150 Jahre Tradition im roten Rock

Ihr müssen alle folgen: Piqueur Mechthild von Lucke (r.) mit Master Camill von Dungern kurz vor dem Abritt zur Jubiläumsschleppjagd. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Jubiläum am Hubertustag: Reitverein veranstaltet Schleppjagd mit großem Programm

ISERNHAGEN HB (bgp). Der Reit- und Fahrverein Isernhagen hatte es am Hubertustag gut getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein hieß es für rund einhundert Reiter: „Aufgesessen und Abritt“ zur Jubiläums-Schleppjagd mit der Niedersachsenmeute unter Master Camill von Dungern.
Die Jagd am 3. November war Bestandteil der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Schleppjagd in Isernhagen. Im Jahr 1866 gründete sich das Militärreitinstitut in Hannover, dessen Reiter „In schnellem Tempo Denken und Handeln“ lernen sollten. Aus dieser Maßgabe entwickelte sich die Schleppjagd im Folgejahr als Teil der Ausbildung der Kavallerie, um schnelles Reiten auf vorgegebenem Terrain mit anspruchsvollen Hindernissen zu trainieren. Da das Tempo möglichst hoch gehalten werden sollte, ritten die jungen Offiziere hinter einer Hundemeute, die einer zuvor gelegten Duftspur folgte.
Das langjährige Bestehen dieser anspruchsvollen Reittradition nahm der Verein zum Anlass, bereits Mitte August mit einer „Kurzen abendlichen geselligen Schleppjagd am historischen Orte“ die Jagdsaison in Isernhagen mit der Niedersachsenmeute zu eröffnen. Höhepunkt der Feierlichkeiten blieb jedoch die traditionelle Schleppjagd am Hubertustag, welche nach dem Stelldichein mit einem großen Frühstück, zu dem Jagdherr Eugen Klein zahlreiche Ehrengäste begrüßte, begann.
Gegen 13.00 Uhr blies die Parforcehorngruppe Fermate Hannover zum Aufbruch. In raschem Tempo preschten die Pferde los und folgten der Meute auf der von Piqueur Mechthild von Lucke gelegten Spur. Über die Wiesen hinter dem Vereinsgelände galoppierte die Jagdgesellschaft in Richtung des benachbarten Standortübungsplatzes Hannover-Langenhagen, über den die weitere Strecke führte.
Im Anschluss an das Halali am Nachmittag fand der abendliche „Jubiläumsstiefelball“ in der Reithalle des Vereins statt. Wer noch nicht genug hatte, konnte am Folgetag zu einem „Ritt durch die Zeit“ aufsitzen, der in gemäßigtem Tempo ohne Hunde durch die Wietzeauen, den Mörsewinkel und die „Seestädte“ Hainhaus, Maspe und Twenge führte. An verschiedenen Stationen wurden die Teilnehmer verköstigt und erfuhren interessante Dinge aus der langen Geschichte der Schleppjagd.
Am Abend trafen sich die Gäste im Hotel Kokenhof zum Jubiläumsball wieder, um im Festgewand die einhundertfünfzigste Isernhagener Schleppjagd zur Musik der „Golden Boys“ ausklingen zu lassen. Nicht ohne Grund stand im Zeitplan der Einladung: „Halali – ungewiss“.