Wahrt Hannover 96 die allerletzte Chance gegen den 1. FC Köln?

Ina Moser aus Isernhagen gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Zu Beginn der englischen Woche flammte bei Hannover 96 noch einmal die Hoffnung auf, doch noch den Klassenerhalt oder wenigstens einen Relegationsplatz zu schaffen, als den „Roten“ beim VfB Stuttgart ein schmeichelhafter 2:1-Sieg glückte. Doch zwei deftige Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg (0:4) und am Sonnabend vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion bei der 1:4 (1:2)-Niederlage gegen Werder Bremen ließen den Glauben an den Klassenerhalt der „Roten“ schon neun Spieltage vor Saisonende nahezu schwinden, was angesichts eines Rückstandes von sieben Punkten selbst auf den Relegationsplatz aber nicht weiter verwundert.
Zumal die Leistung der Hannoveraner in Bremen wieder einmal alles andere als einem Erstligisten entsprach. Nach dem Werder-Treffer von Fin Bartels (18.), einem Traumtor von Claudio Pizarro (26.), bei dem sieben 96-Spieler staunend einen Halbkreis bildeten, ohne einzugreifen, sowie von Theodor Gebre Selassie (56.) und Zlatko Junuzovic (67.) hatten die „Roten“ nur den Anschlusstreffer von Kenan Karaman (45.) vor der Pause entgegen zu setzen. Das Traumtor von Pizarro versah 96-Trainer Thomas Schaaf dann auch sarkastisch mit der Bemerkung: „Fehlte nur noch, dass sie applaudiert hätten."
Bevor nun am Sonnabend, 12. März, um 15.30 Uhr der 1. FC Köln in einem der voraussichtlich letzten fünf Heimspiele von Hannover 96 in der 1. Bundesliga in der HDI-Arena zum Rückspiel erwartet wird, ist am heutigen Mittwoch erst einmal groß Reinemachen angesagt. So steht heute eine wohl richtungsweisende Versammlung der 96-Gesellschafter auf dem Programm, bei dem es sicherlich nicht nur darum geht, dass Präsident Martin Kind mit den wichtigen Geldgebern über die Zukunft sprechen wird, wobei der Abstiegsfall deutlich mehr Zeit einnehmen dürfte als die Planungen für ein weiteres Jahr in der 1. Bundesliga.
Es bleibt daher nicht aus, dass auch über die Zukunft der handelnden Personen gesprochen wird, bei dem sich selbst 96-Chef Martin Kind nicht von Schuld am derzeitigen Desaster freisprechen kann. Zu viel ist bei den „Roten“ in den vergangenen Jahren schief gelaufen, so dass selbst der erst zum 1. Oktober vom 1. FC Nürnberg verpflichtete Geschäftsführer Martin Bader mit seinem ebenfalls aus Nürnberg geholten Sportdirektor Christian Möckel in den Fokus der Kritik gerückt ist. Hauptvorwurf ist die berechtigte Kritik, dass die in der Winterpause mit großem Tamtam verpflichteten sechs (!) Neuzugänge Hotaru Yamaguchi, Iver Fossum, Alexander Milosevic, Adam Szalai, Marius Wolf und Hugo Almeida, von denen die drei Erstgenannten in Bremen zur Startformation gehörten, sich bisher allenfalls als biedere Mitläufer erwiesen, anstatt als die angekündigten Kracher, die auf Anhieb zum Klassenerhalt beitragen sollten.
Die zum derzeitigen Zeitpunkt nicht erkennbaren Neuzugänge führen bereits dazu, dass auch Bremens Meistermacher Thomas Schaaf in Hannover nicht mehr unumstritten ist. Unglückliche Personalentscheidungen sowie eine zögerliche Haltung des 54-jährigen Fußball-Lehrers, ob er im Falle eines Bundesligaabstiegs bei Hannover 96 bleiben würde, ließen bereits Spekulationen über eine frühzeitige Ablösung ins Kraut schießen.
Daher war es gut, dass Thomas Schaaf am Sonntagabend als Studiogast im NDR-Sportclub Klartext sprach, indem er beteuerte, Hannover 96 auch bei einem möglichen Abstieg nicht unbedingt zu verlassen. „Schaffen wir es nicht, gibt es erst einmal für beide Seiten die Option, drüber zu reden“, sagte Thomas Schaaf im NDR-„Sportclub“: „Ich gehe aber davon aus, dass ich noch anderthalb Jahre Vertrag bei Hannover 96 habe“, sagte der 54-Jährige, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben hat, obwohl er seit seinem Amtsantritt zum Jahreswechsel mit seiner Mannschaft in acht Spielen sieben mal als Verlierer vom Platz gehen musste. „Natürlich sieht das im Moment sehr schlecht für uns aus“, sagte der 96-Coach. „Aber ich habe die Situation bei Hannover 96 angenommen, wie ich sie vorgefunden habe, und versucht, etwas zu bewegen. Und dabei bin ich immer noch. Es ist immer noch möglich“, glaubt Thomas Schaaf, dessen Mannschaft am Sonnabend um 15.30 Uhr den 1. FC Köln erwartet.
Ein Gegner, der nach zuletzt vier Spielen mit nur einem Punktgewinn beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt mit nun 30 Punkten als Tabellenzehnter in bedrohliche Nähe der Abstiegsplätze geraten ist. Viel besorgniserregender ist allerdings die Tatsache, dass die Stöger/Schmadtke-Elf mit sechs Punkten aus acht Spielen der Rückrunde nach Hannover 96 über die zweitschlechteste Punktausbeute aller Mannschaften in der Rückrunde verfügt. Ob der Trend der Mannschaft von Kölns Trainer Peter Stöger am Sonnabend in Hannover anhalten wird, bleibt abzuwarten. Allerdings sind die Kölner noch heute stinksauer, dass sie ihre 0:1-Niederlage vom Hinspiel am 18. Oktober einem irregulären Treffer von Leon Andreasen mit seinem Handtor zu verdanken hatten.
Live dabei in der HDI-Arena ist am Sonnabend auch Ina Moser aus Isernhagen. Sie hatte die 1:4-Niederlage der „Roten“ in Bremen – wie fünf andere Gewinnspiel-Teilnehmer/innen auch – richtig getippt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen.