5. Realschulklasse wanderte 12 Kilometer nach Gailhof

Im Sprillgehege an der Schutzhütte wartete Förster Hans Jürgen Thies auf die Kinder und erzählte ihnen eine Menge über den Wald und die Tiere, die dort leben. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Soziales Miteinander fördern, Rücksicht und Hilfe steigern

BURGWEDEL (hhs). Am vergangenen Mittwoch Woche startete eine 5. Klasse der Realschule Burgwedel am Bahnhof zu einer ganz besonderen Schulveranstaltung: Sie begannen gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Kurt Kaschke eine etwa 12 Kilometer lange Wanderung durch Feld, Flur und Wald zum Jugend-, Gäste- und Seminarhaus der Region Hannover in Gailhof in der Nachbargemeinde Wedemark. Dort sind am gleichen Tag noch zwei weitere 4. Klassen der Realschule eingetroffen. Bis zum Freitag dauerte der Aufenthalt dort. Es ging zum einen darum, dass sich die Schüler untereinander besser kennen lernen und ihr soziales Miteinander verbessern sollten.
Als Kurt Kaschke den Lehrerkollegen seinen Plan zur zwölf Kilometer langen Wanderung mit den Kindern vorstellte, da hätten die abgewunken, sagt er. „Sie meinten, die Kinder würden das nie schaffen, so eine Strecke bei kühler Witterung gewissermaßen über Stock und Stein. Aber das klappt besser, als ich es selbst erwartet habe“, freute sich Kaschke auf etwa halber Strecke im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Die Kinder hätten knapp die erste Hälfte des Marsches nach Gailhof in einer guten halben Stunde geschafft, fuhr er fort. Und das Engagement der Schülerinnen und Schüler sei ausgesprochen groß. In einer kleinen Schutzhütte im Sprillgehege etwas westlich vom Trülldamm war ein Treffen mit Förster Hans Jürgen Thies vereinbart, der den Kindern etwas über den Wald erzählte und Präparate und Geweihe mitgebracht hatte. Damit gelang es dem Förster, ein richtig tolles Gespräch mit der Klasse zu führen und er war am Ende erstaunt, wie viel die Schülerinnen und Schüler über die Natur zu erzählen wussten.
Die Gruppe wurde begleitet von zwei Urgesteinen des Naturschutzes in der Stadt Burgwedel: Peter Böer und Uwe Siemers vom NABU Burgwedel. Sie beide seien mitgekommen, weil man alte Pfadfinder, die jeden Weg und Steg und Schleichweg im Busch kennen, immer gebrauchen könne, flachsten sie. Vorsichtshalber hatten die beiden ihre Fahrräder dabei. Sie mussten sich schließlich am gleichen Tag wieder auf den Rückweg machen.
„Für die Kinder ist es schon ein besonderes und auch ungewöhnliches Erlebnis, im rauen Herbst den Wald mit seinen Farben, Stimmungen, Gerüchen und Geräuschen kennen zu lernen“, erläuterte Kurt Kaschke sein Konzept. Auf diese Weise können wir den Kindern die Natur näher bringen und durch die Anstrengung beim Marsch lernen sie gegenseitige Hilfe, sie steigern ihr soziales Miteinander und verstärken die Rücksichtnahme anderen gegenüber. Es war bis hier her schon beeindruckend, wie viel Hilfsbereitschaft und Aufmunterungen sie gezeigt haben“. In Gailhof solle dann das Bewusstsein entstehen, dass die Klasse ein Team, ist. „Hier sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Klassengemeinschaft stärken und Verständnis für den Einzelnen entwickeln. Daraus ergeben sich dann starke Persönlichkeiten für den Schulalltag. Man darf Kindern nicht den Spaß nehmen“, so sein Fazit.