2016: Ein neuer Anlauf für die Rettung des Würmsees?

So zeigt sich der Würmsee jetzt: wieder als eine Wasserfläche nach den Regenfällen im Herbst. (Foto: Renate Tiffe)
 
Erinnerung an vergangene Zeiten. Der Pfahl zeigt eine Höhe von 1,40 m an. (Foto: Renate Tiffe)

Vertrag zwischen Stadt und Realverband ist in Vorbereitung

KLEINBURGWEDEL (ti). Ein neuer Anlauf für die Erhaltung des Würmsees als Naherholungsziel? In der letzten Ortsratssitzung des vergangenen Jahres in Kleinburgwedel gab es einen Sachstandsbericht zur Sanierung des Gewässers, das seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten, immer einmal wieder in den Blick der Stadtpolitik gerät. Angekündigt wurde der Beginn von durchgreifenden Maßnahmen noch im ersten Halbjahr 2016.
Grundlage für diese Annahme ist ein Vertragswerk, das zurzeit unter Einbeziehung der Fachabteilung der Region Hannover zwischen der Stadt Burgwedel und dem Kleinburgwedeler Realverband als Eigentümer des Areals ausgehandelt wird. Über den Inhalt wird von allen Seiten Stillschweigen gewahrt.
Nur soviel war zu erfahren, dass der von der Stadt erstellte Entwurf an den Realverband weitergeleitet wurde. Er befindet sich zur Zeit zur Überprüfung beim Niedersächsischen Landvolkverband. Im Februar soll er den Mitgliedern des Realverbandes vorgestellt werden, zu denen alle Grundstückseigentümer Kleinburgwedels gehören.
Er hoffe, dass es jetzt bald losgehen kann, sagte Friedhelm Leisenberg, Vorsitzender des Realsverbandes und CDU-Ratsherr in der Sitzung. Endlich werde nun auch die Stadt tätig, deren Rat beschlossen habe, die Wasserfläche zu erhalten. Die Zeit dränge, weil das letzte Gutachten zur Schadstoffbelastung des Sees nur noch ein halbes bis ein dreiviertel Jahr Bestand habe. Der Umweltbeauftragte der Stadt Malte Schubert bestätigte, dass bereits Mittel im Haushalt der Stadt und bei der Region eingestellt sind. Damit sei man jetzt schon ein wesentliches Stück weitergekommen.
Es ist bereits das vierte Gutachten, das vorgelegt wurde. Ausgehend von einer Summe von jeweils etwa 2000 bis 2500 Euro, ist bereits viel Geld ausgegeben worden - mit dem schon einiges für den See zu erreichen gewesen wäre, meinen viele. Als Ergebnis wurde stets festgestellt, dass es keine Schadstoffbelastung gibt, aber einen großen Anteil von organischer Masse, die sich nicht so ohne weiteres auf die umliegenden Äcker ausbringen lasse, wie Schubert ausführte. Die Verteilung sei mit hohen Kosten verbunden.
Der Zustand des Sees lässt allerdings auch kein langes Aufschieben des Problems mehr zu. In vergangenen Sommer soll er bereits trocken gefallen sein. Erst die Regenfälle im Herbst haben wieder zu einer an vielen Stellen begrenzten Wasserfläche geführt.
Was einst ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt war mit Schlittschuhlaufen im Winter und Bootfahren im Sommer – das ist allerdings schon lange her – macht jetzt einen so heruntergekommenen Eindruck, dass kaum noch Spaziergänger dort anzutreffen sind. Seit etwa zwei Jahren gebe es kaum noch Besucher, beklagt Dietrich Schley, Wirt der Gaststätte am See. Der 74-Jährige, dem das Gebäude seit den 1990er Jahren gehört, zeigt sich mutlos.
Was habe es schon für Pläne in den vergangenen Jahren gegeben, resümiert er. Geradezu lachhaft sei der Vorschlag der Region gewesen, das Gewässer verlanden zu lassen und einen Aussichtsturm darauf zu bauen. Schulklassen sollten dort hingeschickt werden, um das „Naturereignis“ betrachten zu können.
Man darf gespannt sein, wie der Würmsee, der vielen Burgwedelern – und nicht nur ihnen - ans Herz gewachsen ist, nun wieder zum wirklichen Naherholungsziel wird.