Ab 1. Juni ist die Stadt für den Würmsee zuständig

Der Würmsee ist an sonnigen Tagen Immer noch ein malerischer Anblick. (Foto: Renate Tiffe)

Schodder: Wir helfen bei der Umsetzung zur Sanierung

KLEINBURGWEDEL (ti). Wer in den Tagen um Pfingsten die Gelegenheit zu einem Ausflug an den Würmsee nutzte, wird nach wie vor hingerissen sein vom Zauber und der Anmut des kleinen natürlichen Gewässers.
Es ist ein Kleinod, das in der Vergangenheit seine Anziehungskraft weit über den Ort Burgwedel hinaus ausübte. Nur leider ist diese Kraft weitgehend zum Erliegen gekommen, seit die Natur in immer größeren Schritten das Terrain für sich zurückerobert. Das jahrzehntelange Gerangel um den Erhalt des Sees soll jetzt ein Ende finden.
Nach einem Vertrag mit dem Realverband ist ab 1. Juni dieses Jahres die Stadt für den See zuständig. Sie hat die Fläche gepachtet. D.h. der Realverband Kleinburgwedel bleibt weiter Eigentümer. Sozusagen die Bewirtschaftung wird jedoch von der städtischen Verwaltung mit übernommen, so wie dies beispielsweise auch beim Amtspark geschieht, welcher der Region Hannover gehört.
Wie es sich über die Jahre herausgestellt hatte, war der Realverband mit der Aufgabe der Erhaltung des Sees überfordert. Zunächst hatte der Landkreis Hannover regelmäßig zugepumpt, um den Wasserspiegel zu erhalten. Das Dilemma habe jedoch 1994 angefangen, als eine Rechnung über die Kosten geschickt worden war, erläuterte der Vorsitzende des Realverbandes, Friedhelm Leisenberg, in der vergangenen Ortsratssitzung.
Seitdem gab es immer wieder Lösungsvorschläge, auch von der Region im Rahmen ihres Naherholungskonzepts. Die Idee, das Gewässer der Natur zu überlassen, und von einem Aussichtsturm aus von Besuchern, vornehmlich Schulklassen, die Phasen der Verlandung beobachten zu lassen, erweckte nicht nur beim Realverbandsvorsitzenden ein Kopfschütteln. Durchgehend gab es immer wieder Vorwürfe gegen „die reiche Stadt Burgwedel“, die sich nicht um den See kümmere.
Insofern ist der Vertragsabschluss ein großer Fortschritt, weil er klare Verhältnisse schafft. Was allerdings nicht bedeutet, dass es jetzt mit Hochdruck voran gehen wird mit der Entschlammung und dem Rückschnitt des Bewuchses. Wie der Umweltkoordinator der Stadt, Malte Schubert, in der Ortsratssitzung erklärte, werden „die Dinge zunächst fachlich und rechtlich geklärt“ werden müssen.
Als erster Schritt werde die Entschlammung vorbereitet, konsenzmäßig und transparent, wie er betonte und möglicherweise erst in Teilbereichen. Wichtig wird die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Hannover sein. Zwar sei der Schlamm nicht mit Schadstoffen belastet, die Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen müsse dennoch überprüft werden.
Aus Gründen des Naturschutzes sei zur Zeit an das Schneiden nicht zu denken. Da vermutlich kein großes Budget zur Verfügung stehen wird, werde die Sanierung in kleinen Schritten vor sich gehen, meinte Schubert. Zuerst sollen die maroden Bänke erneuert werden. Die Gaststätte und ihr Umfeld bleiben weiter in der Obhut des Realverbandes.
Auf Vorschlag des „Grünen“-Ratsherrn im Ortsrat, Heinz Visel, solle es, wenn schon keinen Leuchturm, so doch Informationstafeln geben, auf denen die Besucher über den See informiert werden, „damit sie begreifen, was da los ist und warum nicht mehr gemacht werden kann“.
Ortsbürgermeister Jürgen Schodder zeigte sich zuversichtlich: „wir werden weiter einen See haben und keine Modderkuhle“. Der Würmsee sei das Aushängeschild Kleinburgwedels. Dem Umweltbeauftragten versprach er, „wir helfen Ihnen, wo wir können“.