TSV Hannover-Burgdorf ist beim Serienmeister nur Außenseiter

Wenn Kreisläufer Joakim Hykkerud einen guten Tag erwischt, dann könnte die TSV Hannover-Burgdorf in Kiel einen knappen Spielausgang herbeiführen. (Foto: st)

Bisher konnten die Burgdorfer Recken in Kiel noch nicht punkten

BURGDORF (st). Was kann die TSV Hannover-Burgdorf beim Serienmeister THW Kiel erreichen? Diese Frage stellt sich für den Handballbundesligisten vor der Fahrt nach Schleswig-Holstein in jedem Jahr. Bisher war in der Sparkassenarena in Kiel nichts zu holen, noch kein Punktgewinn wurde geschafft. In der vergangenen Saison waren die Recken aber nah dran, denn bei der knappen 29:33-Niederlage bestimmte die TSV lange das Spiel und musste erst in den letzten Minuten doch noch zwei Minuspunkte einstecken.
Den ersten Punktgewinn überhaupt gegen das Weltklasseteam schafften Trainer Jens Bürkle und seine Mannschaft aber im Rückspiel im März in der TUI-Arena in Hannover. Da gelang ein 30:30-Unentschieden und das macht für die Begegnung am heutigen Mittwoch, 19. Oktober, ab 20 Uhr Hoffnung. Durch die zuletzt hohen Belastungen durch Champions-League, Punktrunde und Pokal sind die Kieler zumindest am Limit, das scheint sie aber nicht weiter zu stören, denn sie eilen von Erfolg zu Erfolg und stehen in der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga mit 14:2-Punkten auf einer Spitzenposition.
Die TSV Hannover-Burgdorf kämpft dagegen mit ihren Verletzungsproblemen und steht nur noch im Mittelfeld der Tabelle. Gegen den klaren Favoriten Kiel rechnet sich das Team um Runar Karason nur wenig aus. Martin Ziemer und Co reisen aber nicht ohne Chance nach Kiel, obwohl auch sie haben augenblicklich ein Mammutprogramm. Vor gut einer Woche in Balingen, vor drei Tagen gegen Minden, heute beim THW und am 25. Oktober im DHB-Pokal-Achtelfinale gegen FrischAuf! Göppingen. Mit vier Spielen in 14 Tagen ist auch die Belastung der TSV erheblich.
Der Gastgeber hat nach Schwierigkeiten und Umstrukturierungen im Kader zuletzt in vielen Spielen Klasseleistungen gezeigt. Vor der Saison hat der THW mit Igor Anic, Joan Canellas, Rogerio Moraes Ferreira, Torsten Jansen, Nikolas Katsigiannis, Dominik Klein, Erlend Marmel und Dominik Plaue acht Akteure abgeben müssen, allerdings sind die Neuzugänge Andreas Wolff, Raul Santos, Sebastian Firnhaber, Lukas Nilsson und Nikola Bilyk teilweise hochkarätig.
Gerade die neuen jungen 19jährigen Spieler wie der Schwede Nilsson und der Österreicher Bilyk haben sich unter der Leitung von THW-Trainer Alfred Gislason prächtig entwickelt und sind fester Bestandteil im Kieler Angriff geworden. Insgesamt hat sich in Kiel ein echter Verjüngungsprozess eingestellt, der aber scheinbar keinen Einfluss auf die Qualität im Kader hat. Gerade die jungen Spieler sorgen für einen gesunden Konkurrenzkampf im Team und strahlen Torgefahr aus.
Zudem haben sie heute wieder 10000 eigene Fans als Unterstützung im Rücken. Die
Recken sind somit krasser Außenseiter, wollen aber jede Chance nutzen, die sich ihnen bietet. Neben den jungen Wilden aus Kiel müssen sie in der Abwehr die Kreisläufer Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen im Griff haben, sowie auf die Rückraumschützen Steffen Weinhold, Domagoj Duvnjak und Blazenko Lackovic achten. Auch in der Offensive gilt es, möglichst wenig Fehler zu machen, damit schnelle Gegenstöße durch Santos, Rune Dahmke oder Niclas Ekberg unterbunden werden.
Nur mit einer ausgefeilten Taktik, guter Defensivarbeit und nicht zuletzt Glück im Abschluss gegen das Weltklassetorwartduo Wolff und Niklas Landin könnte die TSV mithalten und die Partie möglichst lange offen gestalten.