3.700 Unterschriften für den Erhalt des Klinikstandortes Burgwedel

Übergabe der Unterschriften an die Leitung des Klinikums Großburgwedel (v.l.n.r.): Pflegedienstleiter Jürgen Lehnert, Birgit Diers (CDU, stellvertretende Bürgermeisterin), Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller (CDU), Marcus Kirchmann (Kaufmännischer Direktor), Rainer Fredermann (CDU-Landtags- und Regions-Abgeordneter) und Professor Dr. Jekabs Leititis (Ärztlicher Direktor des Klinikums). (Foto: Renate Tiffe)

Abordnung der CDU übergab Listen an die Krankenhausleitung

GROSSBURGWEDEL (ti). 3.700 Unterschriften, dazu über 1.000 Unterzeichner der On-line-Petition der Jungen Union – fast ein Viertel der Burgwedeler Bevölkerung hat sich innerhalb von sechs Tagen zur angekündigten Umstrukturierung des Klinikums Region Hannover (KRH) geäußert, zu dem auch das Burgwedeler Krankenhaus gehört. Eine Abordnung der CDU übergab die Listen an die Klinikleitung in Großburgwedel - einen Tag, bevor der Aufsichtsrat des KRH seine Pläne bekanntgab.
Mit der Unterschriftenaktion sollte rechtzeitig ein klares Zeichen gesetzt werden, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihren Einfluss bei der Willensbildung geltend machen wollen, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Diers vor der Übergabe. Der ärztliche Direktor, Professor Jekabs Leititis nahm es gelassen.
Er sei nicht erstaunt über solche Aktivitäten, erwiderte er. Überall hängen die Menschen an ihrer lokalen Versorgung. Marcus Kirchmann, der Kaufmännische Direktor für die Kliniken in Burgwedel, Lehrte und Laatzen hielt die Reaktion für nachvollziehbar, schloss aber nicht aus, dass es ähnliche Aktionen auch in Lehrte geben werde und schließlich auch in Burgdorf.
Die wirtschaftliche Situation sei klar, so Kirchmann. Bis 2017 müssten die Kliniken tragfähig sein. Von Vorteil sei es, dass das KRH die Voraussetzungen für positive Strategien selbst entwickelt habe. Flächendeckend und wohnortnah soll die medizinische Versorgung bleiben. In Notfällen muss das Krankenhaus innerhalb von 20 Minuten zu erreichen sein.
Es gehe um ein übergreifendes, zukunftsfähiges Gesamt-Konzept. Keiner wisse zurzeit Genaueres über den künftigen Standort für den Nord-Ost-Bereich, sagte Leititis. „Wir wissen nur, es muss gebaut werden. So kann das Haus unter den neuen Prämissen nicht mehr betrieben werden.
Rainer Fredermann schilderte die Betroffenheit der Burgwedeler Bürger. Noch im Mai dieses Jahres habe die damalige Geschäftsführung von einer wirtschaftlichen Entwicklung gesprochen. Er wisse nicht mehr, wie mit den Aussagen des Klinikums umzugehen sei, ärgerte sich der CDU-Landtags- und Regions-Abgeordnete.
Gegen Ende der Diskussion mischte sich auch der Pflegedienstdirektor der drei Krankenhäuser, Jürgen Lehnert, mit ein. Er finde es pervers, was jetzt laufe, meinte er. Es gehe darum, die Notfallversorgung optimal zu gestalten, was im Ost-Bereich nicht mehr gegeben sei. Auf die beste Patientenversorgung müsse der Fokus gerichtet werden und nicht auf den einen oder anderen Standort.