500 Meter Zaun zum Schutz der Kröten und Molche

Der Krötenzaun an der Kreisstraße zwischen Engensen und Ramlingen steht. 500 Meter haben die NABU Mitglieder am Samstagmorgen aufgestellt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Milde Temperaturen lassen Krötenwanderung beginnen

ENGENSEN (hhs). Es ist mild geworden in der Norddeutschen Tiefebene, selbst nachts und auch in der Vollmondphase nicht sanken die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt. Wenn diese Witterungsbedingungen nach dem Winter auftreten, sind die Mitglieder des NABU Burgwedel und Isernhagen sensibilisiert: Dann setzt die Krötenwanderung ein.
Die Tiere wandern von den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Sie müssen dabei oftmals Straßen überqueren, was für viele der Tiere das sichere Ende bedeutet. An vielen Streckenabschnitten beginnt dann das Massensterben von Erdkröten, Molchen, Kreuzkröten und manchmal auch von Eidechsen, Blindschleichen und Ringelnattern.
Horst Hagenberg vom hiesigen NABU hatte es am Freitagmorgen im Gefühl. Das Wetter passte, er setzte sich aufs Fahrrad und fuhr zur Kreisstraße zwischen Engensen und Ramlingen. Dort stellt der NABU seit vielen Jahren seinen Krötenschutzzaun etwa in Höhe der Wulbeck auf.
Hagenberg musste nicht lange suchen. Schnell fand er eine platt gefahrene Erdkröte auf der Fahrbahn. Nun musste es schnell gehen: Verkehrsschilder bei der Stadt besorgen und Mitglieder für den Zaunbau motiviert werden.
Bereits Samstag um 10.00 Uhr war alles organisiert und die freiwilligen Helfer trafen sich zwischen Engensen und Ramlingen. Uwe Siemers hatte Zaun, Eimer und weitere Materialen auf seinem Anhänger. Sieben Helfer waren es, die meisten von ihnen mit jahrelanger Erfahrung im Aufstellen von Krötenzäunen. Auf einer Strecke von 500 Metern wurde alle paar Meter ein Eimer eingegraben und ein Stock senkrecht hineingestellt, damit Mäuse, die dort hineinfallen, auch wieder ohne fremde Hilfe aus dem Eimer entkommen können.
Eineinhalb Stunden später war die Arbeit getan. Täglich werden die Eimer nun kontrolliert und alles Getier, was sich darin fängt, auf dem Gelände südlich der Kreisstraße wieder freigelassen. Die Kröten kommen in ihr Laichgewässer, das knapp 100 Meter weiter entfernt ist.
Die NABU-Mitglieder rechnen damit, dass die Krötenwanderung in den kommenden Tagen voll einsetzt. „Wenn die Temperaturen sich nachts bei etwa sechs Grad Celsius einpendeln und es noch etwas regnet, dann sind das ideale Bedingungen für die Tiere, mit ihrer Wanderung zu beginnen“, weiß Horst Hagenberg aus Erfahrung. Dann habe man in den Vorjahren schon einige hundert Kröten an einem Morgen über die Straße gerettet.
Diese Arbeit lohne sich aus Sicht des NABU. Eine Erdkröte vertilge jährlich ein gutes Kilo an Insekten, Käfern, Schnecken und trage somit ganz erheblich dazu bei, die Zahl dieser Plagegeister in Grenzen zu halten.
Bereits am Sonntagmorgen konnten 27 Kröten und ein Teichmolch aus den Eimern gesammelt werden.