2522 Straftaten in Burgwedel und Isernhagen in 2014

Die Karte zeigt die Verteilung der Diebstahlsdelikte aus Kfz. Rote Punkte stehen für einen Navi, blaue für einen Airbag. Die Tatortschwerpunkte liegen immer in der Nähe von BAB-Zufahrten (Quelle: Polizeidirektion Hannover). (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kriminalstatistik des Polizeikommissariates Burgwedel für 2014

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Mittwoch dieser Woche legte das Polizeikommissariat Großburgwedel die Kriminalstatistik für das Jahr 2014 vor: Leichter Anstieg der Zahl der Straftaten um 3,5% auf 2522.
Die Beamten haben davon 2095 Straftaten bearbeitet und dabei eine Aufklärungsquote von 59,76% erreicht. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sei weiterhin belastend trotz des Rückgangs um 32 auf insgesamt 112 Delikte. Einen Anstieg meldet das Kommissariat bei schwerem Diebstahl aus Kraftfahrzeugen um sieben Delikte. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist um knapp 250% gestiegen von 33 in 2013 auf 114 in 2014. Insgesamt sei die Gemeinde Isernhagen anteilig an den Delikten leicht stärker betroffen als die Stadt Burgwedel.
Der Anstieg bei den Rauschgiftdelikten scheine auf den ersten Blick zwar erschreckend, sei aber für seine Ermittler eine „schöne Zahl“, erläuterte der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Ralf-Emil Bahn die Hintergründe. „Die Dealer haben ihr Verhalten geändert. Sie verwenden zunehmend sogenannte Messenger-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke für die Abwicklung ihrer Geschäfte“, so Bahn.
„Das eröffnet uns natürlich auch neue Ermittlungsmöglichkeiten. Wir sind nun nicht mehr auf Zeugenaussagen in diesem Bereich angewiesen. So kommt auch die eigentlich unglaubliche Zahl von 105 Tatverdächtigen zustande, die unsere Beamten erfolgreich ermittelt haben“, erläuterte Kommissariatsleiter Günter Heller den Ablauf. „Diese Zahlen belegen aber auch, das im Bereich der Betäubungsmitteldelikte die Dunkelziffer schon immer sehr hoch war.
Nach Einschätzung der beiden Beamten leiden die beiden Kommunen Burgwedel und Isernhagen aber nicht unter einem „ernsten Drogenproblem“. In beinahe allen 114 Fällen handele es sich um Cannabis, so Ralf-Emil Bahn. Harte Drogen wie Kokain oder Speed seien nicht vorgefunden worden. Interessant sei das Alter der Täter: 40 Minderjährige, 33 Heranwachsende und 32 Erwachsene: „Drogenkonsum ist nicht immer eine Jugendsünde“, so Bahn.
Sorgen bereitet den Beamten der Bereich der Wohnungseinbrüche. Es sei zwar ein leichter Rückgang festzustellen. „112 Mal haben Unbekannte in Wohnungen oder Häuser eingebrochen. Wir hatten häufig den Einbruch, dass es sich dabei um Seriendelikte handelte“, so der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. Die Aufklärungsquote bleibe weiterhin mit 20 % gering.
In diesem Zusammenhang kam der Appell des Kommissariatleiters an die Bevölkerung: „Bei den Haus- und Wohnungseinbrüchen sind wir ganz stark auf Hinweise aus unserer Bevölkerung angewiesen“, sagte er. Aufmerksame Zeugen sollten unbedingt bei der Polizei in Großburgwedel anrufen. „Wir kommen lieber einmal zuviel als viel zu spät. Je zeitnaher wir informiert werden, desto höher ist die Chance, die Täter stellen zu können“.
Nach Einschätzung der beiden Beamten gelte gleiches auch bei den Diebstahldelikten aus Kraftfahrzeugen. 167 Straftaten waren zu bearbeiten. Hauptsächlich hätten die Täter fest installierte Navigationsgeräte, Airbags aus PKWs und aus Firmenfahrzeugen Werkzeug gestohlen. „Hier waren mit Sicherheit Banden am Werk, die mit Plan vorgegangen sind“, so Günter Heller. Im Moment sei in diesem Bereich etwas Ruhe eingekehrt. In benachbarten Kommunen und in Hannover seien der Polizei gleich mehrere Banden ins Netz gegangen.