Uetze 08 verspielte Aufstieg in die Bezirksliga

Uetzer führten im entscheidenden Relegationsspiel bereits 2:0

UETZE (kd). Der SV Uetze 08 hat den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga verpasst. „Ich hatte mir für die Mannschaft so sehr den Aufstieg gewünscht. Doch leider sollte es nicht sein", bedauerte Uetzes zum Saisonende aus privaten Gründen ausscheidender Trainer nach der 2:3 (2:0)- Niederlage im abschließenden Relegationsspiel vor 600 Zuschauern gegen den VfL Nordstemmen. Damit bleibt die Elf vom Fuße der Marienburg in der Bezirksliga, während die Uetzer auch in der kommenden Saison weiterhin in der Kreisliga spielen müssen.
Die Trauer über den verpassten Aufstieg hielt sich bei Matthias Löw allerdings in Grenzen hielt. „Meine Mannschaft hat bis zum Schluss alles gegeben, so dass die Zuschauer mit dem Klassespiel meiner Mannschaft mehr als zufrieden waren. Es hat alles gestimmt. Leider allerdings das Ergebnis nicht“, musste der 08-Coach einräumen. Pech für die aufopferungsvoll kämpfenden Uetzer, dass auf Seiten des VfL Nordstemmen mit Malte Petzold seit Mitte März ein Trainer das Sagen hat, der den Erfolg förmlich gepachtet hat.
Nachdem der VfL Nordstemmen mit nur 15 Punkten aus 23 Spielen so gut wie abgestiegen war, holten die Schwarz-Weißen unter ihrem neuen Trainer Malte Petzold, der für Thomas Siegel kam, aus den letzten sieben Punktspielen mit 16 Punkten mehr Zähler, als in allen Partien zuvor. Nach dem Erreichen des Relegationsplatzes mit 31 Punkten legten die Nordstemmener in ihren beiden Relegationsspielen gegen den SC Auetal (2:0) und Uetze 08 (3:2) noch einmal nach und schafften mit zwei Siegen verdientermaßen doch noch den Klassenerhalt.
Dabei verlief der Auftakt für den Tabellendreizehnten der Fußball-Bezirksliga 3 alles andere als nach Wunsch. Durch zwei individuelle Fehler der Gäste konnten die Uetzer in der 1. Halbzeit mit 2:0 in Führung gehen. Beim 1:0 der 08er in der 20. Minute kam VfL Keeper Ronny Kutscher unnötigerweise aus dem Tor heraus, so dass ihn Leszek Muzolf elegant umspielen konnte. Beim 2:0 der Hausherren ließ sich Jan-Niklas Wintjes den Ball abjagen, was abermals Leszek Muzolf (29.) mit dem 2:0 bestrafte, nachdem Ronny Kutscher der Ball durch die Beine rutschte.
„Unser Gegner hatte zwar mehr Spielanteile. Die klareren Chancen besaßen aber wir“, fand Matthias Löw, der noch den vergebenen Chancen zu Beginn der 2. Halbzeit nachtrauerte. „Da hätten Leszek Muzolf in der 49. Minute und danach Mathis Luther freistehend mindestens das 3:0 machen müssen. Davon hätten sich die Nordstemmener dann nicht mehr erholt", ist Uetzes Coach überzeugt, dessen Elf nach einem Foul ihres Kapitäns Tobias Schumacher an Abdulmalik Abdul in der 58. Minute durch einen von Jonathan Dohmen getretenen Strafstoß den 1:2- Anschlusstreffer einstecken musste.
„Doppelt ärgerlich war es für uns, dass wir kurz danach gleich dreimal den Ball nicht aus unserem Strafraum bekamen, so dass erneut Jonathan Dohmen davon profitierte und in der 66. Minute den 2:2-Ausgleich erzielte, was für den VfL Nordstemmen den Verbleib in der Bezirksliga bedeutet hätte. Es spricht für die Moral des Tabellenzweiten der Kreisliga 1, dass er die Gefahr erkannte und nach dem 2:2- Ausgleich das Heft trotzdem wieder in die Hand nahm, um doch noch als Sieger den Platz zu verlassen.
„In der Schlussviertelstunde haben wir uns dann aber wieder gefangen. Doch fehlte uns dann bei Chancen des freistehenden Björn Kölling, einem Schuss von Mathis Luther an die Unterkante der Latte sowie einem Schuss von Leszek Muzolf an den Außenpfosten das nötige Glück, um den nicht unverdienten Siegtreffer zu erzielen", sagte Matthias Löw. Nachdem der eingewechselte Renè Mußmann in der Schlussminute nach wiederholtem Foulspiel auch noch die gelb-rote Karte kassierte, kamen die Nordstemmener noch in der sechsten Minute der Nachspielzeit nach einem Konter durch Abdulmalik Abdul (90. + 6) nach Zuspiel von Rafet Ahmedi zum 3:2-Siegtreffer.
Nachdem beim VfL Nordstemmen nach dem anschließenden Schlusspfiff auf dem grünen Rasen des Uetzer Sportplatzes nach der Last-minute-Rettung die Feierlichkeiten über den geglückten Klassenerhalt begannen, zog Matthias Löw noch einmal ein Resumee. „Wir haben eine Supersaison gespielt und uns in beiden Relegationsspielen hervorragend präsentiert. Dass wir im Spiel gegen den VfL Nordstemmen aus zehn Chancen nur zwei Tore machen und der VfL Nordstemmen aus vier Chancen gleich drei Tore macht, spricht auch für die Cleverness des Gegners. Schade, dass es so gelaufen ist. Ich hätte meinem Nachfolger Niklas Mohs gerne eine Bezirksligamannschaft übergeben", gab Matthias Löw bei seinem Abschied vom Traineramt offen zu.