Vier Niederlagen - TSV will endlich wieder punkten

Auswärts konnte die TSV Hannover-Burgdorf um Kreisläufer Erik Schmidt bisher nur selten überzeugen. Bei der HSG Wetzlar soll sich das ändern. (Foto: st)

Recken bei der HSG Wetzlar nur in der Außenseiterrolle

BURGDORF (st). Was kann die TSV Hannover-Burgdorf bis zum Ende der Saison 2016/2017 noch erreichen? Das könnte von dem Ausgang der Begegnung am Sonnabend, 11. März, bei der HSG Wetzlar abhängen. Nach bisher vier Niederlagen und zuletzt einer schwachen Leistung gegen HBW Balingen-Weilstetten steht die Mannschaft um Trainer Jens Bürkle ein wenig unter Druck. Bei einer Niederlage würden die Recken in das bedeutungslose Mittelfeld abrutschen. Bei einem Sieg könnte der Blick zumindest noch zum 6. Platz gerichtet werden und Perspektiven offen lassen.
Das Anfangsprogramm des laufenden Jahres hat und hatte es in sich. Das wussten die Verantwortlichen der TSV. Schwere Auswärtsspiele und Topgegner in eigener Halle, keine gute Voraussetzung für zahlreiche Punktgewinne. Die Spieler um Olympiasieger Casper Mortensen machten keine schlechte Figur, aber gegen die starken Meisterschaftsfavoriten waren sie nahezu chancenlos. Nur die am vergangenen Sonnabend erlittene 26:29-Pleite gegen Balingen war schon besorgniserregend. Zudem laden auch die Partien gegen den THW Kiel in gut zwei Wochen und dann das Auswärtsspiel bei der MT Melsungen nicht gerade zu Punktgewinnen ein.
Das nächste Spiel ist aber bekanntlich immer das schwerste Spiel und deshalb tut die TSV gut daran, sich auf die HSG Wetzlar zu konzentrieren. Die Recken werden am Sonnabend um 19 Uhr in der RITTAL-Arena in Wetzlar auflaufen und wollen den Tabellennachbarn bezwingen. Dazu wird eine Topleistung nötig sein, denn gerade in Heimspielen hat die HSG Vorteile, da sie ihre Fans im Rücken hat. Der Gastgeber hat Qualität im Kader und das wissen die Recken einzuschätzen.
Wetzlars Trainer Kai Wandschneider ist zudem ein Meister seines Fachs und hat die Hessen erst zu einer Mannschaft geformt, die in den oberen Tabellenregionen mitspielen kann. Die Entwicklung der Wetzlarer ging in den letzten 10 Jahren kontinuierlich bergauf, nur in der Saison 2011/2012 musste die HSG eine kleine Durststrecke hinnehmen. In der vergangenen Spielzeit erreichten sie den 10. Platz und augenblicklich stehen sie auf Platz 6.
Im Hinspiel in Hannover sah es lange Zeit nach einer Niederlage für die TSV aus. In der 54. Spielminute stand es noch 22:21 für den Gast. Das änderte sich dann innerhalb von vier Minuten und die Spieler um Kai Häfner konnten das Spiel mit drei Treffern in Folge zu ihren Gunsten drehen. Am Ende siegten die Recken mit 26:23-Toren und erspielten sich einen wichtigen Sieg. Die Begegnung zeigte aber auch, dass die HSG Leistungen abrufen kann, die jedem Team der DKB Handball-Bundesliga gefährlich werden kann. Besonders Spieler wie Stefan Kneer im Rückraum oder Jannik Kohlbacher als Kreisläufer sind jederzeit zu beachten und dürfen nicht zu viel Spielraum bekommen.
Im Kader um Wandschneider stehen mit Torwart Nikolai Weber und Spielmacher Filip Mirkulovski zwei ehemalige Hannoveraner, die ebenfalls zu beachten sein werden. Weber kann mit starken Paraden die TSV-Angreifer zur Verzweiflung bringen. Der Einsatz von Mirkulovski ist fraglich, da er in den letzten Spielen angeschlagen war und in einigen Partien pausieren musste.
Es wird kein leichter Weg für Martin Ziemer und Co, aber es ist eine durchaus lösbare Aufgabe, wenn die Mannschaft, trotz der Ausfälle von Csaba Szücs, Torge Johannsen und Malte Semisch, sich über die komplette Spielzeit auf ihre kämpferischen Qualitäten stützt und wenig Fehler in der Offensive macht. Die Wetzlarer sind keine Übermannschaft, aber in der Rittal-Arena sehr motiviert und so müssen sich die Recken gegen eine drohende Niederlage stemmen, denn die nächsten Begegnungen werden nicht einfach und weitere Punktverluste drohen.