TSV Burgdorf muss im Fuchsbau für Unruhe sorgen

Neuzugang Kai Häfner versucht im Heimspiel gegen TuS N.-Lübbecke an Drago Vukovic vorbei zu kommen. (Foto: st)

Recken wollen die Füchse Berlin bezwingen

BURGDORF (st). Es ist eine vergleichbar kurze Reise in die Hauptstadt Deutschlands, aber es kann auch eine ganz beschwerliche Rückfahrt werden. Die TSV Hannover-Burgdorf muss nach der Länderspielpause am Sonntag, 28. September, ab 15 Uhr bei den Füchsen Berlin antreten und ist in der Max-Schmeling-Halle im Stadtteil Prenzlauer Berg klarer Außenseiter. Dennoch will die Mannschaft um Neuzugang Olafur Gudmundsson im Fuchsbau für Unruhe sorgen.
Bisher konnten die Recken in der neuen Saison der DKB Handball-Bundesliga noch nicht wirklich überzeugen. Gute Ergebnisse mit positivem Ausgang wechselten sich mit schwachen Partien mit Niederlagen ab. Einen echten Durchbruch hat es noch nicht gegeben. Dazu waren aber die Bedingungen mit den vielen verletzten Akteuren in der Vorbereitungsphase und in den ersten Begegnungen der Serie noch zu schlecht. Das Team um Trainer Christopher Nordmeyer muss nun die verpasste Eingewöhnungsphase nachholen und wird dazu noch ein wenig Zeit brauchen.
Allerdings sollte das schnellstens geschafft werden, denn im Oktober stehen fünf wichtige Punktspiele und das DHB-Pokalspiel gegen HSV Hamburg auf einem vollgestopften Terminkalender. Zunächst geht der Blick aber zu den Füchsen nach Berlin. Trainer Dagur Sigurdsson, der jetzt auch neuer Coach der deutschen Nationalmannschaft ist, hat sich und seiner Mannschaft hohe Ziele gesteckt. Die Berliner wollen in die Spitzengruppe um THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg/Handewitt vorpreschen und das geschwächte Team des HSV Hamburg dort ablösen.
Der 5. Platz aus der vergangenen Spielzeit war noch nicht zufriedenstellend, jetzt soll ein Champions-League-Platz geschafft werden. Nur Markus Richwien, der in die Schweiz zu den Kadetten Schaffhausen wechselte, und Sven-Sören Christophersen, der jetzt für die Recken aktiv ist, verließen den Verein. Mit Paul Drux, Willy Weihrauch und Angelo Grunz setzte Manager Bob Hanning auf Nachwuchskräfte, die zusammen mit Petar Nenadic (Wisla Lock/Polen) den Kader vervollständigten. Keine spektakulären Neuzugänge, aber auch ein eingespielter Kader soll die angestrebten Ziele erreichen und das ist durchaus realisierbar.
Kai Häfner von der TSV und seine Mitspieler wollen am Sonntag aber dagegen halten. In der vergangenen Saison gelang das nicht, denn mit 33:35 und 21:26 waren die Hannoveraner in beiden Spielen unterlegen. Chancenlos dürfte die TSV aber nicht sein, denn gelingt es der Mannschaft, ihren Rhythmus zu finden und bei der Chancenverwertung eine gute Quote zu generieren, dann ist auch ein doppelter Punktgewinn möglich. Besonders Christophersen brennt auf seinen Einsatz in Berlin, denn den alten Kameraden will er zeigen, zu welcher Leistung er fähig ist. Zudem will er seinem alten Coach beweisen, dass er ins Nationalteam gehört, so wie er dies bereits am Wochenende gegen die Schweiz gezeigt hat. Sein Team will aber nach zwei Wochen Punktspielpause auch verdeutlichen, wie stark es auch auswärts auftreten kann und sich mit einem Sieg wieder ins Mittelfeld katapultieren.
Dafür ist entscheidend, die starke Rückraumachse der Berliner mit Iker Romero, Konstantin Igropulo, Fabian Wiede und Bartlomiej Jaszka nicht zur Entfaltung kommen zu lassen und den Spielfluss früh zu unterbinden. Zudem steht mit Silvio Heinevetter ein Keeper im Tor der Hauptstädter, der mit seinen unorthodoxen Bewegungen und Reaktionen schwer zu überwinden ist. Lars Lehnhoff und Co müssen ihre Außenseiterchance nutzen, lange mithalten ohne in großen Rückstand zu gelangen, dann setzt sich ihre durchaus vorhandene Qualität am Ende vielleicht durch und es gelingt ein überraschender Auswärtserfolg.