe und Ansaugrohr verbunden, das Rohr versank im Wasser und schon summte der Motor und die Schläuche füllten sich: „Wasser marsch“, war mehrfach zu hören aus der Dunkelheit.
Einige Augenblicke noch, und dann galt der Waldbrand als gelöscht. Die Aktiven mussten nun ihre Ausrüstung wieder in den Fahrzeugen verstauen, damit alles wieder einsatzbereit war. Dann ging es in die Mehrzweckhalle in Engensen zum gemeinsamen Essen aller Beteiligten, in der Hoffnung, dass man niemals so einen gemeinsamen Einsatz mit einem richtigen Waldbrand abarbeiten muss.