Abwechslungsreicher Tag in der Wettmarer Heimatdiele

Bei Renate Waletzke und ihrem Team gab es eine Menge Informationen über Ölsorten und natürlich Speiseöle zu erwerben ... (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
… und im Bauerngarten gleich nebenan konnte man sich anschauen, wie die Ölpflanzen der Sorten aussehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Es hätten durchaus ein paar Besucher mehr sein können“

WETTMAR (hhs). Der Tag des Heimatvereins ist immer der Abschluss der Frischluftsaison für den Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar.
Das ist ein Tag der offenen Tür, bei dem jeder Interessent die umfangreiche Sammlung von historischen landwirtschaftlichen Geräten bewundern kann.
Unten auf dem Hof der Heimatdiele stehen die etwas größeren Dinge wie Dreschkasten oder Heuwender, um an längst vergangene landwirtschaftliche Zeiten zu erinnern. Und natürlich gibt es in jedem Jahr einen Themenschwerpunkt mit landwirtschaftlichem Hintergrund. In diesem Jahr war es die Gewinnung von Öl insbesondere aus heimischen Ölfrüchten.
Öl wird gepresst aus Sonnenblumenkernen, Raps, Nüssen, Distelsamen, Leinsamen, Senf, Weintraubenkernen, Kürbiskernen, um die häufigsten heimischen Ölfrüchte zu nennen. Darüber hinaus gibt es noch die bekannten „internationalen“ Früchte wie Oliven, Erdnüsse, Palmen, Soja und Kokosnüsse, die uns mit dem so wichtigen Speiseöl versorgen.
Bei den meisten von ihnen ist Speiseöl das Hauptprodukt, aber einige Früchte haben als sogenanntes Sekundärderivat auch Verwendung in Biodiesel, Farben, Korrosionsschutz oder Kosmetik. Beim Heimatverein konnte man sich im Bauerngarten sogar die Ölpflanzen anschauen, aus denen die wichtigsten Öle zumeist gepresst werden. Und natürlich gab es einige ganz besondere Öle auch zum Probieren und zu kaufen. Dafür sorgte Renate Waletzke von „Genuss und Tabak“ in Großburgwedel mit edlen, erlesenen und einigen ganz selten zu findenden Ölen.
Auf großes Interesse stieß auch eine alte Nähmaschine, mit der man problemlos Leder nähen kann. Dem Heimatverein ist dabei das Kunststück gelungen, noch jemanden zu finden, der diese kleinen Wunderwerke der Technik auch noch bedienen kann.
Die Versorgung der Besucher mit Speisen und Getränken war der Jahreszeit entsprechend: Kartoffelpuffer mit Apfelmus und Kartoffeln mit Quark. Das Besondere an diesen Speisen sei, dass sich die Damen des Heimatvereins die Mühe gemacht haben, die Kartoffeln zu stoppeln, wie es in den fünfziger Jahren üblich war, freute sich Achim Ristenpart. In der Heimatdiele sorgte unterdessen das gewaltige Kuchenbüffet für große Nachfrage.
Ganz neue Bevölkerungsschichten möchte der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen Thönse Wettmar mit seinen neuen „Flachmännern“ erschließen. Die kleinen Leckereien sind jetzt um drei neue Sorten erweitert worden, wie Achim Ristenpart, Vorsitzender des Heimatvereins nicht ganz ohne Stolze und mit viel Humor preisgab: Der bekannte herbwürzige Kräuterbitter, der sich unter der Bezeichnung „Wettmarer Mühlenschluck“ einen Namen gemacht hat, sei nicht so sehr auf Gegenliebe bei der Damenwelt der Ortschaft gestoßen, so Ristenpart im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten.
Deswegen habe der Heimatverein für drei neue Sorten gesorgt, die mit ihren Geschmacksrichtungen Rhabarber, Granatapfel und milder Korn dieses Manko neutralisieren sollen. Die drei Sorten nennen sich „Mühlentraum“, „Mühlentropfen“ und „Mutter Korn“ und die Damen, die sie am Sonntag probiert haben, „waren hin und weg“ von den neuen Angeboten. Das alles soll natürlich zur weiteren Finanzierung der Bockwindmühle beitragen, ebenso der Kalender für 2014, der schon in einer Auflage von 100 Exemplaren vorliegt und auch zu kaufen war.
Wem das alles zu viel Information war, der konnte sich mit der Pferdekutsche durch den Ort fahren lassen. Wilfried Künstler aus Wettmar und Heinz-Theo Rockahr aus Thönse hatten sich und ihre Gespanne schick heraus geputzt und verschafften so vielen Besuchern einen ganz neuen Blick auf Wettmar.
So richtig zufrieden waren die Veranstalter jedoch nicht mit dem Besucherzuspruch: Auch hier wurde die Ursache vermutet in der Ferienzeit und den Konkurrenzveranstaltungen. Daran kann man nichts ändern, es sind dann einfach „unglückliche Umstände“, die den Veranstaltern so einen schönen Tag ein wenig vermasseln. „Es hätten durchaus ein paar Besucherinnen und Besucher meh sein können“, brachte es Achim Ristenpart auf den Punkt.