TSV Hannover-Burgdorf ist nur krasser Außenseiter

Mann gegen Mann – Keeper Malte Semisch versucht einen Siebenmeterwurf abzuwehren. (Foto: st)

Recken spielen bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim ohne Druck

BURGDORF (st). Als krasser Außenseiter reist die TSV Hannover-Burgdorf am kommenden Wochenende nach Mannheim und trifft auf die Spitzenmannschaft der Rhein-Neckar Löwen. Gerade gegen die Löwen kann die Mannschaft um Trainer Jens Bürkle ohne Druck agieren und eigentlich nur gewinnen. Bestes Beispiel ist der souveräne 37:22-Erfolg beim SC Magdeburg, womit sich die TSV ins gesicherte Mittelfeld schob und ihrem Ziel „unter die zehn besten Teams zu kommen“ näher kommt. Auch auswärts sind die Recken also zu beachten.
Am Sonnabend, 3. Dezember, ab 19 Uhr, sind Torge Johannsen und seine Mitspieler in der SAP Arena in Mannheim gefordert und wollen sich kämpferisch stark präsentieren. Das Spiel ist keinesfalls abgehakt und die Punkte sollen nicht verschenkt werden, denn die TSV kann jeden Gegner bezwingen, das hat sie in dieser Saison schon mehrfach gezeigt. Neben dem Sieg beim SCM konnte die TSV sowohl beim THW Kiel, wie auch gegen die Füchse Berlin bei nur hauchdünnen Niederlagen frei aufspielen. Nur die Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt ging mit einer deutlichen 20:35-Niederlage verloren.
Ein Punktgewinn bei den Löwen wäre aber eine große Überraschung. Nach dem Titelgewinn in der vergangenen Spielzeit wollen die Mannheimer um ihren Trainer Nikolaj Jacobson in dieser Serie wieder im Vorderfeld der Tabelle landen. Die Voraussetzungen dafür sind perfekt, denn bisher gab es nur eine 17:21-Niederlage gegen Flensburg. Die spielerische Qualität ist extrem hoch und mit Gudjon Valur Sigurdsson vom FC Barcelona, Dejan Manaskov von RK Vardar Skopje und Torwart Andreas Palicka von Aalborg Handbold haben die Löwen die Abgänge von Uwe Gensheimer, Stefan Kneer, Borko Ristovski und Stefan Sigurmannsson ausgeglichen.
Jacobsen hat mit 18 Spielern einen großen Kader zur Verfügung, der aber aufgrund der Champions League Spiele und der hohen Belastung der einzelnen Akteure notwendig ist. Spieler wie Kim Ekdahl du Rietz, Andy Schmid, Alexander Petersson, Patrick Groetzki, Rafael Baena Gonzales, Gedeon Guardiola oder Hendrik Pekeler werden den Recken das Leben schwer machen und Torwart Mikael Appelgren hat schon oft bewiesen, dass es schwer ist, ihn zu überwinden.
Die Bilanz zwischen beiden Mannschaften spricht eindeutig für den Gastgeber. In 14 Partien konnte die TSV Hannover-Burgdorf nur einen Erfolg verbuchen. Im September 2011 sicherte sich die TSV einen überraschenden 33:32-Sieg und schockte damit die Löwen. Darüber hinaus gab es teilweise hohe Pleiten. Den höchsten Sieg in Mannheim feierte das Spitzenteam in der Saison 2013/2014 mit 37:19-Toren. Die Statistik wird aber am Sonnabend keine Rolle spielen. Die Burgdorfer haben bereits mehrfach ihre Qualitäten gezeigt und haben einen ausgeglichenen Kader.
Wenn die Bürkle-Schützlinge von Beginn an Präsenz zeigen, die Löwen-Torwarte treffsicher überwinden können und in der Defensive ein Bollwerk errichten und Martin Ziemer und Malte Semisch als reaktionsschnelle Keeper auftreten, dann liegt eine Überraschung in der Luft. Ein nicht erwarteter Punktgewinn würde für das Spiel gegen MT Melsungen am 10. Dezember viel Sicherheit bringen und der Start in den Dezember mit insgesamt sechs wichtigen Pflichtspielen wäre erfolgreich absolviert.