TSV Hannover Burgdorf will auch in Gummersbach punkten

Aivis Jurdsz hat die Lufthoheit und spielt den besser am Kreis postierten Gustav Rydergard in den Lauf. (Foto: Holger Staab)

Auswärtsspiel in Gummersbach könnte spannend werden

BURGDORF (hs). Für viele Teams in den unteren Spielklassen wird am kommenden Wochenende der letzte Spieltag des Jahres angepfiffen. Nicht so für die TSV Hannover-Burgdorf in der TOYOTA Handball-Bundesliga. Die Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer hat noch drei Spieltage vor sich. Den Anfang macht die Auswärtspartie beim VfL Gummersbach und das wird ein harter Brocken, denn der VfL ist nicht so stark wie in den vergangenen Jahren, ein Punktgewinn ist also durchaus realisierbar, aber nur mit einer hundertprozentig engagierten Leistung möglich.
In dieser Saison scheint der Traditionsverein VfL Gummersbach in Abstiegsnot zu sein, ganz im Gegensatz zur vergangenen Serie, als sie mit dem Europapokalsieg glänzen konnten. Wichtige Spieler wie Torwart Goran Stofanovic, Drago Vukovic und Adrian Wagner verließen den Verein und wurden nicht gleichwertig ersetzt. Der VfL musste drastische Sparmaßnahmen einführen und will so die Konsolidierung und den Schuldenabbau fortsetzen. Für Trainer Sead Hasanefendic war vor zwei Wochen Endstation, Co-Trainer Emir Kurtagic übernahm das Coaching. Vom Kader war schon Hasanefendic nicht überzeugt: „Ich habe eigentlich nur neun Feldspieler zur Verfügung, die übrigen sind Ergänzungsspieler.“ Das Resultat zeigte sich in den ersten Begegnungen und einem schlechten Saisonstart mit 2:12-Punkten. Der Europapokalsieger steht mittlerweile auf dem 16. Platz mit 7:23-Punkten.
Mit Kentin Mahé, der vom DHC Rheinland zum VfL wechselte, steht ein starker Linksaußen und Hoffnungsträger im Kader. Auch im Rückraum verfügt der VfL mit Adrian Pfahl, Barna Putics und Christoph Schindler über wurfstarke Spieler. Am Kreis hat der VfL mit Patrick Wiencek, Igor Anic und Jörg Lützelberger ein Luxusproblem, wobei Wiencek die meiste Einsatzzeit erhält. Der VfL hat den Abstiegskampf aufgenommen. Eine ungewohnte Situation für einen der erfolgreichsten deutschen Handballclubs, aber dadurch ist das Team umso gefährlicher. Gegen die TSV Hannover-Burgdorf verlangt Kurtagic in der Eugen-Haas-Sporthalle einen Heimsieg.
Die TSV will das aber verhindern und ihrerseits die Chancen auf einen Erfolg suchen und nutzen. Das wird nur mit einer guten Taktik, viel Motivation und Disziplin möglich sein. Die Mannschaft um Torge Johannsen tritt auswärts sehr unterschiedlich auf und ist kaum berechenbar. Zumindest die Einstellung und der Wille zum Sieg muss am Sonnabend aber stimmen, denn nur so ist ein durchaus möglicher Sieg zu schaffen. Die Nordmeyer-Schützlinge haben in dieser Spielzeit die Qualität und sind mindestens auf Augenhöhe mit dem VfL, also werden wohl besondere Situationen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Für die TSV gilt, diese Situationen für sich zu nutzen und sich mit einem weiteren Erfolg eine tolle Ausgangslage für die kommenden Begegnungen zu verschaffen.
Personell gibt es im Team keine Veränderungen, die Verletztenliste ist durch die Probleme bei Piotr Przybecki (Innenbandverletzung am Knie), Lars Lehnhoff (Fersenprellung), Csaba Szücs (Sehnenverletzung am Fuß), Aivis Jurdsz (Kniebeschwerden) und dem Langzeitverletzten Nikolas Katsigiannis, der mittlerweile seit mehr als 18 Monaten an seiner Knieverletzung laboriert, noch länger geworden. Der intensive Saisonverlauf seit Ende August macht allen Akteuren zu schaffen, aber der TSV-Kader ist einsatzbereit.
Beim VfL Gummersbach ist somit Zuversicht erlaubt. Die TSV kann in dieser Saison wohl fast alle Teams der Liga an guten Tagen bezwingen und könnte sich weiter ins gesicherte Mittelfeld vorschieben. Der Anfang mit bisher 11 Pluspunkten ist gemacht, das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht, jetzt könnten auswärts zwei weitere Pluspunkte eingespielt werden.