50 Jahre katholische St. Paulus-Kirche in Großburgwedel

Pfarrer Hartmut Lütge hielt die Predigt bei der Festmesse anlässlich des Kirchweihjubiläums. (Foto: Renate Tiffe)
 
Probst Martin Tenge ermunterte die Pfarrgemeinde, weiter eine lebendige Kirche zu bleiben. (Foto: Renate Tiffe)

Festliche Messe zum Kirchweih-Jubiläum

GROSSBURGWEDEL (ti). Gemessen an Kirchen wie dem Hildesheimer Dom mögen 50 Jahre keine lange Zeit sein. Für die katholische St. Paulus-Pfarrgemeinde in Großburgwedel war das Kirchweihjubiläum jedoch ein Anlass, in einer festlichen Messe mit anschließendem Empfang Rückschau zu halten und in die Zukunft zu blicken. Mehr als 250 Gläubige und Gäste waren der Einladung zu dem besonderen Gottesdienst gefolgt. Er war der Auftakt zu den Feierlichkeiten, die nach Pfingsten mit einer Festwoche fortgesetzt werden.
Beherzt ging Pfarrer Hartwig Lütge in seiner Predigt die Frage an: „Kann man Kirche lieben?“ Von den Jungen werde sie oft als eine Institution empfunden, die auf ein „Leben mit angezogener Handbremse“ vorbereitet. Erwachsene ärgern und reiben sich an ihr, viele treten aus. Kirche müsse mit der Zeit gehen, betonen sie. Ein unmittelbarer Nutzen sei nicht leicht erkennbar wie etwa in der Art einer geistlichen Apotheke, die für jede Situation ein adäquates Mittel parat habe.
Vielleicht gleiche Kirche eher einem Garten, den man hegen und pflegen muss, ehe er eine Ernte erwarten lässt, meinte der Geistliche. Frucht trage jedoch die Teilhabe an der göttlichen Gemeinschaft, die die Sehnsucht des Menschen nach anderen Menschen stille, die Geborgenheit gewähre - nicht aus eigener Kraft. Kein soziales Training könne diese Kraft ersetzen, deren Quelle der von Gott gesandte Geist sei.
Es war eine Festmesse, getragen von viel Musik an der Orgel und den Gesängen des Oratorienchores unter der Leitung von Martin-Helge Lüssenhop, in der zur Kommunion eingeladen wurde und die mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Großer Gott wir loben dich“ ausklang.
Der sich anschließende Empfang mit den Grußworten anlässlich des Jubiläums fand zunächst in der Kirche statt. Die Pfarrgemeindevorsitzende Petra Wulff begrüßte die Gäste aus den befreundeten Kirchengemeinden und der Politik. Allen voran den Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt, der sich der katholischen Kirche schon lange vor seiner Zeit als Bürgermeister verbunden fühlte, wie er amüsant ausführte. Die sechziger Jahre nach dem zweiten Weltkrieg seien reif gewesen für den Bau einer eigenen Kirche, die den Gläubigen in Großburgwedel und Isernhagen eine Heimat geben und Verwurzelung schaffen konnte, sagte er.
Bürgermeister Axel Düker hob hervor, dass das Engagement der Pfarrgemeinde nicht an der Kirchentür ende. Die Stadt könne auf Hilfe und Unterstützung zählen, beispielsweise auch bei der Betreuung und dem Deutschunterricht für Flüchtlinge. Pastor Andreas Böger von der evangelischen St. Petri-Kirchengemeinde überbrachte eine St. Paulus/St. Petri-Kerze und erinnerte an 50 Jahre gelebter Ökumene der beiden Kirchen. Zusammen mit dem Gruß an seine ehemalige Heimatgemeinde übermittelte Regionaldechant Probst Martin Tenge die Grüße von 153.000 anderen Katholiken aus der Region. Er riet, die Kreise, die sich immer in der Gemeinde sehen, zu Halbkreisen zu öffnen und immer auch für andere da zu sein. Dann werde die St. Paulus-Pfarrgemeinde auch in den nächsten 50 Jahren ein lebendiger Teil der Kirche bleiben.
Während des Empfangs wurde an der rechten Seitenwand eine große Text- und Foto-Collage enthüllt, an der alle wichtigen Ereignisse festgehalten waren - sozusagen als das Gedächtnis der Kirche. Stephan Meyer, der stellvertretende Kirchenvorsteher, ehrte Sigmar Uellendahl und Josef Hubrich, die das Material zu großen Teilen zusammengetragen haben. Sie revanchierten sich mit zwei leeren Mappen für künftige Jahre.