25 Jahre FDP-Hoffest bei Gremmel in Großburgwedel

Entspannte Atmosphäre auf dem FDP-Hoffest bei Gremmel: Kräftigen Beifall gab es für die Rede des stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki (vorn rechts). (Foto: Renate Tiffe)

Gastredner war der stellvertretende Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki

GROSSBURGWEDEL (ti). 25 Jahre Hoffest der Burgwedeler FDP bei Heinrich Gremmel in Großburgwedel – für die Freien Demokraten nicht unbedingt ein Anlass zu einer pompösen Feier.
Ihr Jubiläum begingen sie unprätentiös - „so wie immer“, sagte die Vorsitzende des Stadtverbandes, Dr. Isa Huelsz. Was nicht ausschloss, dass mit Wolfgang Kubicki ein prominenter Gastredner sein Kommen angekündigt hatte. Und dass sich viel mehr Gäste als sonst einfanden. „Das FDP-Hoffest ist eine Burgwedeler Institution“, bemerkte Axel Düker, der SPD-Bürgermeister.
Angefangen hatte es ein wenig im Schatten der legendären Sommerfeste auf dem Hof von Heinrich Grethe in Kirchhorst, bei denen Politiker jeder Couleur aus weitem Umkreis sich ein Stelldichein gaben. Die Isernhagener Hoffeste veränderten sich mit der Zeit.
Die Burgwedeler FDP, eine Partei mit ehemals großer Tradition in der früheren Gemeinde, traf sich „so wie immer“, auch als sich andere politische Konstellationen ergaben, auch als die Wähler, mehr dem Bundestrend und weniger der Politik vor Ort folgend, der Partei in Burgwedel eine Absage erteilten.
Der gute Geist der Liberalen war - und ist – Heinrich Gremmel, aktiver Landwirt und anerkannter Komunalpolitiker, der sich vor einiger Zeit aus dem politischen Geschäft zurückgezogen hat. „Ohne Dich wäre die Burgwedeler FDP nichts“, versuchte die Vorsitzende ihren Dank bei ihm anzubringen.
Gremmel, der nie und nirgends im Vordergrund stehen wollte, hatte kaum Zeit dafür. „Wir müssen Tische und Bänke heranschaffen, es wird richtig voll hier“, war er schon wieder unterwegs. Seine Familie war immer dabei. Als er selbst einmal nicht mehr wollte oder konnte, so Isa Huelsz, habe die Familie darauf bestanden, dass es weiter geht.
Unter den mehr als 80 Gästen des Hoffestes waren der Landesvorsitzende Dr. Stefan Birkner, der Regionsvorsitzende Gerhard Kier, die FDP-Vorsitzenden aus Langenhagen und Isernhagen und selbstverständlich der Großburgwedeler und einige andere Ortsbürgermeister aus der Stadt, sowie viele Freunde der Partei und politisch Interessierte.
Die Freien Demokraten waren also keineswegs nur unter sich, als Kubicki sich in seiner Rede in Anbetracht der sommerlichen Hitze kurz hielt, ein paar liberale Kernsätze aufzeigte und der Großen Koalition die passenden Seitenhiebe versetzte. Zum allgegenwärtigen Griechenland-Problem meinte er schlüssig, dass dort die sozialistische Lösung gewollt sei, Wohlstand zu Lasten der anderen statt Solidarität. Der Übergang zu „den anderen“ hierzulande gelang mühelos: „Wir wollen die Menschen nicht erziehen, sondern dazu beitragen, dass sie ihr Lebens selbst so gestalten können, wie sie es wünschen“, so Kubicki. Beifall. Zur Großen Koalition äußerte sich der Medienstar unter den Liberalen in bekannter Manier: anstelle von Mütterrente und Rente mit 63 wären Investitionen in die Infrastruktur zukunftssicherer gewesen, der Mindestlohn mache keinen Sinn, es solle für mehr Wettbewerb gesorgt werden. Begrenzen habe noch nie geholfen, stattdessen müssten dessen Regeln diskutiert werden. Das treffe insbesondere auch auf TTIP zu.
Es gab genug Gesprächsstoff bei Bier und Wein an den Tischen. Die Mischung machte es, wie immer. Mittlerweile wurden auch die Temperaturen erträglicher. Es soll ein langer Abend gewesen sein.