TSV Hannover-Burgdorf reist zum amtierenden Deutschen Meister

Aivis Jurdzs in Schräglage, dennoch kann er sich in dieser Szene von seinen Gegenspielern lösen und einen Treffer für die TSV erzielen. (Foto: Holger Staab)

Im Auswärtsspiel beim HSV Hamburg ist die TSV klarer Außenseiter

BURGDORF (hs). Vor gut fünf Monaten hatte die TSV Hannover-Burgdorf den amtierenden Deutschen Meister HSV Hamburg am Rand einer Niederlage. Am heutigen Mittwoch treffen beide Mannschaften in der Hamburger O2-World wieder aufeinander. Die TSV ist trotz der guten Leistung aus dem Hinspiel krasser Außenseiter, will sich aber nicht ohne Kampf geschlagen geben. Das ist auch nicht angebracht, denn das Team um Trainer Christopher Nordmeyer ist nach den zuletzt gezeigten Spielen selbstbewusst und durchaus nicht chancenlos.
Das war Schwerstarbeit für den HSV Hamburg. In der AWD-Hall im Oktober des vergangenen Jahres mussten die Weltklasseakteure um Kreisläufer Igor Vori bis zur letzten Sekunde kämpfen, um letztlich mit 37:34-Toren den Sieg erobern zu können. Die TSV hatte durch einen Treffer von Piotr Przybecki noch in der 58. Spielminute einen knappen 34:35-Rückstand halten können. Der Meister schwankte, aber er fiel nicht. Blazenko Lackovic und Domagoj Duvnjak stellten letztlich den Erfolg sicher, aber die TSV hatte in eigener Halle wieder einmal eine der Spitzenmannschaften in Gefahr gebracht, auch wenn es in diesem Fall nicht zu einem Punktgewinn reichte.
Gegen solch ein Team der TOYOTA Handball-Bundesliga mithalten zu können, das ist aller Ehren wert. Namen wie Hans Lindberg, der gegen die TSV bester Torschütze mit acht Treffern war, Bertrand und Guillaume Gille, Torwart Johannes Bitter, Torsten Jansen, Michael Kraus und Marcin Lijewski sprechen für den HSV. Und die Hamburger müssen gegen die TSV punkten. Der Kampf um die Plätze für die Champions-League-Teilnahme ist noch voll entbrannt und als Tabellenvierter dürfen sich die Spieler um Pascal Hens keine Punktverluste gegen vermeintlich schwache Gegner erlauben.
Die TSV Hannover-Burgdorf kann den Kampf aber aufnehmen. Coach Nordmeyer ist sich sicher, dass seine Mannschaft auch in Hamburg mit viel Ehrgeiz auftritt und eine gute Vorstellung bietet. Dazu hat sich der TSV-Trainer den heutigen Gegner intensiv in Videoanalysen angeschaut und seinen Spielern wertvolle Tipps mitgegeben. Jedes Team in der Bundesliga ist verwundbar und kann bezwungen werden. Fraglich ist nur, ob die Schwächen rechtzeitig entdeckt und dann auch ausgenutzt werden können.
Die Nordmeyer-Schützlinge sind gut drauf, das haben sie beim TV Großwallstadt (31:26) und im Heimspiel gegen TBV Lemgo (28:28) gezeigt. Bevor eine zweiwöchige Osterpause einsetzt wollen sie aber noch einmal für Furore sorgen. Entweder heute beim HSV oder am kommenden Sonntag, 25. März im Heimspiel gegen MT Melsungen. Karten für die Partie am Sonntag können in der Geschäftsstelle des MARKTSPIEGEL in Burgdorf und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden.
Zwei Pluspunkte aus den beiden Partien wären für den Kampf um den Klassenerhalt äußerst wichtig. Um heute in Hamburg zu punkten, muss aber eine überdurchschnittliche Leistung gelingen. Nicht nur die Torwarte der TSV um Nenad Puljezevic müssen über sich hinauswachsen, auch die Angreifer um Spielmacher Morten Olsen sind gefordert und müssen ihre Chancen konsequent in Tore umwandeln. Wenn es dann noch gelingt, die Rückraumschützen des HSV und die schnellen Außenspieler Jansen und Lindberg zu Fehlern zu zwingen, dann ist eine Überraschung durchaus realisierbar.