Wieder einer „Englische Woche“ für die Recken

Der neue Trainer Jens Bürkle (Mitte) sagt seinen Spielern während einem Team-Time-Out was sie besser machen sollen. (Foto: st)

Auswärts bei der HSG Wetzlar und dann gegen Rhein-Neckar Löwen

BURGDORF (st). Nach dem die TSV Hannover-Burgdorf mit einem ein wenig überraschenden Auftaktsieg beim 26:23 gegen Frisch Auf Göppingen in die Saison gestartet ist, erwartete sie nach einer zehntägigen Pause gleich ein Doppelschlag beim THW Kiel (29:33) und gegen den Bergischen HC (29:24). Mit 4:2-Punkten liegen die Recken im guten Mittelfeld der Tabelle und der Saisonstart kann als gelungen eingestuft werden. In der laufenden Woche steht mit den Partien bei der HSG Wetzlar und gegen die Rhein-Neckar Löwen aber gleich wieder eine „Englische Woche“ auf dem Programm.
Der September kennt für Handballbundesligist Hannover-Burgdorf kein Pardon. Sechs Spiele innerhalb von 25 Tagen sind eine große Herausforderung für das Team um den neuen Coach Jens Bürkle. Zum Glück konnten Kai Häfner und seine Mitspieler am vergangenen Sonnabend den zweiten Heimsieg einfahren und mit 29:24-Toren den Bergischen HC nach Hause schicken. Damit haben sie Luft und keinen Erfolgsdruck für die folgenden Aufgaben. Aber die TSV will jetzt mehr und sich im Vorderfeld der Tabelle einnisten. Das wird aber viel Kraft kosten und so sollten die Begegnungen in dieser Woche mit Bedacht angegangen werden.
Zunächst reist die TSV heute zur HSG Wetzlar. Ab 20.15 Uhr steht in der RITTAL-Arena in Wetzlar ein schweres Auswärtsspiel auf dem Spielplan. Der letztjährige Tabellenneunte ist zwar schwach in die Serie gestartet, will sich aber in eigener Halle von den Recken nicht überraschen lassen. Die Bilanz im vergangenen Jahr war ausgeglichen. In Wetzlar kassierte die TSV eine 27:29-Niederlage, in eigener Halle wurde mit einem 28:26-Sieg der Klassenerhalt perfekt gemacht. Jetzt steht das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in der neuen Spielzeit bevor und die Bürkle-Schützlinge wollen ihr bisher engagiertes Auftreten auch in Wetzlar bestätigen.
Damit ein Punktgewinn gelingt, müssen Lars Lehnhoff und Co aber schon topfit auftreten. Der Gastgeber hat zwar nach dem Karriereende von Ivano Balic als Spielmacher und dem Weggang anderer namhafter Akteure, wie José Javier Hombrados oder Kent Robin Tönnesen, noch ein wenig Schwierigkeiten und das Zusammenspiel klappt noch nicht wunschgemäß. Aber Trainer Kai Wandschneider sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg und will mit Teamgeist punkten. Besonders die Neuzugänge Filip Mirkulowski und Torwart Nikolai Weber, die beide von der TSV zu den Mittelhessen wechselten, sollen der TSV Kopfschmerzen bereiten.
Davon darf sich die Gästemannschaft aber nicht beeindrucken lassen und sollte schnell zu ihrem Spiel finden. Wenn die Abwehr weiter so gute Arbeit verrichtet, wie in den ersten drei Partien, dann ist ein Erfolg durchaus realisierbar.
Ob das auch vier Tage später, am Sonntag, 13. September, ab 17.15 Uhr gelingt, ist doch sehr fraglich. Dann erwartet die TSV einen Topfavoriten auf die Meisterschaft in der Swiss Life Hall in Hannover. Die Rhein-Neckar Löwen werden ihre Visitenkarte abgeben und haben in den vergangenen Jahren immer einen doppelten Punktgewinn mit nach Hause nehmen können. In der vergangenen Saison gab es beim 23:31 eine deftige Pleite und auch in Mannheim war beim 20:32 für die Recken nichts zu holen.
Allerdings präsentieren sich Keeper Martin Ziemer und seine Vorderleute in eigener Halle bisher sehr souverän und warum sollte nicht auch eine Spitzenmannschaft in Hannover mal stolpern? Dazu muss bei der TSV aber alles passen und auch ein wenig Glück dazukommen. Die Löwen kommen mit einer eingespielten Mannschaft und ganz starken Einzelspielern nach Hannover. Angefangen mit den Torwarten Mikael Appelgren (Neuzugang von MT Melsungen) und Darko Stanic (ebenfalls neu von Al Kuwait), den Rückraumspielern Ekdahl Du Rietz, Alexander Petersson oder André Schmid, Kreisläufer Gedeon Guardiola bis hin zu der besten Flügelzange der Bundesliga Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer bieten die TSV-Gäste Weltklassespieler auf. Trainer Nikolaj Jacobsen musste sein Team zwar etwas umkrempeln und neu gestalten, die ersten Ergebnisse zeigen aber, dass die Lust auf Handball und einen Spitzenplatz ungebrochen ist. Die TSV will mit ihrer starken Defensive gegen den Favoriten punkten und sich in der Offensive von dem tollen hannoverschen Publikum tragen lassen. Nur mit einer Leistung, die bei hundert Prozent liegen muss, einem fehlerfreien Angriff und einer Topmotivation könnte ein Erfolg gegen die Badener gelingen. Unmöglich ist das aber nicht, denn immerhin wollen die Recken in dieser Spielzeit auch Favoriten ärgern und besonders in eigener Halle ist das möglich.